Archers Campfire

Wer schießt rein intuitiv, wer anders?

Gast · 451 · 216424

Offline roscho

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Ab 650gn Pfeilgewicht ist Seitenwind nicht mehr so störend  :Achtung:
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

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Wir haben eine Gesellschaft erschaffen,
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Online kungsörn

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...dann versetze ich beim zweiten Mal den FokusPunkt (Das Auge der Mücke  ;)) nach oben....

Genau damit tu ich mir schwer, sozusagen absichtlich daneben zu schießen.
Interessanterweise geht das mit Visier auf Zielscheibe völlig problemlos (zB Vorhalten bei Seitenwind)
Blödes Gehirn blödes...

Wolfgang, ich kann das auch nicht wirklich. Muss mich quasi zwingen.
Und wenn ich absichtlich drüber halte, dann geht er meist auch drüber. :bang:
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Offline Gekko

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Was, Landbub hat keinen Windsensor am Bogen? ;D

Im 3D Parcours finde ich Wind jetzt nicht so ausschlaggebend, die Entfernungen sind vergleichsweise kurz, Wald bietet guten Windschutz.
Der gelernte Fitanese hat meist Windmesser am Bogen und am Ziel.
Bei 70/90m auf freiem Feld macht Winddrift schon ganz schön was aus.
Man kann nie genug Pfeilchenbeschleuniger haben...


Online Landbub

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Was, Landbub hat keinen Windsensor am Bogen? ;D

Doch, auf der Wiese, so ein kleines Ringelband am Stabi. Ein paar cm lang. Leider gibt es da aber keine Autokorrektur. Aber wenn einem der Wind den Bogen verdreht, so weiss man dann wenigstens sicher, dass es der Wind war ;-)
Abonniert bitte https://www.youtube.com/@ArcheryGirls
Das motiviert meine Jugendgruppe ganz enorm, hier weitere Videos zu produzieren.

Beherrscht du deinen Bogen oder beherrscht er dich? So findest du deine ideale Zugkraft: https://youtu.be/-8xkYqie5x8


Offline sfs-archery

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Also ich gehöre ja auch zu den "instinktiven" Nasenwindschützen. Mein Techniktraining sieht genauso aus wie bei den System/Vsierschützen.
Der Schußablauf ist ja eigentlich bei allen gleich. Lediglich die Art des Zielens differiert. Aber ein guten Stand, das T, Anker, Ablass,... muss einfach technisch sauber sein.
Aber selbst das Training beim Zielen ist nahezu identisch. Auch ein Visier/Systemschütze muss die unterschiedlichen Entfernungen trainieren und "intus" haben. Lediglich die technische Umsetzung ist eine andere.

Was ich ab und an nicht verstehe ist manche Argumentationsweise die ich bei instiktiven Schützen schon gehört habe. Da wird unsaubere Technik einfach mit dem Hinweis "Es ist egal wie ich schiesse. Ich korrigier das alles instinktiv. Wenn ich treffe hab ich recht."
(Anlass war: Da hat einer den Anstellwinkel durch einfaches heben und senken des Bogenarmes (also das Verlassen des T ) korrigiert und dann gesagt das sein Unterbewusstsein die nun unterschiedliche Auszugslänge etc. automatisch korrigiert.)

Dabei ist das was ich gelernt und selbst erlebt habe (und was mir auch logisch einleuchtet, folgendes:
Wenn du keine saubere Technik hast und einfach so schießt "wie du gerade Lust hast", dann wirst du, auch bei aller Konstanz in dem was du machst, irgendwann mal an einen Punkt kommen wo es nicht mehr besser geht weil die (unsaubere) Technik das dann nicht hergibt.
Eine saubere Technik hat daher viele Vorteile. Sie limitiert dich nicht. Du weist wie es gehen sollte und kannst auf das "Perfekte" hin trainieren, die Technik ist so ausgereift das du mit möglichst minimalen/optimalen "Körpereinsatz" die Sache erledigst,....

Gruß
Sören


Online Waldgeist

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Im Grunde bin ich ja ganz bei Dir, Sören. ABER: Bogenschießen ist doch die Kunst des Treffens und des reproduzierten Schusses, der natürlich ebenfalls (z.B. im Kill) sitzen muss. Es soll ja Schützen geben, denen dies mit einem Schießstil gelingt, den man langläufig als "grottig", "merkwürdig" oder "was ist das denn?" betitulieren würde.

Ich habe direkte Vergleichsmöglichkeiten beim Spielen eines Musikinstruments. Da gibt`s das auch.
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Cicero


Offline sfs-archery

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ABER: Bogenschießen ist doch die Kunst des Treffens und des reproduzierten Schusses, der natürlich ebenfalls (z.B. im Kill) sitzen muss. Es soll ja Schützen geben, denen dies mit einem Schießstil gelingt, den man langläufig als "grottig", "merkwürdig" oder "was ist das denn?" betitulieren würde.

Ja, da bin ich bei dir. Wenn man reproduzierbar und konstant eine "andere" Technik verwendet kann man durchaus Erfolg haben und treffen. Aber ich bin der Überzeugung das dann irgendwann mal ein Punkt kommt wo man mit dieser Technik keine Verbesserung mehr erzielen kann. Die meisten werden den Punkt vermutlich nie erreichen.
Aber wenn jemand wirklich Ehrgeiz hat wird dieser Punkt bestimmt irgendwann kommen.
Das was wir als saubere (lehrbuchmäßige) Technik kennen ist ja eine Technik die über Jahrzehnte weiterentwickelt und verfeinert wurde. Würde es anders besser gehen, alle "Profis" hätte auf das andere schon längst umgestellt.

Aber meist ist die Sache ja subtiler. Eien "komische" Technik kann durchaus ähnliche Resultate erbringen wie die technisch saubere. Aber mit welchem Einsatz? _Ich kenen ein Schützen der imho sehr gut schießt. Jedoch mit einer Technik die ich als unsauber erachte (nach meinen Amateurwissen). Aber wie erkauft sich dieser Schütze das? Er hat es selbst bemerkt. Er braucht vergleichsweise viel Kraft im Vollauszug. Zumindest deutlich mehr als mit der "sauberen" Technik. Das bedeutet er ermüdet schneller. Mit ein Grund warum er nur 3D und kein Feldbogen schießt. Er hält einfach die höhere Anzahl Pfeile beim Feldbogen nicht durch. Er könnte das jetzt mit mehr Trainings ausgleichen. ==>Schlechteres Training/Nutzen Verhältnis als bei einer sauberen Technik. (bei gleichem Erfolg)
Das sehe ich als eher problematisch einer eigenwilligen Technik an. Ich muss u.U. deutlich mehr Trainieren für den selben "Erfolg".

Sorry für die langen Text  :o


Offline roscho

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Ich bin ja "bekanntermassen" ein Freund einer guten Technik - ABER: gibt es denn (wie beim olympischen Schiessen (obwohl nicht mal dort) ) überhaupt eine 3D Standardtechnik der man folgen könnte (oder müsste)

Olympisch mit Kinnanker gibt eine ganz andere Struktur voraus als der meist von uns verwendete Gesichtsanker ...

Blankbogen käme noch besser hin, aber da gibt es kaum mediterranen Ablass ...

1:1 können Kisik Lee und Konsorten sicher nicht auf das 3D Schiessen übertragen werden.

Nicht falsch verstehen ... ;)
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

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Ich bin ja "bekanntermassen" ein Freund einer guten Technik - ABER: gibt es denn (wie beim olympischen Schiessen (obwohl nicht mal dort) ) überhaupt eine 3D Standardtechnik der man folgen könnte (oder müsste)

Nach meinem Verständnis orientiert sich die "Standardtechnik" an dem Bogen/Anker/Ablass den man verwendet und nicht an der Disziplin die man betreibt. Ein Reiterbogenschütze mit Daumenablass hat eine andere Technik als ein Blankbogenschütze mit Seitenanker und der hat wieder eine andere als ein oly- Recurveschütze der einen Kinnanker nutzt.
Aber z.B. der Reiterbogenschütze mit Daumenablass wird immer die selbe Technik verwendet. Egal ob er 3D, Feld- oder Scheibenschießen macht.

z.B. ist im "Das große Buch vom Bogensport" von U. Paulus die unterschiedlichen Standardtechniken (z.B. Unterschied Seitenanker/Kinnanker und was das bedeutet) durchaus gut beschrieben.


Offline Gekko

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Die "Standardtechnik" gibt's nichtmal bei den olympischen, in den Top 10 (zumindest bei den Herren, Damen weis ich nicht) halten sich KSL und Push-Pull ziemlich die Waage.

Aus meiner Sicht ist eine Technik um so besser, je einfacher sie sich reproduzieren lässt.
Bestimmt kann man einen fliegenden Anker auch reproduzierbar hinkriegen,
aber bei einem statischen Anker mit mehreren Refernzpunkten ist das wesentlich einfacher.

Mir hat die Beschäftigung mit dem KSL shot cycle viel gebracht, selbst wenn ich Reiterbogen mit Thumb-Release schieße.
 
Je nach Disziplin kommen dann noch diverse Spezialitäten dazu. Winkelschüsse hoch/tief kommen am Fita-Platz eher selten vor...
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Offline roscho

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@sfs-archery: Da geb ich dir recht ;) - der Stil und nicht die Disziplin entscheidet ..

Sollte ich mal das Buch von Urte Paulus lesen ? ;)

Wobei ... aktuell sind wir weit WEIT weg vom Thread Thema - aber ich bin nicht ganz  :unschuldig:
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Eine saubere reproduzierbare Technik (z.B. bei olympischen Disziplinen) bedeutet, dass die Anzahl der Fehler, welche verhindern, dass die Fliege ein Auge verliert, auf ein Minimum beschränkt wird.
Das ist fürs Scheiben schießen sehr sinnvoll (ebene Fläche, geregelte Entfernungen, geregelte Zielgröße usw.).
Erkauft wird eine solche „statische“ Schusstechnik aber mit weniger Flexibilität.

Ich möchte den mal sehen, der bei einem senkrechten Schuss oben ein perfektes T hinbekommt. :beer:
BTW.: Keiner will das "Unwort" nicht ins Spiel bringen aber Ötzi wäre dem Stiel wohl Vegetarier geworden. :ontopic:
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Offline Gekko

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Eine saubere reproduzierbare Technik (z.B. bei olympischen Disziplinen) bedeutet, dass die Anzahl der Fehler, welche verhindern, dass die Fliege ein Auge verliert, auf ein Minimum beschränkt wird.
Das ist fürs Scheiben schießen sehr sinnvoll (ebene Fläche, geregelte Entfernungen, geregelte Zielgröße usw.).
Erkauft wird eine solche „statische“ Schusstechnik aber mit weniger Flexibilität.

Ich möchte den mal sehen, der bei einem senkrechten Schuss oben ein perfektes T hinbekommt. :beer:
BTW.: Keiner will das "Unwort" nicht ins Spiel bringen aber Ötzi wäre dem Stiel wohl Vegetarier geworden. :ontopic:

Spezielle Schüsse erfordern spezielle Technik, senkrecht nach oben kann ich nicht, für senkrecht nach unten gibts Jarmakee  :bow:
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Ich möchte den mal sehen, der bei einem senkrechten Schuss oben ein perfektes T hinbekommt. :beer:

Kein Problem. Alles ein Frage der Standposition  :). Bzw. in dem Fall der Liegepostition. Gibt ja auch Leute die Hängen mit ihrem Zelt in der senkrechten Steilwand und schlafen in der Waagrechten :-)

Aber vermutlich wird man in dem Fall nicht ganz so auf ein T Wert legen und irgendwie geartete Spezialtechnik anwenden :bow:
 :ontopic:


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Ein Trainer hat mal zu mir gesagt: Egal was, egal wo du schiesst. Oberhalb des Bauchnabels bleibt immer alles gleich. (T, Anker,..). Lediglich wie du stehst und wie du in der Hüfte abknickst ist anders.

(Extrempositionen wie z.B. senkrecht hoch/runter mal ausgenommen)