Autor Thema: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?  (Gelesen 2425 mal)

Offline BT

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Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« am: November 07, 2018, 02:55:32 Nachmittag »
Hallo zusammen,

Eigentlich bin ich zufrieden mit dem was ich habe aber mich treibt die +1 Regel an. Weihnachten ist nicht mehr so weit weg und überhaupt braucht es einen Grund für einen weiteren Bogen …  ;D

Nur wie groß ist der Unterschied zwischen Bögen der 300 Euro Klasse und deutlich teuren Modellen?

Mein erster eigener Bogen war ein Rexbow Eagle mit 68 Zoll für 100 Euro. Bewusst mit nur 20 lbs gekauft und erst einmal Technik geübt. Dann bin ich umgestiegen auf Falco Triumph Vintage. Im direkten Vergleich ist der Unterschied zwischen 100 und 300 Euro natürlich sehr deutlich. Aber was für einen Sprung macht die Qualität bei 600 oder 900 Euro teuren Bögen?

Hat jemand eine derartige Entwicklung durchlaufen?

Viele Grüße
BT

Offline Waldgeist

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #1 am: November 07, 2018, 03:04:07 Nachmittag »
Um es mal mathematisch auszudrücken:

"Anzug von der Stange"  zu  "angemessener Anzug vom Schneider meines Vertrauens genäht"
                                           zu
"Bogen von der Stange"  zu  "Custom-Bogen aus ausgesuchten Materialien angemessen auf meine Verhältnisse vom Bogenschnitzer meiner Wahl"

 
« Letzte Änderung: November 07, 2018, 03:07:22 Nachmittag von Waldgeist »
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Cicero

Offline aquadrat

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #2 am: November 07, 2018, 03:14:18 Nachmittag »
Ein definitives "kommt drauf an"...
Was ist für dich Qualität?
Mein aktueller Bogen kostet ungefähr doppelt so viel wie der, den ich davor geschossen habe, deshalb schieße ich aber keinen einzigen Punkt mehr, er macht mir nur mehr Spaß.
Beispiel im "billigen" Segment: hier wird z.B. der Black Hunter von vielen geliebt, für mich war er einer der schlechtesten Bögen die ich je geschossen habe.
Beispiel im "teuren" Segment: von Border Wurfarmen habe ich für den aufgerufenen Preis mehr erwartet.
Der Preis sagt fast gar nix, außer vielleicht das in Handarbeit teure Rohstoffe verarbeitet wurden und / oder nur eine Kleinserie gebaut wurde.
Ich würde einen Bogen nicht nach seinem Preis auswählen, da sind andere Eigenschaften wichtiger.

Gruß, Andi
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Offline Steff

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #3 am: November 07, 2018, 03:16:44 Nachmittag »
Ich fang mal so an  :beer:

Es gibt große Unterschiede in der Leistung, aber die ist preisunabhängig.

Ich besitze tolle Bögen für um die 300 Euro.

Optisch gibt es dann preislich nach oben kaum Grenzen.

Eine gute Haptik, angepasste Griffe, etc. , gibt es bei Custombögen schon für wenig Geld.

Viel spielt sich beim Bogenkauf im Kopf ab, mit viel Emotionen, daher eingangs  :beer:

Viel Spaß
Steff


Offline JanL

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #4 am: November 07, 2018, 03:22:01 Nachmittag »
.... und überhaupt braucht es einen Grund für einen weiteren Bogen …  ;D

Wieso? Verstehe ich nicht.

Ist doch ganz einfach. Wie Du schon geschrieben hast: es greift IMMER die +1-Regel   8)


Zur Frage:

Es kommt darauf an, dass der Bogen zu dir passt.
Also kann man die Frage nicht so pauschal beantworten.

Ich würde aber erst so viel Geld ausgeben, wenn ich weiss, was ich will und auch erst wenn ich mein endgültiges Zuggewicht erreicht habe.


Aber es gibt sooo tolle "Stangenbögen" in der oberen Kategorie, die man für faires Geld auch gebraucht bekommt.

Ich habe mir dieses Jahr eine Martin Mamba und kürzlich erst einen Fred Bear Patriot (Byron Ferguson Signature) zugelegt.
Bin Total happy damit. Ich habe jeweils um die €250,00 bezahlt. Beide sind in einem absoluten Top Zustand.
Und beides sind Bögen, die ich schon immer haben wollte.
Der Neupreis liegt jeweils zwischen 600 und 700 Euro

Manch eine/r verkauft ja auch mal einen Custombogen zu einem gutem Kurs. Wenn so einer passt. Warum nicht.
Ich z.B. habe mir vom Carsten Friedrich schon 3 Bögen bauen lassen. Einen LB und 2 Recurves.
Keiner davon ist mehr in meinem Besitz. Aus unterschiedlichsten Gründen. Aber tolle Bögen waren das.

Man muss halt die Augen offen halten und etwas Glück haben


Manche Bogenbauer bieten auch Kurse an. Auch für Glasbelegte Bögen.
Haben hier schon einige hinter sich.
Meinen Mephisto habe ich in so einem Kurs selbst gebaut. Wir sind quasi ein Kopp und ein Ar**h.
Weil ich mir alleine 3-4 Stunden für das finale Ausarbeiten des Griffs Zeit genommen habe.
Freitag nachmittags angefangen, und Sonntag Abend war er schussfertig.
Allerdings teilweise bis spät in die Nacht gearbeitet.

Macht Laune

« Letzte Änderung: November 07, 2018, 03:35:27 Nachmittag von JanL »
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Offline Waldgeist

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #5 am: November 07, 2018, 03:30:14 Nachmittag »
Vielleicht hast Du mal Lust Dir die Beiträge anzuschauen:

https://www.archers-campfire.rocks/index.php?topic=1865.0

Da findest Du u.a. `ne Menge Antworten zu Deiner Fragestellung.
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Offline BT

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #6 am: November 07, 2018, 03:33:25 Nachmittag »
Mein aktueller Bogen kostet ungefähr doppelt so viel wie der, den ich davor geschossen habe, deshalb schieße ich aber keinen einzigen Punkt mehr, er macht mir nur mehr Spaß.

Besser kann ich Qualität nicht beschreiben.   :GoodJob:

Treffen geht auch mit Einsteigerbogen. Die Möglichkeiten des Falco Triumph reize ich nicht aus und Turniere will ich nicht gewinnen aber haptisch ist es einfach klasse den günstigen Bogen aus der Hand zu legen und mit einer Klasse besser durch den Parcours zu laufen.

Offline BT

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #7 am: November 07, 2018, 03:49:41 Nachmittag »
Mit den Auswahlkriterien für Bogenkauf habe ich mich beschäftigt.
Bei modernen Langbögen werde ich vorläufig bleiben und das Zuggewicht will ich auch nicht zwingend steigern.


Aber es gibt sooo tolle "Stangenbögen" in der oberen Kategorie, die man für faires Geld auch gebraucht bekommt.

Manch eine/r verkauft ja auch mal einen Custombogen zu einem gutem Kurs. Wenn so einer passt. Warum nicht.


Das ist der Punkt, wenn ich einen optisch passenden Custombogen wie z.B. einen von Carsten Friedrich zu einem guten Kurs finde könnte ich schwach werden. Aber dann habe ich i.d.R. keine Möglichkeit zu testen und es ist immer noch viel Geld.
Wenn ich dann im Parcours stehe und kaum einen Unterschied merke, entweder weil es sich besser anfühlt oder weil der Bogen mir hilft sauberer zu schießen, ist das Geld verschwendet.

Offline rso

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #8 am: November 07, 2018, 03:59:41 Nachmittag »
Ich habe momentan 6 Bögen an der Wand hängen.
Davon hab ich einen neu gekauft, den ersten. Alle anderen gebraucht.
Da sind -für mich- paar sehr schöne Sachen dabei... ein Redman, ein DH Hunter, ein Bear Grizzly.

Aber mit welchem schiesse ich am meisten und im Zweifel auch am Besten?... mit nem Teil, das ich mal bei ebay für 80€ geholt habe, ein alter gebrauchter PSE Black Hawk (letztlich nichts anderes wie ein profaner FernOst-Import Stangenbogen).

Was das Herz sagt und was letztlich trifft sind manchmal zweierlei Dinge.

Und nochwas: Bei nem Bogen, der dich vorher nicht arm gemacht hat, halten sich auch die Tränen in Grenzen, wenn er mal umfällt, jemand drüber stolpert usw.  Finde ich ganz angenehm  ;)

(Achja, bei ner Mamba in RH mit 40lbs würde ich sofort schwach werden)  8)
cu

Rainer

Offline aquadrat

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #9 am: November 07, 2018, 04:05:44 Nachmittag »
Dann ist der richtige Zeitpunkt wohl noch nicht gekommen. Irgendwann siehst du irgendwo einen Bogen den du spannend findest und den du auch anfassen und vielleicht sogar schießen darfst. Dann kommt vielleicht die Erkenntnis, "ist ganz nett, aber brauch ich doch nicht", oder "so was in der Art muss ich haben". Dann weißt du schon viel genauer nach was du suchst. Oder du springst ins kalte Wasser, kaufst irgendwas was dich interessiert und verkaufst nach einer Zeit wieder. Oder hast Glück gehabt und einen Volltreffer gelandet, so ging es mir mit dem Vorgänger meines aktuellen Bogens.
Obwohl ich schon länger keinen Bogen mehr für mich suche, teste ich alles was ich in die Finger bekomme. Bisher hat noch kein Schütze zu mir gesagt "nein, darfst du nicht anfassen", die meisten lassen mich sogar schießen.

Gruß, Andi
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Offline JanL

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #10 am: November 07, 2018, 04:18:32 Nachmittag »
(Achja, bei ner Mamba in RH mit 40lbs würde ich sofort schwach werden)  8)

Die Mamba ist absolut geiler Bogen.
Aber sowas von zickig.  ;)
Die verzeiht nichts.

Wenn Du eine gebrauchte findest, sollte sie nicht jünger als 2010 sein.
O-Ton Archery Direct. Die haben mir ernsthaft gesagt, dass die neuen alle Schrott sind.
Ich hatte 2 angeboten bekommen. Habe die Seriennummern an AD in HH geschickt und die meinten, dass ich beide bedenkenlos kaufen könnte.
Da die eine in Österreich war und die andere in Landshut habe ich die 2. genommen. Die war auch in einem etwas besseren (eigentlich absolut neuwertigem) Zustand.
Und wie es der Zufall wollte, hatte ich in der Nähe zu tun. angeschaut, angefasst, probegeschossen.......damit war es um mich geschehen.
Beide hatten allerdings  50# . Also 10 mehr als Du suchst.


So.
Nun ......   :ontopic:
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Offline carpe noctem

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #11 am: November 07, 2018, 06:01:56 Nachmittag »
Ich kann dir aus eigener Erfahrung berichten.
Samick Devastator mit 50# auf den Fingern zu Cobra von Rudi Weick mit der gleichen Pfundzahl auf den Fingern.
Mangels Rohschäfte die selben Pfeile genommen, damals GT traditional.
Lockeres einschiessen auf 20m ..... hmm so groß ist der Unterschied jetzt nicht ( außer wesentlich mehr Komfort und Schussruhe)
Also den Vereinsparcors mal zum Testen geschossen. Ab 35 -40m lagen die Schüsse alle zu hoch weil die Parabel viel gestreckter war.
Ich war bei 45m locker einen halben Meter zu hoch.
Dauergrinsen bei mir.


Also der Schritt von der Einsteigerklasse 300-400€ zu den gehobenen Bögen lohnt sich meiner Meinung schon sehr.
Egal ob von der Stange oder vom Bogenbauer deines Vertrauens.
Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.

Thomas Morus 1478-1535

http://feldbogenclub-hamburg.de/

cweg

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #12 am: November 07, 2018, 06:53:10 Nachmittag »
Mein ehemaliger Falco Trophy Carbon gegen meinen ehemaligen Kienle Togiak:

Gebraucht, 300,- zu 750,-
45#( Falco) und 44#(Kienle)
Der Kienle hat viel mehr Dampf, die Pfeile gruppieren auch noch über 30m, kaum Handschock, und butterweicher Auszug.
Der Falco hat bis max 25m Spaß gemacht.

Alpsbow Shadow, gebraucht 300,- vs. Alpsbow Shadow Special Techno, neu 890,-
50# (Shadow) und 44# (Shadow Special)
Der Shadow wäre schon mein Traumbogen gewesen, wenn er 5# weniger gehabt hätte, nicht bei 29" gestackt hätte und er etwas schwerer gewesen wäre.
Der Shadow Special bietet alles was ich wollte und mehr Bogen brauche ich nicht mehr. Wäre ich nicht so überzeugt von dem Bogen, hätte ich nie neu gekauft und nie so viel Geld ausgegeben.

Ich glaube der Sprung 300,- zu über 600,- ist ein großer, danach zählen die Feinheiten. Wenn ich im Vergleich zu meinen ehemaligen Hobbies wie Mountainbike, Gitarren, Saxophon, Pbotographie denke, sind wir im Bogenbereich noch im Schnäppchenbereich.

Nichtsdestotrotz macht viel Geld nicht gleich viel Bogen, es muss einfach passen.

Online Ari

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #13 am: November 07, 2018, 07:18:02 Nachmittag »
Nichtsdestotrotz macht viel Geld nicht gleich viel Bogen, es muss einfach passen.

Absolut!  :yes:  :agree:
Wenn du den Bogen in die Hand nimmst,
der Pfeil auf der Sehne liegt, ändert sich dein Leben! Instinkte werden geweckt, längst verschollen und unterdrückt. Du spannst den Bogen zum Kreis der alles umschließt
und im Moment des Lösens freigibt. Du bist der Bogen, du bist der Pfeil, du bist das Ziel!

Wolverine

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Re: Unterschied Bögen der 300 Euro Klasse zu deutlich teuren Modellen?
« Antwort #14 am: November 07, 2018, 07:27:35 Nachmittag »
Nichtsdestotrotz macht viel Geld nicht gleich viel Bogen, es muss einfach passen.

Absolut!  :yes:  :agree:


so ist es :agree: