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Den Weg der Erfahrung kann man nicht mit Geld und Material aufwiegen - denn nichts anderes ist diese Diskussion um mehr Geschwindigkeit und eine flachere Flugbahn. Das wäre so, als würde man einen Porsche kaufen um ein besserer Autofahrer zu sein. Kann man machen, kompensiert aber die schlechten Fähigkeiten von einem selbst nicht. Wer aber bereits ein guter Autofahrer ist, kann aus dem Porsche sogar noch was rausholen.
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ja - ich bin in vielen Bereichen bei dir
und nein

Einstellung:
Demut, für mich der falsche Begriff hier. Sei dir bewusst, dass du nicht alles kannst, aber fordere dich jeden Tag heraus!
Material:
Nehmen wir dein Bild: die Frage ist nicht ob Golf oder Porsche. Wir sind hier genau in der Diskussion, welche Reifen du gerade auf den Gruppe N Porsche packst und wie du das Fahrwerk abstimmst, wenn du nicht auf dem Nürburgring, sondern auf der Schotterpiste fährst.
Wenn du nicht fahren kannst, wirst du nicht auf der Piste bleiben.
In dieser Diskussion sind stabiles und gefestigtes Schießsystem und saubere Schießtechnik gesetzt. Die Diskussion ist sinnlos, wenn du nicht bei bekannten Entfernungen und egal bei welchem Wetter, Winkel, Wettbewerb den Pfeil auf den Punkt setzt. Die Frage ist sehr eng gefasst uund geht darum, auf welchen Bereich (oben ausreichend geschildert) du dein System abstimmst und in welchem Bereich du die "kleinen Ungenauigkeiten" am besten anders ausgleichst.
Ich habe leider nicht die Zeit und Materialmöglichkeiten, alle Varianten auszuprobieren - kein Sponsor und noch ein Leben neben dem Bogensport. Ansonsten würde ich vmtl. wirklich hingehen und mehrere Kombinationen aus Mittelteilen/Wurfarmen/Schäften/Spitzen/Befiederung ausprobieren - auf der Wiese, im Wald, auf alle Distanzen, Winkel, Standbedingungen usw. Und wenn ich die Möglichkeit hätte - dann hätte ich sogar verschiedene abgestimmte Setups je nach Wetter
Über die Zeit habe ich eine ganze Reihe von verschiedenen Schäften/Spitzen/Befiederungen/Sehnen/Griffen/Tabs gesammelt und ich finde es faszinierend wie unterschiedlich Schäfte reagieren, selbst wenn sie auf dem Papier nahezu gleich sind. Als Beispiel mal Aurel Agils, Skylon Phoric, Sphere Ghost, Speed Demons - alles leichte 6.2mm Schäfte, aber im Endeffekt sehr unterschiedlich und nimmst du jetzt noch den Spine dazu und schaust dir mal 500/550/600 an wird es schon wild. Spielst du jetzt noch mit Spitzengewicht, Insertlänge, verschiedenen Befiederungen, dann wirst du in diesem Jahr nicht mehr fertig.
Daher zurück zur Einstiegsfrage:
Welches Setup und warum, auf welchen Bereich stimmst du das Material ab, weil es welchen anderen Bereich dann weniger beeinflusst?
Ab wann wird ein System fehleranfälliger?
Wir sind uns vmtl. einig, dass es wenig Sinn macht mit einem Hallensetup mit langen, dicken, schweren Pfeilen mit großen Federn in einen 3D Parcours zu gehen - ein Ende einer Glockenkurve, das andere Ende sind vmtl die erwähnten DK Gungnirs mit einem möglichst weichen Spine, geringem Gewicht und leichter Spitze - wie oben beschrieben favorisiert bei den Schützen, die ihren Bogen bis an den Anschlag quälen. Die für mich optimale Lösung liegt irgendwo dazwischen, nur wo?
Basierend auf der Diskussion hier und meinen ersten Tests habe ich für mich im Bereich unter 25/30m festgestellt, dass es egal ist, mit welchem Setup ich schieße. Wenn ich mich in dem Bereich um plus/minus 5m verschätze, weichen die Pfeile nahezu gleich ab - das ist im Bereich von 1-2cm Unterschied und das ist bei meiner "normalen" Streuung egal. Auf die Distanz macht auch Spitzengewicht und Befiederung nahezu keinen Unterschied.
Jetzt gehen wir auf die weiteren Distanzen. Auf dem Papier macht es einen Unterschied - wurde ja schon weiter vorne gut simuliert und Simulationen sind nett, aber nicht entscheidend. Ein schneller Pfeil hat, wenn ich mich wieder um plusminus 5m verschätze, ca. 50% weniger Abweichung, was bei mir zB 25cm statt 50cm bedeutet. Also wohlgemerkt: Sollte ich keinen anderen Fehler ausser der falschen Entfernung machen, dann ist der schnelle Pfeil ggf. noch ein Kill, der langsamere Pfeil nicht mehr. In der Theorie! Jetzt kommt ein indivudueller Faktor dazu, die Gruppierung. Wie stark/leicht/oft weicht mein Pfeil wie weit ab? Wieder ein Beispiel: Wenn ich in der Halle mit meinem langsamen Hallensetup einen Pfeil verreiße, dann ist der immer noch im "Roten". Wie sieht das mit schnellen Pfeilen auf 50m aus? Weiß ich nicht, muss ich testen.
Für das Feld - mit bekannten Distanzen - habe ich das durch. Aber für 3D suche ich den passenden Ansatz. Und um jetzt mal für mich (persönlich) diesen ganzen Diskussionsverlauf zusammenzufassen: Ich habe nichts gelesen, was mich davon überzeugt hat, nicht mit einem leichten schnellen Setup zu spielen - ausser vielleicht der Preis der Gungnirs

Jetzt muss nur mal das Wetter passen, dass ich den Hintern hinter dem Ofen und vom Sofa bekomme.