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3D (nach DFBV) - Setup für Systemschützen


Offline puschel

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Hi,

die Fragen sind alle spezifisch für Blank-Systemschützen und sehr theoretisch :)

Ich möchte mir ein (für mich) gutes Setup für das 3D-Schießen nach DFBV-Regeln aufbauen (also alles zwischen 10 und 60yd, alle weiten Schüsse sind Walk-Ups), die Entfernungen sind unbekannt aber auf feste Ranges eingegrenzt. Man darf seine Abgriffe etc aufschreiben und mitnehmen.
Wenn man das Regelwerk zusammenschreibt, dann habe ich folgendes Szenario:
pro Runde:
6x Grp1 Walk-Up 1. Flock zwischen 45 und 54m, Killhöhe > 25cm
6x Grp2 Walk-Up 1. Flock zwischen 35 und 41m, KH 20-25cm
8x Grp 3 Fix - Flock zwischen 18 und 32m, KH 15-20cm
8x Grp 4 Fix - Flock zwischen 9 und 18m, KH <15cm, kleinstes Kill bei Franzbogen und SRT ca. 4cm
Also alles recht gleichmäßig verteilt.

Jetzt kommen meine Fragen:
Wo macht man den größten Schätzfehler bei den Entfernungen?
Wo wirkt sich ein Schätzfehler am meisten aus?

Ich habe jetzt verschiedene Ansätze, wenn ich ein langsames/stabiles Setup (ca. 200ft/s) aufbaue, habe ich Vorteile auf die kurzen Entfernungen, da der Pfeil schnell stabilisiert und ich auf den kurzen bis mittleren Entfernungen geringe Sprünge im Abgriff/Flughöhenänderungen habe.
Wenn ich ein schnelles System aufbaue (>250 ft/s), was ja im Moment gehyped wird (BSW/Sillmann/...), dann habe ich Vorteile auf die weiten Entfernungen, aber das System ist zickiger.

Meine Überlegung geht jetzt in die Richtung, dass ich mich auf die Entfernungen unter 30m selten um mehr als 2m verschätze. Bei den Entfernungen über 40m fällt es mir dagegen recht schwer, insbesondere in unbekanntem Gelände, überhaupt nahe an die echte Entfernung ranzukommen. Daher würde ich derzeit in Richtung "schnelles System" tendieren.
Jetzt ist 3D nicht wirklich mein Thema. Die Entfernungen sind zwar ähnlich zum Feld, aber im Feld hast du 3 oder 4 Pflichtpfeile und da ist die Wiederholbarkeit spannend. Im Feld ist auch eigentlich nie die Entfernung unbekannt. Aber jetzt möchte ich 3D "lernen" und da ist für mich die Frage, was der "bessere" Ansatz ist. Ausschießen von kurzen Entfernungen ist für mich weniger das Problem, schätzen lernen von großen Entfernungen ist eher etwas, was ich nicht für wahrscheinlich halte.
Welcher Ansatz ist der einfachere um den ersten Pfeil aufs Tier zu bekommen?
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Mybo Mykan 27/Uukha Omega - 41#@30''
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Offline BSCausBKK

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Ich hab die gleichen Probleme
DBSV, da gehts bis 50m
Und ich schiesse Jagdbogen, also nix Stringwalking

Ab 42m wirds bei mir dramatisch, ich hab nur 192fps, zwischen 40 und 50m habe ich rund 80cm Höhenunterschied

Deshalb notgedrungen für diese Saison ein deutlich schnellers Setup, ich möchte mindestens 225fps erreichen

Bisher 24# WA, dieses Jahr 30# oder 32# und dann wie bisher die leichtest möglichen für den Bogen erlaubten Pfeile (7gpp)


Offline Kuckingen

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Die Profis schätzen nicht, sie rechnen. Dafür gibt es Möglichkeiten.


Offline The Barebow Factory

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Ich habe für mich folgenden Kompromiss gefunden.
Ich habe einen Nullpunkt bei 40m und schieße Gap-Shooting mit intuitivem Anteil.
Also decke ich alles ab, was Kategorie 2-4 beinhaltet.

Bei Kategorie 1 schätze ich und habe dafür verschiedene Haltepunkte ausgeschoßen.
In der Regel steht bei Kategorie 1 auch ein entsprechend großes Ziel, sodaß bei einem Schätzfehler zumindest noch ein Körpertreffer drin ist.
Es sind zwar 6 Ziele, aber nicht alle stehen auf Max. Außerdem sind es Walk-Ups, wodurch ja selbst bei Max, die Entfernung grob um einige Meter verkürzt wird.

Mein Motto:
Die entscheidenden Punkte schießt du auf den nahen Entfernungen. Alles was an Kills bei Kat. 1 dazukommt ist Bonus.
The Barebow Factory
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Offline Grombard

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Wenn du System schießt ist sicher das schnellste Setup, was du noch sicher beherrschen kannst Ziel.
Also: wenn du mit einem 240fps Setup auf bekannte Entfernungen sicher und reproduzierbar genau so enge Gruppen schießen kannst wie mit 200fps... Go for IT!
Wenn die Gruppen schlechter werden oder öfter "Ausreißer" dabei sind, dann bringt dir der Speed am Ende wahrscheinlich keinen Vorteil und du lässt dann auf die nahen Distanzen die Punkte liegen, die dir der Speed auf die Weiten Ziele bringt.

Gerade beim Stringwalking könnte ich mir vorstellen, dass ein "auf Kante" abgestimmtes sehr leichtes System auch schnell Fehler produziert.

Dann im Zweifel lieber ein besseres System für's "schätzen" aneignen.

Das mit dem Stringwalking wollte ich selbst auch testen (um meine Wurfarme auf Tauglichkeit zu prüfen).
Ich werde damit aber nicht warm.

Jürgen hat mir die Tage ein super "System" gezeigt, das für mich (wenn ich irgendwann mal n bissel trainiere) sehr gut funktioniert.
Ich bin aktuell nur mit 31# adF und ca 9gpp unterwegs.
Da kommen natürlich keine obszönen Speedwerte heraus.
Wenn ich das irgendwann sicher beherrsche und besser im Training stehe, werde ich mir sicher auch was mit um 220fps bauen.

@BSCausBKK: du willst mit 7gpp auf 225fps kommen? Das dürfte anspruchsvoll werden.
Bin gespannt ob du das hinbekommst. Wie lang ist dein Auszug? Du schreibst 30# Wurfarme. Aber bestimmt nicjtb30# adF, oder? Was kommt denn da für ein Zuggewicht auf den Fingern raus?
irgendwas is ja immer


Offline Long John

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Hallo Puschel,

ich gebe zwei Sachverhalte zu bedenken:
1. Die Mindestentfernungen gelten nur in der Drei-Pfeil-Runde. Bei Hunter und Doppelhunter (in denen i.d.R. die Meisterschaften entschieden werden) können die Ziele auch kürzer stehen und tun es häufig auch.
2. In einer 28er Runde sind 16 Ziele Kat. 3 und 4, also kurze Entfernungen, bei denen man recht wenig Schätzfehler macht bzw. kaum schätzen braucht. Wie Jürgen schon schrieb, sind das die Ziele, bei denen man die meisten Punkte holen kann (und sollte).

Natürlich verschätzt man sich bei weiter gestellten Zielen schneller, und Fehler machen sich auch stärker bemerkbar. Und ein Kill auf 50 Meter zu schießen fühlt sich besser an, als eines auf 25 Metern.
Ich schieße selbst ein System, das mehr auf Präzision ausgelegt ist als auf maximale Geschwindigkeit. Und werde damit meistens nicht Letzter  O:-) ;)
TRB: Blumhofer X Master XTX 68", Blumhofer ILF 70" mit diversen Wurfarmen u.a. von Grombard, Border, DK
Langbogen: DerBow Verus 68"
Hybrid: Falco Saga 68"
Olympic Recurve: Hoyt Prodigy XT 72"
Quotenzwerg: Bodnik Custom Hawk 62"


Offline BSCausBKK

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@BSCausBKK: du willst mit 7gpp auf 225fps kommen? Das dürfte anspruchsvoll werden.
Bin gespannt ob du das hinbekommst. Wie lang ist dein Auszug? Du schreibst 30# Wurfarme. Aber bestimmt nicjtb30# adF, oder? Was kommt denn da für ein Zuggewicht auf den Fingern raus?

Bei den #24ern liege ich bei rund 30lbs adF
Die #30er schiesse ich aktuell als Zweitbogen im Training in gleicher Pfeilmenge, scheint zu funktionieren (nur auf 18m)
Die 24er sind allerdings mit Tillerschraube kpl. drin und die 30er WAs mit Schraube max. draussen, daher ist der Unterschied im Moment mit Sicherheit noch zu gering.
Letzten Sommer hat es noch nicht funktioniert da ja 7gpp bei #30ern auch schwerere Pfeile bedeutet und die Gruppen bei den #24ern einfach besser waren.
Deshalb trainier ich jetzt schon damit, mal schauen


Offline puschel

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Hi,
gute Punkte, besten Dank
Bei den meisten Punkten bin ich dabei - für das Feldbogenschiessen habe ich auch ein präzises, eher langsames und fehlerverzeihendes System. Wenn die Entfernungen bekannt sind (oder berechenbar) dann ist alles prima.
3D beim DFBV hat leider nur unbekannte Distanzen und bei den Schätzmethoden bin ich nicht wirklich gut - und die „Rechenmethoden“ verlangen im Endeffekt, dass man die Maße der Tiere lernt, dazu bin ich definitiv zu faul.
Punkte auf kurze und mittlere Distanzen sind Pflicht, da stimme ich zu.
Mein ganzes Gegrübele geht in die Richtung, das ich entweder die Fehler auf große Distanz verringere - mit mehr Geschwindigkeit bei mehr Zickigkeit oder die Präzision optimiere, aber dann riskiere, gerade in den Hunterrunden daneben zu liegen.
Wenn man sich derzeit die üblichen Verdächtigen bei Meisterschaften ansieht oder die Contentproduzenten, dann ist mehr Tempo gut, noch mehr Tempo besser…
Aus dem Bauch wäre mein Ansatz jetzt auch eher dafür zu sorgen, dass ich auf größere Strecken den Pfeil auf dem Tier habe. Wenn mich das allerdings dann auf kurze Distanzen 2 Kills kostet, ist das alles denn Aufwand für ein neues Setup nicht wert ;)
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Mybo Mykan 27/Uukha Omega - 41#@30''
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Offline Grombard

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Jupp.
Ein schnelles Setup muss auch beherrscht werden.
Wenn auf 15m mit dem langsamen Setup alles 10er und 9er sind und beim schnellen dann oder oder gar 7er dabei sind.
Oder halt auf dem Tier statt dem Inkill öfters ein einfaches Kill dazwischen ist....
Nützt der Speed gar nix.
Dann lieber auf die nahen Ziele die sicheren Punkte mitnehmen und auf die weiten Ziele auf Beinlinie bleiben und wenn's zu kurz ist halt "nur" einen Körper treffen.

@BSCausBKK
Hast du einen recht kurzen Auszug? Oder warum kommst du mit 30# und 7gpp "nur" auf 190fps?
« Letzte Änderung: Heute um 09:06:57 Nachmittag von Grombard »
irgendwas is ja immer


Offline cweg

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Ich habe 38# auf den Fingern, schieße 600er VAPs und mein POA ist bei 55m. Keine Ahnung wieviel gpp das sind, durch nen Chrono habe ich auch noch nie geschossen.

Bei 3D achte ich immer nicht nur auf die Entfernung, sondern achte auch aufs Licht, Geländebesonderheiten, wie Senken, kleine Hügel zwischen mir und dem Ziel und so weiter. Gerne unterhalte ich mich mit meinen Schießkumpel darüber, auch messe ich sporadisch mit dem Entfernungsmesser nach. Auch unterhalten wir uns, was wir beim Schätzen alles beachtet haben. Witzig dabei, dass wir manchmal unterschiedlich schätzen, aber jeder seine Entfernung richtig abgreift und gut trifft. Sind wir auf einem unbekannten Parcours unterwegs und stehen vor einem anspruchsvollen Schuss, reden wir auch drüber, zB das dieser Schuss an den und den auf unserem bekannten Parcours erinnert. Das alles hilft und auch gerade bei weiteren Entfernungen.


Offline Landbub

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Es helfen nur 2 Dinge
1) Flugparabel abflachen durch eine höhere Pfeilgeschwindigkeit. "So baust du die schnellsten Pfeile": https://youtu.be/rWzaPIJVF88
2) Methoden zur Abstandsermittlung üben : https://youtu.be/QUpVRrSvkwg

Man kanns drehen wie man will, darauf läuft es raus. Bestmöglich  schätzen und den Einfluss der verbleibenden Schätz-Ungenauigkeit minimieren.
Abonniert bitte https://www.youtube.com/@ArcheryGirls
Das motiviert meine Jugendgruppe ganz enorm, hier weitere Videos zu produzieren.

Beherrscht du deinen Bogen oder beherrscht er dich? So findest du deine ideale Zugkraft: https://youtu.be/-8xkYqie5x8


Offline BSCausBKK

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@BSCausBKK
Hast du einen recht kurzen Auszug? Oder warum kommst du mit 30# und 7gpp "nur" auf 190fps?

30 adF waren es letzen Sommer, und das Messgerät hat gut funktioniert
die Pfeile sind auch ab 40 Meter im Steilflug nach unten
bei 50m musste ich mindestens 80cm über X halten, das ist nicht mehr spassig und hat im Turnier nicht ausreichend funktioniert


Offline The Barebow Factory

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Ich habe mich für ein mittelschweres Setup entschieden. Ist ein Kompromiss zwischen Schnelligkeit und Genauigkeit.
Habe 42 lbs adF und 235 gn Pfeile. Damit komme ich auf 235 fps.
Speed ist nicht alles. Mir ist Präzision aus den oben genannten Gründen wichtiger.

Am Ende muss jeder für sich das ideale Setup finden. Sorry. Aber es gibt nicht die „eine“ Lösung.

Grüße Jürgen
The Barebow Factory
www.thebarebowfactory.de