Archers Campfire

3D (nach DFBV) - Setup für Systemschützen


Offline The Barebow Factory

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Je flacher die Flugbahn wird, desto >>genauer<< muss man sein Pfeil, mit welchem System auch immer, ins Ziel halten.
Eine flache Flugbahn ist keine laserpointerähnliche Garantie, dass der Pfeil perfekt ins Ziel fliegt - im Gegenteil. Es schleichen sich gar mehr Fehler ein, weil das Equipment die Arbeit übernimmt und man selbst nicht mehr denkt, arbeitet und sich verbessert. Anstatt sich selbst zu verbessern, wird das Equipment verbessert. Das ist der Kern von Faulheit.
Das heißt: Irgendwann ist der Pfeil so schnell und die Ballistik so flach, dass man die Pfeilspitze gar Millimeter-genau ins Ziel halten muss.
Richtig, das passiert über eine längere Strecke recht linear und konstanter, verzeiht aber keine Fehler.

Daher mal ein Anreiz in die andere Richtung:
Eine stärkere ballistische Kurve erlaubt es einem die Punkte zum zielen zu separieren - was mehr in ein System zum zielen passt.
Stellt Euch ein Compoundbogen mit Pins zum zielen vor. Eine extrem flache Flugbahn bedeutet, dass alle Pins nahezu aufeinanderliegen. Sich so fein auszurichten ist schwierig und lässt einen eher das Distanzen-Schätzen verlernen.
Wird der Pfeil schwerer und damit die Pfeilflugbahn ballistischer, so können die Pins zum zielen sichtlich separiert werden. Das macht das Arbeiten mit Zielsystemen einfacher. Also egal ob Gap-Shooting, String-Walking, Face-Walking, und was auch immer nicht-intuitiv genutzt wird - irgendwo "zielt" ihr ja. Wer gut darin ist Distanzen schätzen zu können oder mit Erfahrung die Distanzen erkennen kann, dem ist eine stärkere ballistische Kurve beim aktiven Zielen vielleicht eher von Vorteil.

Persönliche Meinung:
Bitte hört auf die Probleme des Schützens immer auf das Material abwälzen zu wollen. Das Problemlösen ist die ursprüngliche Neugier eines jeden Schützens um besser zu werden. Distanzen zu schätzen ist beim 3D-Schießen ein Problem und damit eine Grundlage die man erlernen muss. Sowas kann man intuitiv machen oder sich auch Systeme dafür ausdenken. Aber das Problem bleibt vorhanden und der Schütze selbst muss das Problem lösen (Der Bogen wird kaum für einen denken). Den Weg der Erfahrung kann man nicht mit Geld und Material aufwiegen - denn nichts anderes ist diese Diskussion um mehr Geschwindigkeit und eine flachere Flugbahn. Das wäre so, als würde man einen Porsche kaufen um ein besserer Autofahrer zu sein. Kann man machen, kompensiert aber die schlechten Fähigkeiten von einem selbst nicht. Wer aber bereits ein guter Autofahrer ist, kann aus dem Porsche sogar noch was rausholen.
Und Hand aufs Herz, die wenigsten von uns sind so fortgeschritten, mich eingeschlossen.

Daher lasse ich das mal da:
Demut ist eine Tugend die heut' zu Tage viel zu selten wertgeschätzt wird.
Demut vor sich selbst und seinen Fähigkeiten. Und die einhergehende Ohnmacht gegenüber Problemen, deren Gipfel man hinter den Wolken der Unvernunft nicht erkennen kann.

:agree:
Danke für deine Worte, die genau das beschreiben, was mir bei dieser Art Diskussion immer in den Sinn kommt.

Was gerne auch ausgeblendet wird, dass ein äußert leichtes Setup (und ich spreche da von deutlich unter 4 gpp) auch den Bogen an seine Grenze und vielleicht darüber hinaus bringt. Egal, ob Bögen aus "Panzerholz", Alu oder Carbon. Jedes Material hat irgendwo seine "Sollbruchstelle". Und ab da wird es gefährlich für den Schützen oder den Mitschützen, der mit am Pflock oder der Linie steht.

Man sollte mit diesem Wettrüsten aufhören und sich wieder mehr auf das Trainieren seiner Fähigkeiten besinnen. Da gibt es genug Baustellen.

Just my 2ct.
Jürgen
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Offline Waldgeist

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Offline Long John

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"Aber für 3D suche ich den passenden Ansatz. Und um jetzt mal für mich (persönlich) diesen ganzen Diskussionsverlauf zusammenzufassen: Ich habe nichts gelesen, was mich davon überzeugt hat, nicht mit einem leichten schnellen Setup zu spielen - ausser vielleicht der Preis der Gungnirs ;)"

Wenn Du eine in jeder Situation saubere Technik und auch mit leichten Pfeilen gute Gruppierung hast, spricht nichts dagegen.
In jeder Situation heißt aber:
- beim Schräg am Hang stehen
- bei Bergauf- und Bergabschüssen
- wenn es stürmt und regnet
- wenn Du vor Kälte kaum die Finger aufbekommst oder Dir der Schweiß die Rinne runterläuft
Da wird ein fehlerverzeihendes Setup im Vorteil sein.
TRB: Blumhofer X Master XTX 68", Blumhofer ILF 70" mit diversen Wurfarmen u.a. von Grombard, Border, DK
Langbogen: DerBow Verus 68"
Hybrid: Falco Saga 68"
Olympic Recurve: Hoyt Prodigy XT 72"
Quotenzwerg: Bodnik Custom Hawk 62"


Offline Bambus

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  • Ich bin Choleriker, zeigs es aber nicht ...

@Gartenpinguin, du schreibst mir aus der Seele. Vielen Dank für diesen Text!

Zitat

Man sollte mit diesem Wettrüsten aufhören und sich wieder mehr auf das Trainieren seiner Fähigkeiten besinnen. Da gibt es genug Baustellen.

ergo, mehr Mensch weniger Technik :agree:
Vielleicht fällt mir ja noch was ein...


Offline stöckchenschubser

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Ich kann zwar nur aus der Compound blank Ecke berichten. Dort hatte ich meinen Nullpunkt auf 54 Meter angelegt.
Fakt ist, je kleiner das Gap zwischen Kurzdistanz und Nullpunkt ist das Optimum.