Autor Thema: Warum so wenige Feldbogenturniere?  (Gelesen 2653 mal)

Offline HarryS

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #15 am: Januar 04, 2019, 10:50:58 Nachmittag »
70m auf 60cm? Das erscheint mir auch extrem schwierig. Vielleicht liegt es ja daran.

Ein Parcours auschließlich mit 20 solchen Klötzen, fantasievoll aufgestellt, würde mich sehr reizen.

Hallo

Also es sind immerhin 65cm, dafür aber auch 73,15m das sollte doch spielend zu treffen sein.  :Achtung:

Das mit den kleinen Scheiben versuche ich gerade bei uns im Verein umzusetzen. Wir haben auf der Wiese und in der Hallo solche Lamellenscheiben, wenn die dann endgültig durch sind, lassen sich da immer noch 1-2 kleine Scheiben mit 50x50cm draus bauen. So werden es langsam aber sicher immer mehr von diesen kleinen Scheiben die sich bei uns im Parcour verstecken. Trotzdem müssen aber auch noch ein paar große Scheiben her für Schüsse zwischen 30m und 50m. Leider ist letzteres in unserem Gelände nicht ganz so einfach umzusetzen.
Ein weiterer Vorteil dieser "Babyscheiben", sie sind ähnlich schnell aufgestellt wie ein 3D Tier, brauchen keine riesen Fundamente und kosten nur ein wenig Zeit, sowie ein paar Latten und Schrauben.

Gruß Harald
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Offline Marcus (WÜ)

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #16 am: Januar 04, 2019, 11:07:12 Nachmittag »
In meiner Ecke gibt es zahlreiche 3D-Parcours, mir ist aber kein Feldparcours bekannt. Ich habe auch noch nie einen geschossen, aber im Rahmen der Bogensportleiter-Ausbildung ein paar Scheiben stellen müssen. Das ist schon eine Arbeit, die man bei 3D nicht hat - auch wenn unser Trainer mir einen lustig-spannende Rolltechnik vermittelt hat.

Vom Schießen her ist es für Wettkampfschützen wahrscheinlich spannender, weil ja jede Abweichung von der Mitte Punkte kostet, anders als 3D, wo 90% des Tieres immer 16 Punkte bringen.

Wir haben damals auch die 72m-Distanz gestellt, da gings auch noch brutal bergauf. Das wäre ein Schuss, der mich mal reizen würde. Können oder gar beherrschen, davon würde ich bei diesen Distanzen nicht sprechen. Aber reizen...

Nun schieße ich ja, und die überwiegende Mehrheit in meinem Verein, eher aus Spaß an der Freude, und weniger aus Wettkampfgedanken. Deswegen ist wohl bei uns 3D auch beliebt. Uns reizen auch keinen Gaurunden und blankes Scheibenschießen. Vielleicht auch weil wir ein junger Verein sind und keiner von uns so gut, dass man da irgendwas gewinnen könnte.
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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #17 am: Januar 05, 2019, 12:16:58 Vormittag »
Da mir der Wettkampfgedanke Freude bereitet, ist dies Teil der Freude. Daher taugen mir die IFAA Wertungen gar nicht. Das vermittelt ein falsches Gefühl von Können. Daher schieße ich mindestens bei 3D die WA-Wertung. 2 Pfeile müssen gut sitzen. Das gleicht etwas das normalerweise nicht übliche runde zentrische Wertungszonen der Tiere etwas aus.

Das macht Feld mit 3 Pfeilen so interessant. Schießen lernt man sowieso an der Scheibe. Wenn man gerade aus nicht treffen kann, dann schafft man es auch nicht bei 3D oder Feld im Gelände.

Offline zig_the_zag

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #18 am: Januar 05, 2019, 01:21:44 Nachmittag »
Ich denke das 3D Schießen ist aktuell beliebter als das Feldbogenschießen, weil viele 3D Bogenschützen (hier vor allem die Bogenklassen HB, LB, und TRB) nicht nur das präzise Bogenschießen im Blick haben, sondern auch viele andere trendige Freizeitaspekte damit assoziieren, als da wären Outdoorsport, Bushcrafting (Messer), DIY (viele Bogenschützen bauen sich ihr Equipment selber, Pfeile, Köcher etc.). Man fühlt sich beim Schießen auf Tierattrappen eher als archaischer Jäger oder Indianer, da passiert vieles unbewußt. Es ist das Gegenprogramm zur digitalisierten Welt.
Beim Feldbogenschießen geht es wirklich um die Präzision, man muß nicht nur einen Pfeil irgendwie auf dem Tier platzieren, sondern das Ergebnis am besten dreimal wiederholen, deshalb ist dieser Sport bei den Compoundern viel beliebter.
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Offline rso

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #19 am: Januar 05, 2019, 01:43:10 Nachmittag »
Interessant, was man da alles reininterpretieren kann (und vielleicht stimmt es ja für einige /viele sogar).

Ich sehe einen Parcoursbesuch oft auch als schönen und erlebnisreichen Waldspaziergang.
Und Tiere sehen im Wald irgendwie natürlicher aus als hässliche Scheiben... das Auge isst sozusagen mit.
Und ob man es glaubt oder nicht, es gibt auch 3D Schützen, die nicht nur irgendwie das Gummitier treffen wollen, sondern das Kill im Focus haben.  ;)

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Rainer

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #20 am: Januar 05, 2019, 02:41:48 Nachmittag »
Interessant, was man da alles reininterpretieren kann (und vielleicht stimmt es ja für einige /viele sogar).

Ich sehe einen Parcoursbesuch oft auch als schönen und erlebnisreichen Waldspaziergang.
Und Tiere sehen im Wald irgendwie natürlicher aus als hässliche Scheiben... das Auge isst sozusagen mit.
Und ob man es glaubt oder nicht, es gibt auch 3D Schützen, die nicht nur irgendwie das Gummitier treffen wollen, sondern das Kill im Focus haben;)

Das sind die Streber.  ;) :Achtung:
Natürlich freue ich mich wenn ich das Kill treffe, aber für mich ist der Spaß, die Bewegung in die Natur das was für mich das 3D Schießen so interessant und abwechslungsreich macht, und im gewissen Maße finde ich mich auch in dem Beitrag von zig_the_zag wieder.
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Offline aurelium

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #21 am: Januar 05, 2019, 03:24:02 Nachmittag »
Also mein Spassfaktor ist auch ein wenig das typisch jungs-mäßige Krach- und kaputt machen. Wenn es nicht so viele Pfeile kosten würde (und nicht so gefährlich wäre), täte ich liebend gern auf Blechbüchsen oder anderen Krempel schießen, der ordentlich Lärm macht. Je leiser der Schuss und je lauter der Einschlag, um so mehr Spass
:schuldig:

Die Idee mit den kleinen Feldwürfeln ist dagegen eher von Vernunft gesteuert.
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Offline Waldgeist

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #22 am: Januar 05, 2019, 03:43:15 Nachmittag »
"Beim Feldbogenschießen geht es wirklich um die Präzision, man muß nicht nur einen Pfeil irgendwie auf dem Tier platzieren, sondern das Ergebnis am besten dreimal wiederholen, deshalb ist dieser Sport bei den Compoundern viel beliebter."
Wer das beim Feldbogenschießen sucht, der wird es dort auch finden.
Und wer das Archaische in der Bogenjagd, sorry, auf dem 3 D Parcours sucht, findet es vielleicht auch dort.
Die These vom "Gegenprogramm" zur digitalen Welt - nun ja, eine These eben.
Es könnte aber auch schlicht und ergreifend so sein, wie viele es bereits zum Ausdruck gebracht haben ...  :bow: :bow: :bow:
 
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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #23 am: Januar 05, 2019, 04:09:00 Nachmittag »
In meinem Alter heißt das Motto in jeder Lebenslage Ich will Spass ich will Spass ;D
Das erreichen von irgendwelchen sportlichen Zielen mit Eichenlaub und Brillanten gehört der Vergangenheit an.
Deswegen ist ein Feldbogenparcours für mich nicht interessant, denn da geht es um Ringe und Platzierungen. Allein die Hallenzeit nervt mich schon.


Ich kann es nicht verhindern das ich Älter werde, aber ich kann verhindern das ich mich dabei langweile.
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Offline Waldgeist

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #24 am: Januar 05, 2019, 04:14:56 Nachmittag »
Wer es "unbedingt" möchte, kann es natürlich auch im 3 D - Schießen zu Meisterehren bringen; das funktioniert sogar unter dem Dach des DSB!
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Offline Boothill

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #25 am: Januar 05, 2019, 05:39:59 Nachmittag »
Hallo  Nach meiner Ansicht muß auf einer Feldrunde genauer geschoßen werden zb: Bunnis 3 x auf 5-10 Meter je Scheibe . Die 5 ist nicht groß ..   3D  Kleintier   3 x auf das selbe .. Auch die Kraftaufwendung ist größer -ich  muß 3x schießen ..

Frohes Neues und ALLE im Kill oder Gold :bow:

Offline Landbub

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #26 am: Januar 05, 2019, 10:45:39 Nachmittag »
Feldbogen ist wesentlich anspruchsvoller als 3D und daher eigentlich eine schöne Brücke zwischen dem sportlichen Schiessen und 3D.
Allerdings macht Feld (mir) nur mit Visier bzw. halt mir dem Freestyle CP Spass, denn die Entfernungen sind viel grösser. Nordische Wertung und 3D ist für CP oft wenig interessant, nicht selten kommt man mit 28 x 20 Punkten aus dem Parcours. Drum hat man ja die 11 bei der Hunterwertung eingeführt, die trifft man auch nicht immer.

Was ich der WA Feld ankreide, das sind die unbekannten Entfernungen, denn jeder hat sich ein System zurecht gelegt, das rauszumessen. Insofern kann man es sich gleich sparen und die Entfernung angeben.

Weiter halte ich den Aufbau eines Feldparcours für einfacher als einen ordentlichen (!) Wettkampf 3D parcours. Mit ordentlich meine ich, dass 3D Ziele Backstops haben sollten, mit Wettkampf, dass  4er-Ziele doppelt stehen. Bei Feld kann man sich das sparen.

Hat man die Dämpfer ordentlich vorbereitet, also eine Nut rundum eingefräst, wo eine Dachlatte vertikal und eine 10er Gewindestange horizontal reingeht, so ist dieses sehr leicht zu tragen und schnell aufgestellt. Siehe Skizze unten.

Bei 3D: Man braucht mindestens 4 Gruppe 1 und ebenso mindestens 4 Gruppe 2 Tiere. Die sind nicht so leicht zu tragen und brauchen ggf auch ein wenig mehr Aufwand als 2 Baustahlstangen, um diese zuverlässig zu befestigen. Bei der 4er Klasse schleppt man leichter, dafür doppelt.

Offline roscho

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #27 am: Januar 05, 2019, 11:46:10 Nachmittag »
Nachdem ist mehrfach den Feld“Parcours“ in Wirsberg geschossen habe, stimme ich Landbub zu.
Feld ist wesentlich anspruchsvoller als 3D.

Heißt nicht das es mir besser gefällt, aber die Präzision der Feldbogenschützen muss ich neidlos anerkennen.

Zum Geld in die Kasse bringen stellen die Wirsberger dann immer ein 3D Turnier im Herbst ;)
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #28 am: Januar 06, 2019, 11:00:01 Vormittag »
Jene Schützen, die es schaffen ohne technologische Hilfen die Entfernungen zu ermitteln haben meinen größten Respekt, denn auch das gehört dazu.

Offline carpe noctem

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Re: Warum so wenige Feldbogenturniere?
« Antwort #29 am: Januar 06, 2019, 11:34:59 Vormittag »
So als Mitglied in einem Feldbogenclub will ich auch mal kurz mich äußern.
Wir haben bei uns die klassischen Feldscheiben stehen und etliche 3D Tiere.
Die Feldscheiben werden hauptsächlich von den Leistungsorientierten Schützen genutzt, also die auch zu den entsprechenden Verbandsturnieren fahren.
Die 3D Tiere werden hauptsächlich von den traditionellen genutzt. Beide Gruppen halten sich bei uns die Waage.

Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.

Thomas Morus 1478-1535

http://feldbogenclub-hamburg.de/