Archers Campfire

Nockpunkt in verschiedenen Ausführungen

Offline Langbogner

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Frage zum gewickelten Nockpunktbegrenzer (vielleicht etwas Off Topic, sorry):

Was sind eigentlich die konkreten Vorteile eines solchen gegenüber den Messingbegrenzern? Macht der m.E. doch eher geringe Gewichtsunterschied im Endeffekt tatsächlich soviel aus,
oder ist es primär eine Frage der Optik?
Gruß Oli


Offline Ralph

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Frage zum gewickelten Nockpunktbegrenzer (vielleicht etwas Off Topic, sorry):

Was sind eigentlich die konkreten Vorteile eines solchen gegenüber den Messingbegrenzern? Macht der m.E. doch eher geringe Gewichtsunterschied im Endeffekt tatsächlich soviel aus,
oder ist es primär eine Frage der Optik?

Nein, es ist keine ausschließliche Frage der Optik.

Schau mal hier (am Ende des Beitrages)!

Als Garn für den Nockpunkt verwende ich übrigens seit geraumer Zeit nur noch "balck waxed hemp" oder "yellow waxed hemp" (gibt es in seltenen Fällen auch in Rot). Es benötogt keinerlei spezielle Verknotungen geschweige denn Sicherungen mit irgendwelchen Klebstoffen  :bang:.

Aus diesem Grunde kann man es übrigens auch zur Federsicherung oder zum Wickeln von Federn auf den Pfeil verwenden (Einschränkung: Wenn einem die Farbe nicht gefällt).

Es ist bei mir zur "Allweckwaffe" geworden...

Ralph
« Letzte Änderung: Februar 08, 2018, 10:25:10 Vormittag von Ralph »


Offline opd

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Ich wickele mir meinen Nockpunkt auch aus Garn, allerdings nicht verstellbar. Auf meinem Leihbogen hatte ich einen Messingnockpunkt drauf,
der hatte an der offenen Stelle eine unhübsche Kante, das gefiel mir nicht so wirklich an der Sehne.
Da ich ihn eh verstellen musste habe ich ihn halt gewickelt. Ich finde, es sieht besser aus.
Ob es einen Geschwindigkeitsunterschied macht wage ich mal zu bezweifeln, aber da haben andere bestimmt bessere Erfahrungen.
Viele Grüße aus dem Norden!
Oliver

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testjan

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@Oli
Mir persönlich gefallen die messingnen Nockpunkte optisch nicht, ich finde gewickelt schöner. Manchmal haben die Metalldinger scharfe Grate, die das Tab oder den Handschuh kaputtmachen und sie können wegfliegen wenn zu locker. Oder die Sehne beschädigen wenn zu fest, außerdem ist ein zusätzliches Werkzeug notwendig.

Der Geschwindigkeitsgewinn oder -verlust ist mir Wumpe, das ist so gering, dass es im Rauschen untergeht.
Ich wickle provisorisch zum Einstellen mit einen schmalen Streifen Malerkrepp, das hält auch ein paar hundert Pfeile. Wenn die Position feststeht, mit Papier und Sekundenkleber. Ich habe viele verschiedene Garne probiert aber entweder es war zu dick, ist auf der Sehne gewandert oder hat nicht lange gehalten.


Offline Langbogner

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Danke erstmal an Euch drei für das Feedback!

Optik, mögliche Beschädigungen an Sehne oder Tab/Handschuh als Nachteile kann ich sofort nachvollziehen. Geschwindigkeitsverlust/-gewinn ist von der Dimension her "Wumpe" (das Wort hab ich noch nie gehört, hat aber was, Mescalero ;D) auch.

Im Link von Ralph heißt es:
"Nockpunktbegrenzer aus Metall sind nicht sonderlich geeignet.
Denn durch das, wenn auch geringe, Gewicht dieser Begrenzer ändert sich das Gewicht der Sehne, was wiederum eine Veränderung des dynamischen Spine des Pfeiles nach sich zieht. Weiterhin erhält die Sehne durch das Gewicht der Begrenzer nach dem Lösen eine höhere, seitliche Schwingungsamplitude, welche sich auf den Pfeil überträgt und zu einem unruhigen Pfeilflug ("Wedeln"/"Rudern") mit den daraus resultierenden Risiken (z. B. Touchierung des Bogens nebst dadurch bedingter Ablenkung des Pfeiles; Anschlagen an etwaige Hindernisse in der Schussbahn; Energie- und Reichweiteverlust etc.) führt."

Also ich hätte solch' massive Veränderungen im Pfeilflug immer auf einen unpassenden Spine des Pfeiles gedeutet, aber niemals auf einen kleinen Messingbegrenzer! Wenn das so tatsächlich stimmt, wäre man ja wahnsinnig, wenn man einen Messingbegrenzer verwendet - oder aber eben ein so lausiger Schütze, dass es keinen Unterschied ausmacht ;)
Welche Probleme müßten dann ja erst die Schützen haben, die sogar 2 Messingbegrenzer auf ihrer Sehne haben!? Davon kenne ich sehr viele.

Sollte das Ganze jetzt zu Off Topic werden, bitte gerne in neuen Thread verschieben. Möchte das eigentliche Thema nicht durcheinanderwerfen!

Gruß Oli


Offline Ralph

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@ Langbogner

Ja, die Probleme gibt es.

Die Krux ist nur, dass entweder oft an der falschen Stelle gesucht wird oder ein Fehlerkonglomerat vorliegt, welches es erschwert, die Auswirkungen einzelner Aspekte zu betrachten.

Wenn man alles auseianderdröseln und isolieren kann, kommt man jedoch zu dieser Beobachtung.

Und:
Es soll nicht bestritten werden, dass die Auswirkungen bei leichteren Bogen bzw. Pfeilen oder sensibleren Systemen größer sein können, als bei unsensibleren (Und selbst unter diesem Aspekt: Meiner einer schießt seine nicht unbedingt sensiblen Mandschuhbogen nicht mit Messingnockpunkten, da der Aufschlag der Sehnen auf den Brücken des Bogens nebst Handschock diese schon genug in Vibrationen versetzt - da braucht es keine zusätzliche Schwingungsquelle namens Messingnockpunkt auf der Sehne.).

Es war jedoch nach den Auswirkungen an sich gefragt worden.

Zur weiteren Erhellung empfiehlt sich dahingehend:

Haidn/Weineck/Tschalova "Bogenschießen: Trainings- und bewegungswissenschaftliche Grundlagen". 

Die Autoren sind nicht gerade das, was man Feld-Wald-und-Wiesenbogenschlosser" nennt....
« Letzte Änderung: Februar 08, 2018, 11:30:41 Vormittag von Ralph »


Offline Langbogner

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@ Ralph
Ich wollte als "Feld-Wald-und-Wiesenbogenschlosser"  ;) in keinster Weise mit meiner Aussage die grundsätzliche Existenz dieser möglichen Auswirkungen in Frage stellen.
Es ist nur das erste mal, dass ich davon etwas höre.
Damit verbunden dann meine Frage, ob es dann nicht von vorneherein sinnvoll wäre, überall darauf hinzuweisen, grundsätzlich auf einen Messingbegrenzer zu verzichten, um eben diese möglichen Probleme direkt auszuschließen, denn was ist dann z.B. ein Rohschafttest mit Messingbegrenzern auf der Sehne eigentlich noch wert??
Gruß Oli


Online rabu

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Die Messingringe bekommen die Anfänger auf die Sehne gedrückt. Der einzige Vorteil ist das sie sich leicht verstellen lassen.

Vernünftige Trainer erklären ihren Schützlingen nach einiger Zeit (beim ersten Equipmentwechsel) die Nachteile und zeigen Alternativen auf. (Papier, Garn, Klebeband, Beiter-Sysstem,....)

Bei uns traditionellen Bogenschützen sind halt viele Autodidakten unterwegs. Wer von uns hat denn schon wirklich einen Trainer, also jemand der regelmäßig die Schiesstechnik und das Equipment hinterfragt und Trainingspläne aufstellt? Und auch noch einen der dabei wirklich Ahnung von der Materie hat, und zwar nicht nur von einer der Möglichkeiten zu schiessen?
(Mein persönliche Schätzung ist vieleicht 1-2 % der hier vertretenen Schützen)

Ich mag die Messingringe auch nicht,
weil Gewicht auf der Sehne doof ist,
weil sie Holz und Leder zerkratzen,
weil sie manchmal die Sehne beschädigen,
weil sie häßlich sind,
........

Gruß
Ralf



Offline Absinth

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...
Sollte das Ganze jetzt zu Off Topic werden, bitte gerne in neuen Thread verschieben. Möchte das eigentliche Thema nicht durcheinanderwerfen!

Dein darin innewohnender Gedanke, der Eröffnung eines neuen Threads, gefällt mir.  ;-)


Absinth
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Offline opd

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Die Messingringe bekommen die Anfänger auf die Sehne gedrückt. Der einzige Vorteil ist das sie sich leicht verstellen lassen.

Vernünftige Trainer erklären ihren Schützlingen nach einiger Zeit (beim ersten Equipmentwechsel) die Nachteile und zeigen Alternativen auf. (Papier, Garn, Klebeband, Beiter-Sysstem,....)

Bei uns traditionellen Bogenschützen sind halt viele Autodidakten unterwegs. Wer von uns hat denn schon wirklich einen Trainer, also jemand der regelmäßig die Schiesstechnik und das Equipment hinterfragt und Trainingspläne aufstellt? Und auch noch einen der dabei wirklich Ahnung von der Materie hat, und zwar nicht nur von einer der Möglichkeiten zu schiessen?
(Mein persönliche Schätzung ist vieleicht 1-2 % der hier vertretenen Schützen)

Ich mag die Messingringe auch nicht,
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weil sie Holz und Leder zerkratzen,
weil sie manchmal die Sehne beschädigen,
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........

Gruß
Ralf

 :agree:
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Oliver

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Offline Tom der Badner

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Hi, war so frei und habe das abgegrenzt/getrennt.

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Wann genau ist aus Sex, Drugs & Rock‘n Roll eigentlich Laktose Intoleranz, Veganismus & Helene Fischer geworden?

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)


Online rabu

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Wenn sich die Grundfrage des Threats geändert hat geb ich auch noch eine Empfehlung:

Ein hochwertiges Kreppband, mit einem Cuttermesser in schmale Streifen geschnitten funktioniert hervorragend.

- Es kann leicht versetzt werden um die Position zu ermitteln,
- es kann mit Kleber fixiert und haltbar gemacht werden,
- ist quasi überall verfügbar,
- kostet nur einen Bruchteil einer vernünftigen Nockpunktzange,
- kann farblich mit Filzstiften perfekt auf die Sehne angepasst werden
- ist leicht
- kratzt nicht


Gruß
Ralf


Offline Langbogner

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Danke Tom :GoodJob:

Ich liebe dieses Forum :-* :youRock:
Bin echt gespannt wie es hier jetzt noch Argumentativ weitergeht und glaubt mir, ich werde der Erste sein, der heute Abend dann auf einen gewickelten Nockpunktbegrenzer umsattelt  ;D

Der Punkt von Rabu bezüglich der Autodidakten trifft mit Sicherheit zu. Ich kann es für mich aber dann nur umso schwerer fassen, dass beispielsweise mein Trainer dies auch nie erwähnte :???:
Gruß Oli


Offline Ralph

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Damit verbunden dann meine Frage, ob es dann nicht von vorneherein sinnvoll wäre, überall darauf hinzuweisen, grundsätzlich auf einen Messingbegrenzer zu verzichten, um eben diese möglichen Probleme direkt auszuschließen, denn was ist dann z.B. ein Rohschafttest mit Messingbegrenzern auf der Sehne eigentlich noch wert??

Ich würde dafür plädieren - der Rohschafttest ist ein schönes Beispiel für ein sensibles System, welches dadurch gestört werden kann.

Mir ist noch ein weiterer Punkt eingefallen, der eine - wenn auch kleinere - Gruppe Schützen stören dürfte: Nockpunkte aus Messing oder ähnlich harten Materialien sind geeignet, beim Auszug mit Daumenringen zu stören / zu behindern oder die Ringe an sich zu beschädigen.

Ralph
« Letzte Änderung: Februar 08, 2018, 01:09:09 Nachmittag von Ralph »


Offline ßimon thumb

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Den Punkt mit den Ringen kann ich bestätigen. So hab ich mir nen schicken Ring versaut ...
Nutella ist Palmölifantendung in Gläsern.