Archers Campfire

Qualität von Bögen in der bis zu 200€ Range

Offline KDo

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Hallo Forum.

Da erwachsenes Spielkind, habe ich mittlerweile drei Bögen und einen weiteren zurückgegeben. Alle in der rund bis zur 200€ Range. Ich finde es auffällig, dass bei allen dreien / vieren mehr oder weniger zu beanstanden war: 
1.) BP Penthalon Hero Griffstück mit Ragim Wurfarmen: Am Griffstück finde ich nichts zu meckern. Bei den Wurfarmen fallen die extrem rauhen Seiten auf. Streicht man drüber, muss man aufpassen, sich keinen Splitter zu ziehen (ok ... das ist schon etwas überspitzt). Ferner hätte der Hersteller die Sehnenführung in den Tipps etwas glatter schleifen können. Die Sehnenöhrchen sehen nach einigem Schiessen nämlich aufgeraut aus, allerdings ohne, dass die Wicklung (Endlossehne) durch wäre.
Traurig aber wahr: qualitativ empfinde ich ihn insgesamt noch als den "besten" Bogen.
2.) Ragim Impala: rauhe Aussenseiten an den Wurfarmen. Zu scharfkantige Sehnenführung in den Tips. Entgegen 1. war die Aussenwicklung der Endlossehne nach einigem Schiessen durchschnitten ("innen" noch ok).
3.) Zurückgeschickt / ausgetauscht gegen 4: Drake Elite Dust. Bei dem ist mir beim zweiten (!) Schuss noch auf der Einschusswiese, am oberen Wurfarm, das untere Ende vom Tip weggeflogen. Sehne (Fastflight, endlos) war im Öhrchen sauber durchschnitten; mit einem scharfen Messer hätte man das nicht besser hinbekommen. Standhöhe wurde vorm ersten Schuss kontrolliert. Dito für die Sehnenführung. Mir ist kein eigener Fehler bewusst. Sowas brauche ich aber nie wieder.
4.) Jackalope Malachite TD Hybrid: Ich würde erwarten, dass Griffstück und aufgeschraubter Wurfarm "deckend" sind und nicht eine Seite vom Wurfarm über das Griffstück ragt und das Material damit natürlich auf der anderen Seite fehlt. Der Wurfarm sitzt also schief auf dem Griffstück, wofür m.E. eine schief gebohrte Schraubenaufnahme sorgt.
Ferner gibt es bei Austauschwurfarmen, nach Montage, eine Lücke zwischen Wurfarm und Griffstück, auf der Seite, an der das Griffstück endet. Man kann den Wurfarm damit leicht wippen.
Meine Frau schiesst übrigens den gleichen Bogen. Der hat keinen der beschriebenen Mängel.

Mein Fazit: In der Preisklasse ist es ein reines Glücksspiel, einen wirklich fehlerfreien Bogen zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er eben nicht 100% ok ist und man noch wenigstens ein bisschen Hand anlegen muss.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Sind die "Beanstandungen" zu erwarten, weil die Bögen einfach zu "billig" sind?
Vor allem aber: was muss man denn ausgeben, damit man keine Bausätze mehr erhält?

Danke + Gruß
KDo


Offline Capri

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Also ich habe mit einem gebrauchten BP Hopi Bogen angefangen kostet neu glaube ca.200€?! hatte ihn für 130€ fast neu bekommen und für das Geld war an dem Bogen nichts auszusetzten klar kein schönheitsmonster da Stangenware aber i.O.
War nichts zu Rauh etc. nur naja die Leistung und das Auszugsverhalten kann man mit einem teureren Bogen nicht vergleichen und über geschmack und Optik darf man eh nicht streiten  :wtf:.
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Offline Stringwistler

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  • Der Bogen schießt... aber die Sehne trifft...
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Was meinst du wo da auch der Preisunterschied liegt?
Da wird natürlich Zeit eingespart die am Endfinish fehlt.
Da muß man halt mal weng Schelifpapier für die Seiten, danach weng ölen und einen Streifen Nassschleifpapier für die Sehnenkerben nachpolieren, einsetzen. Das mit den Sehnenkerben mach ich schon immer so bei meinen Bögen, mir als Sehnenmacher taugen die nie, auch nicht die Kante beim Sehnenabgang der letzten 2mm. Da runde ich die Kante schon immer ab. Danach mit Wattestäbchen und Spraylack 2x nachgezogen und ruhe ist für lange Zeit.
So viel Handwerkliches Geschick solltest du als Bogenschütze schon immer mitbringen. :Achtung:
Denn was meinst du wenn du da ne flämisch Spleiß Sehne drauf ziehst?... Die wäre da nach kürzester Zeit schon durch und die ersten Fäden durchgescheuert. :)
Servusla, Gruß Guidl...

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Offline Tengel

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Ich kann die Erfahrungen von KDo nur bestätigen.


Bei meinem ersten Jackalope TD Hybrid gab es an der Verarbeitung nichts auszusetzen. Die Wurfarme hatten sauber auf das Griffstück gepasst und alle Kanten waren gut verarbeitet\geschliffen.


Bei den 55 LB Wurfarmen für selbigen Bogen war das allerdings nicht mehr der Fall. Die Wurfarme haben sich nicht bündig auf das vorhandene Griffstück montieren lassen. Diese standen an den Seiten über und schlossen und bildeten an der Auflage einen Spalt. Auch erforderliche Schleifarbeiten bei Modellen anderer Hersteller in dieser Preisrange kann ich bestätigen.

Die Frage die sich mir nun stellt ist, ob dies ein generelles Problem der unteren Preisklasse ist.

Wie sind eure Erfahrungen mit Bögen in der Range von 800-1500€? Muss hier vor dem ersten Gebrauch ebenfalls händisch nachgebessert werden?

Was ich eigentlich erwarte ist ein Bogen, welchen ich ohne manuelle Nachbesserungen sofort aufspannen und verwenden kann. Mich würden daher besonders eure Erfahrungen interessieren. Welche Hersteller bieten dies ab welchem Preis. 


Gebt gerne mal eure Erfahrungen sowohl positive, als auch negative wieder. Würde mich freuen.



Offline roscho

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@KDo: du willst gar nicht wissen wo diese (meist in China gefertigten) Bögen im Einkaufspreis des Großhandels liegen ;) - da sollte man einfach nicht zuviel erwarten.

Da ist, wie Guido schon schreibt manchmal (eigentlich immer) etwas Nacharbeit zum Endfinish notwendig.

Das ist aber wirklich kein Hexenwerk und die Leistung der Bögen (zumindest Ragim und BP kann ich beurteilen) ist eigentlich für den Preis völlig ok !
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

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Offline Cayuga

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Ich bin da ganz bei Stringwistler und roscho. Überlegen wir mal gemeinsam. Im Handel kostet der Bogen keine 200 Euro. Wer verdient alles daran? Hier mal eine kurze Kette:
- Der Verkäufer
- Das Finanzamt (Umsatzsteuer und Einkommen-/Gewerbesteuer)
- Der Großhändler, Zwischenhändler, Importeur
- Die Speditionsfirma (ich meine jetzt nicht die Post sondern das Schiff von Ostasien nach Hamburg oder der Logistiker von Italien, Ungarn, etc. nach Deutschland)
- Der Hersteller
- Der Zoll
- Das Finanzamt vom Hersteller (Gewerbesteuer)

Hier darfst Du nicht allzuviel erwarten. Wie Stringwistler schrieb, wird dann am Finish gespart. M. E. logisch, da dies zeitintensiv und lohnintensiv ist, da kaum maschinell machbar.

Aber wie Stringwistler schrieb, lässt sich das auch selbst nacharbeiten.
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Offline Cayuga

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Es gibt aber übrigens auch nennenswerte Ausnahmen. Mein Sohn hat zwei Falco Robin Langbögen. Beide waren bzw. sind tadellos verarbeitet. Und das bei einem Preis von etwa 100 Euro. Ich denke allerdings, dass Falco hier eher kostendeckend oder minimal Gewinn erzielend arbeitet, da es ein Kinderbogen ist. Sozusagen Sponsoring des Nachwuchses.

Insgesamt erscheinen mir aber Bögen von kleineren osteuropäischen Bogenbauern qualitativ sehr gut bei hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis. Kann mein Empfinden jemand bestätigen oder widerlegen?

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Offline Waldgeist

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Ich kann auch nicht bestätigen, dass Bögen in der Preisklasse bis 200 € mit rel. häufigen Schwächen behaftet sind.
Selbst bei Bögen oberhalb 200 € können schon mal ein Nacharbeiten an den Sehnenkerben, am Shelf oder am Finish
erfordern. (Ich habe auch schon Lacktropfnasen bei Kfz von 40 TEUR gesehen.) Mein Fazit: Nein, kein Glücksspiel sondern
ein kann vorkommen. Und wie schon angemerkt: Hochfeines Schmirgelpapier und Ölläppchen hat der Bogenschütze im Bestand.
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Cicero


Offline roscho

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@Cayuga: Falco Robin hab ich auch einen, klasse Qualität.
Genau wie Alexbow aus CZ, Nemeth aus Ungarn und bestimmt noch andere, die sind aber doch etwas über 200€ aber sehr gut was das Preis/Leistungsverhätnis angeht.

Wollen wir aber den Grombard hier im Forum nicht vergessen, Sahnestücke zum vergleichsweise kleinen Preis.
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

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Offline rso

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Mein erster eigener Bogen war ein Samick Deermaster, lag bei ca. 180€ und man bekommt ihn auch heute noch unter 200€.
Da war alles ok dran, keinerlei Nacharbeiten notwendig.

Übrigens der einzige Bogen, den ich neu gekauft habe.
Ich schiesse seit Jahren nur mit "Gebrauchtequipment"  ;)

Ich verstehe überhaupt nicht, wozu man einen 08/15 Bogen neu kaufen sollte, das Gebrauchtangebot ist doch riesig.
cu

Rainer


Offline JanL

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Mein erster eigener Bogen war ein Samick Deermaster, lag bei ca. 180€ und man bekommt ihn auch heute noch unter 200€.
Da war alles ok dran, keinerlei Nacharbeiten notwendig.

Nicht mein erster. Aber ich hatte den mal als Übergangsbogen. War völlig in Ordnung.



Ich schiesse seit Jahren nur mit "Gebrauchtequipment"  ;)

Ich auch.
Oder selbst gebaut.

Gebrauchte Bögen nur nach persönlicher Begutachtung und nur in hervorragendem Zustand.
Bögen mit sog. "üblichen Gebrauchsspuren" kaufe ich nie. Denn wenn ein Bogen nach ein Paar Jahren schon total verschrammt ist,
dann sind das keine üblichen Gebrauchsspuren, sonder Spuren von Misshandlungen.

Meine Mamba ist minimum 12 Jahre alt. Als ich sie vor 2 Jahren gekauft habe, sah sie absolut neuwertig aus. Und so ist das auch heute noch.
Auch mein Fred Bear Patriot, den ich gebraucht gekauft habe, hat nicht eine einzige Schramme.


Aber nun wieder  :ontopic:    8)
Mephisto 58"  50#
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Offline Stringwistler

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  • Der Bogen schießt... aber die Sehne trifft...
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Manche Menschen merken halt auch nicht besonders auf ihre Bögen auf, sieht man oft in der gleichen Fraktion wie Handybesitzer.... :Achtung:
Manche sagen auch "das ist einfach ein Gebrauchsgegenstand, und a paar Schrammen gehört einfach zum 3D- Bogen dazu".
Und manche tragen ihre 2000,-€ Bögen im Samttuch überm Platz und gehen nicht mal auf Parcours damit.....
Der Mensch ist so vielschichtig und was solls, muß auch jeder selbst wissen, oder?

Allerdings hab ich auch schon bei 1500,-€ Bögen eines bekannten deutschen Herstellers, schon die Sehnenkerben nachschleifen müssen, als ich eine neue Sehne von mir drauf einstellen wollte. So was gibts halt auch, aber es war kein Stegmeyer, Müller, Jensbows, Der Bow-Matthias Klein oder Friedrich...da gibts so was nämlich nicht.
Selbst bei Standardbögen um die 500-1000,-€ kommt das immer wieder vor, daß man die Sehnenkerben... na nennen wir es mal... "optimieren muß".... :youRock:
Pauschal kann man das gar nicht sagen, daß es ab einer bestimmten Preisklasse nicht mehr nötig ist.
Du merkst es spätestens nach 1-2 Monat und einer flämisch Spleiß Sehne, wenn sie in den Öhrchen an der Kante weiß wird und die ersten Scheuerstellen zeigt... dann ist Nacharbeit nötig. :agree:
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Offline Erbswurst

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Alter Thread aber ich möchte meinen Senf dazugeben, weil ich über die Jahre wirklich viele (sehr sehr viele!) Bögen in genau dieser Preisklasse besessen habe oder noch besitze.

Richtig schlecht oder schlampig verarbeitet waren dabei nur zwei Bögen, zufällig beide aus Ungarn. Einer davon ein Selfbow mit unsauberem Tiller, schief aufgeleimten Tips und Raspelspuren im Holz. Der andere war ein Langbogen (anderer Hersteller) mit dicken Leimfugen, ebenfalls Bearbeitungsspuren und katastrophaler Lackierung.

Alle anderen Bögen waren mehr oder weniger tadellos. Zwar gibt es immer wieder mal eine nicht ganz sauber geschliffene Stelle oder farbliche Veränderungen im Holz aber ich hatte noch nie schiefe Wurfarme o.ä. eklatante Mängel. Auch nicht bei den allerbilligsten Prügeln wie Samick Sage, Oak Ridge Ash oder den unfassbar preiswerten Bambusbögen von Sarmat.

Bögen der gehobenen Einsteigerklasse so ab etwa 250 € sind oft nicht besser verarbeitet aber manchmal schlechter. Hier zahlt man eben oft schon für den Namen mit.

Die Ansicht, dass man bei billigen Bögen etwas Nacharbeit in Kauf nehmen muss, teile ich nicht und das entspricht auch nicht meiner Erfahrung. Sehnenkerben nachfeilen z.B. musste ich bisher nur bei zwei Bögen eines sehr bekannten Herstellers für je 800€ aber noch nie bei Einsteigermodellen.
"Sei nicht heut' der und morgen der und übers Jahr ein weiß Gott wer.
Das, was du bist, sei durch und durch, nicht halb ein Vogel, halb ein Lurch!" H.Ibsen