Archers Campfire

Einfluss Länge Mittelteil

Offline martaen

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Oh, ein Unterforum wie geschaffen für mich  8) Ich habe eine doofe Frage, welche ich mir beim Lesen von Diskussionen über Mittelteile nicht beantworten konnte; zumindest nicht so, dass ich es verstehe...

Was hat die Länge des Mittelteils für einen Einfluss auf den Bogen? Konkret geht es darum, dass ich mir einen Hoyt Satori Bogen zulegen möchte und da gibt es Mittelteile von 17", 19" und 21"
Nun welches ist die richtige Grösse für mich? Ich kann mir vorstellen, dass das persönliche Empfinden sehr ausschlaggebend sein wird. und die Antworten sehr technisch ausfallen dürften. wenn man es jedoch auf's Wesentliche reduziert, was wäre die Aussage? Ist z.B. ein längeres Mittelteil fehlerverzeihender und weniger agressiv im handling?  :help: Des weiteren gibt es dann ja auch noch unterschiedlich lange Wurfarme, welche auch auf das Verhalten Einfluss nehmen.

Die vielen offenen Fragen sagen mir, dass ich professionelle Hilfe bei der Beratung annehmen sollte. Da ich jedoch nicht unwissend einen Verkaufsladen betreten möchte bin ich gespannt auf eure Erfahrungen und Tipps.

Aktuell schiesse ich übrigens einen Ragim Golden Eagle 62" mit 40 Pfund Wurfarmen.


Offline Landbub

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Das ist recht kompliziert und die Meinungen sind da - natürlich - auch nicht einheitlich.
Ein langes Mittelteil mit kurzenm WAs gilt als schnell
ein kurzes MT mit kurzen WAs gilt als "giftig", aggresiv. Dieses hat eigentlich keine echte Daseinsberechtigung, ausser, dass es Spass macht damit zu schiessen. Es kommt wohl von der Jagd, wo kurze Bögen einfach praktischer sind.

Auf den Turnieren sieht man dagegen fast nur noch lange Bögen. Also 23" oder 25" Mittelteil und die Länge der WAs auf die Auszugslänge abgestimmt. Von vielen Bogenbauern gibts inzwischen 25" Holzmittelteile, um eben die IB / TRB Regeln zu erfüllen, aber dennoch einen 70" Bogen haben zu können.
derzeit aktiver Bogenkram:
Compound: PSE SupraFocus XL, SpotHogg, Shibuya & Viper Scope, TruBall Blade Pro / Carter 2Moons , Arctec
Blankbogen: WW InnoMax, WW WiaWis NS Graphene,  Shibuya Button, Zniper Rest
Instinctive Bow: SpiderBow Vultur 25" ILF "Vorderegger Edition", Uukha VX1000, Superrest


Offline bogensport-deutschland

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Ein längeres Mittelteil ist fehlerverzeihender und somit einfacher zu schießen.

VG
Martina
Bogensport Deutschland - Wir lieben und leben Bogenschießen!
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Offline aged younger

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Frage 1:
Wie lange ist Dein Auszug?
Denn der gibt Dir den Spielraum für die Wurfarme vor (ich brauche medium und kurz erst garnicht in Betracht zu ziehen)
bzw. schränkt er dir ggf. auch die Mittelteilauswahl ein (habe noch kein passendes unter 21 " gefunden, bin halt ein "Langarmiger"  ::))

Frage 2:
Was / wo schießt Du am liebsten?
Im 3 D Bereich - sprich im Wald/ Gelände/ Parcours - sind mir persönlich Bögen über 62" eigentlich zu sperrig, will heißen: so kurz wie möglich; daher war ich dort auch noch nie mit einer ILF-Kombi unterwegs  :-[  (Spass machen diese aber auch ;))

Frage 3:
Wie groß sind Deine "Ambitionen" in welche Richtung?
Geht´s nur um Spass und Entspannung .... , dann lass Dir Zeit und das "Gefühl" entscheiden - rascheren Erfolg und mehr Ringe sind mit "längeren" Kombis sicherlich leichter realisierbar

Gruß, Younger
« Letzte Änderung: Februar 19, 2019, 07:12:41 Vormittag von younger »


Offline martaen

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Frage 1:
Wie lange ist Dein Auszug?
Denn der gibt Dir den Spielraum für die Wurfarme vor (ich brauche medium und kurz erst garnicht in Betracht zu ziehen)
bzw. schränkt er dir ggf. auch die Mittelteilauswahl ein (habe noch kein passendes unter 21 " gefunden, bin halt ein "Langarmiger"  ::))

Frage 2:
Was / wo schießt Du am liebsten?
Im 3 D Bereich - sprich im Wald/ Gelände/ Parcours - sind mir persönlich Bögen über 62" eigentlich zu sperrig, will heißen: so kurz wie möglich; daher war ich dort auch noch nie mit einer ILF-Kombi unterwegs  :-[  (Spass machen diese aber auch ;))

Frage 3:
Wie groß sind Deine "Ambitionen" in welche Richtung?
Geht´s nur um Spass und Entspannung .... , dann lass Dir Zeit und das "Gefühl" entscheiden - rascheren Erfolg und mehr Ringe sind mit "längeren" Kombis sicherlich leichter realisierbar


Danke für eure Inputs soweit.  :klasse:

Frage 1:
Mein Auszug beträgt 30"

Frage 2:
Ich schiesse hauptsächlich im 3-D Bereich oder auf ner leicht abschüssigen Ebene und in meinem Garten. Hauptteil bildet aber klar 3-D Parcours im Wald, mit viel Kletterei (Leitern und ähnliches) inbegriffen

Frage 3:
Es geht mir um die Freude am Bogenschiessen. Habe vor dieses Jahr am einten oder anderen Turnier teilzunehmen. Dies jedoch einfach spasseshalber  :bow:


Offline aquadrat

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Auf die Fragen gibt es mehrere Antworten, die Theorie hat Landbub schon angerissen, ganz allgemein sagt man ein kurzer Bogen sei schneller, ein Langer "fehlerverzeiender". Davon habe ich schon viele Ausnahmen gesehen, und diese fehlerverzeiend-Geschichte habe ich eh noch nie verstanden, entweder jemand kann schießen, dann ist es fast wurscht was man ihm in die Hand drückt. Oder man macht einen Fehler beim Schießen, dann schlägt der Pfeil nicht da ein wo man ihn haben wollte. Dann gibt es da noch die Unterscheidung nach Auszugslängen, ist in meiner Meinung auch nur Theorie, dem einen quetscht es bei 60'' die Finger, ein anderer mit gleichem Auszug kommt mit einem 58er bestens zurecht. Ich habe bisher 21'' MT mit Short WAs und 19'' MT mit Medium WAs geschossen und merke da nicht wirklich einen Unterschied. Gibt beides einen 62'' Bogen. Bögen über 62'' sind mir im Wald (und im Kofferraum) zu sperrig. Auch hier geht es nicht ohne ausprobieren was einem am besten gefällt und am meisten Spaß macht.
Die einzige Ausnahme die ich mir vorstellen kann ist beim Stringwalking, aber da kenne ich mich zu wenig aus.

Gruß, Andi
Heavy Metal Archery
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Offline aurelium

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Zitat
habe noch kein passendes unter 21 " gefunden, bin halt ein "Langarmiger"
Ich ebenso.

Mein Senf dazu: Es kommt auf die Wurfarme an, wo die ihren "sweet spot" haben. Ich habe mal einen direkten Vergleich mit Vx+ über alle MT Längen von 17" bis 25" gemacht, selbe WA auf MT mit gleichem Anstellwinkel (3 von 4 sogar identisches Modell). Am schnellsten waren die Pfeile tatsächlich auf 25", trotz deutlich weniger Zugstärke. "Kürzer = schneller" stimmt also nur manchmal und messen (Chrony) ist besser als fühlen.

Klar, speed ist nicht alles, aber es ist der beste Indikator dafür, ob Energie in Gerüttel und Geschüttel vergeudet wird, oder auf den Pfeil übertragen. Und letzteres macht das Schießen deutlich schöner.

Mit 30" Auszug und 40# WA würde ich dir Long auf 21" oder 19" empfehlen. Auf 17" biegen sich die WA evtl. schon zu weit durch und bei dem Zuggewicht merkt man das. Ich habe ein paar ganz weiche Schaum WA, mit denen geht das bei mir. Aber mit den starken WA ist es ruppig und ineffizient. Andere WA können sich aber auch anders verhalten - du musst es ausprobieren.
Jagd- u. Blankbogen ILF, div. Mittelteile 17", 19", 21", 25" LH/RH gemischt, Kinetic Avantage, Uukha Irbis, Uukha Vx+ (35-48#)


Offline aged younger

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Bei 30" und Parcours tippe ich auch auf ein 19" MT mit langen Wurfarmen,
aber wenn möglich unbedingt auch andere Kombis testen ;) 
Dir muss das Teil liegen, für dich muss es sich stimmig anfühlen ...
der eine mag´s halt "knackiger", der andere "geschmeidiger"
Gruß, Younger


Offline martaen

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Danke für eure zahlreichen Antworten.  :GoodJob:

Aus dem Bauch heraus hätte ich wohl 19" Mittelteil und mittlere Wurfarme gewählt. Nach euren Inputs werde ich versuchen die nun in Betracht kommenden Settings zu testen...

1. 19" Mittelteil, Mittlere Wurfarme
2. 19" Mittelteil, Lange Wurfarme
3. 21" Mittelteil, Mittlere Wurfarme
4. 21" Mittelteil, Lange Wurfarme, wird mir dann wahrscheinlich zu sperrig sein

Nach euren Inputs könnte ich mir vorstellen dass auch 19" Mittelteil mit Langen Wurfarmen ziemlich gut passen würde. Müsste mir dann Gedanken machen, ob ich mit dem längern Bogen auf unserem doch sehr kletterreichen 3d- Parcours zurecht komme  :???:

Danke für euren Support.



Offline aurelium

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Das mit dem "sperrig" wird überschätzt. Ich finde 60", 62" oder 64" macht keinen Unterschied im praktischen Handling (und optisch merkt man es nach einer Weile auch nicht mehr - ich muss die MT tatsächlich nebeneinander legen, um sie zu unterscheiden). Sperrig wird ein Bogen eher durch Anbauten wie Bogenköcher, Jagd-Stabis, usw. was ja bei ILF MT immer verlockend ist.

Wenn du wirklich mit Bogen auf dem Rücken klettern willst, geht das wohl am besten mit einem 48" Reflexbogen. Die sind wirklich kurz, federleicht und lang auszuziehen. Ist aber ein ganz anderes Schießen.
« Letzte Änderung: Februar 19, 2019, 11:00:55 Vormittag von aurelium »
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Offline stoned

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Da war aurelium grad einen Ticken schneller - wollte das auch schreiben. Ein Bogen heisst i.d.R. eine "belegte" Hand. Wenn ihr einen klettereichen Parcour habt, stört die belegte Hand - egal was da drin ist. Und die max. 10 cm zu dem jetzigen Setup wirst Du nicht gross merken. Ich persönlich finde sogar, dass das beim Suchen eines Schussfensters "im Gestrüpp" wenig merken wirst.

Da wäre mir wichtiger, dass der Bogen sich beim Schuss gut anfühlt und danach würde ich die Länge des MT bzw. der Wurfarme aussuchen - Ziel ist ja nicht das Klettern, sondern der Treffer ...
Grüße, Heiko


Offline martaen

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Danke für die Einschätzung. Würdet ihr aus der Erfahrung heraus dann eher 19" Mittelteil und Lange Wurfarme oder 21" Mittelteil und Mittlere Wurfarme bevorzugen?

Ja ich weiss, Fragen über Fragen.  ::) Mir fehlt die Erfahrung dies zu beurteilen.


Offline aurelium

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Musst du ausprobieren. Ich persönlich mag es wenn möglichst viel von dem Bogen sich auch biegt - also: lange WA auf kurzem MT. Ob das physikalisch für dich (und deine WA) auch so funktioniert, kann niemand sagen außer du selbst.
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Offline martaen

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Ausprobieren macht da sicherlich Sinn. Sofern ich überhaupt einen Unterschied bemerke  ;)


Offline Grombard

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  • Ja, ich hatte mal Haare!!!
    • Bogenbau Joachin Seeliger
Ich kann das jetzt nur aus meiner Holzbogen Perspektive beurteilen.

Mit 58" fühle ich mich auf dem Parcour viel wohler (leichter,agiler).
Aber mit 62" treffe ich erheblich besser.
irgendwas is ja immer