Autor Thema: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz  (Gelesen 4313 mal)

Offline Beefeater

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Offline Waldgeist

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #1 am: Februar 06, 2019, 12:07:02 Nachmittag »
Die Bejagung von Schwarzwild ist ja auch sooo einfach; schließlich heißt es doch: Die sind saublöd...
Leider ganz falsch. Wildschweine gelten als äußerst gelehrig. Und wie man weiß, sind die Biester sogar ausgesprochen schlau und spüren, ob es was Leckeres geben soll oder ob man ihnen ans Fell will.
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Cicero

Offline Beefeater

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #2 am: Februar 06, 2019, 12:18:12 Nachmittag »
Hallo,
diese eingeschränkte Jagd zu erlauben und dann jemand zu finden, der ´s fachgerecht waidmännisch kann, sind eh zwei paar Schuhe.
In den europäischen Ländern, in denen die Bogenjagd erlaubt ist, liegt m.W. die Messlatte dafür - sinnvollerweise - ziemlich hoch und unterliegt regelmäßiger Überprüfung.
Wenn ich recht erinnere, liegt die maximale Schußentfernung bei rund 20 m, wer da den Keiler nicht richtig trifft, muß dann entweder hoch sitzen oder schnell laufen.   
Grüße, Achim

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Offline Kuckingen

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #3 am: Februar 06, 2019, 12:19:42 Nachmittag »
Naja Schwarzwild in der Nacht in der Stadt jagen, stelle ich mir mit Gewehr sehr schwierig vor.

Ein Denkverbot sollte es mal nicht geben.

Offline Woodinski

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #4 am: Februar 06, 2019, 02:41:21 Nachmittag »
Ich denke, für bewohntes Gebiet wäre das sogar ne Alternative. Aber wie Waldgeist schon anmerkte, die Viecher sind schlau. Und das doofe: die geben das "Wissen" über Generationen weiter. Wir haben hier im ehemaligen Truppenübungsplatz eine Rotte, die sich nichts draus macht, wenn da jemand rumläuft. Sind durch die Bundler daran gewöhnt, auch wenns mal kracht. Nun ist das aber schon fast 10 Jahre her. Die BW ist weg. Aber unser Jagdpächter meinte, die geben das weiter. Ich stand schon mehrmals Auge in Auge mit ner Sau. Und da geht Dir der A... auf Grundeis. Vor allem, wenn Du noch nen Hund dabei hast.
Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum - wer nicht fragt bleibt dumm!

Ich schieße mit einem Mohawk Hybrid & Recurve 62'' daneben. Wobei, machmal treff ich auch. Irgendwas, Irgendwo.

Offline roscho

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #5 am: Februar 06, 2019, 03:03:27 Nachmittag »
Ich machs mal etwas länger:

In Deutschland regelt § 19 BJagdG vom 28. September 1976 den jagdlichen Umgang mit dem Pfeil und Bogen wie folgt (sogenannte sachliche Verbote):

(1) Verboten ist,

„1. mit Schrot, Posten, gehacktem Blei, Bolzen oder Pfeilen, auch als Fangschuss, auf Schalenwild und Seehunde zu schießen;“


Wie in dem Link aber erwähnt:
Das Bundesjagdgesetz gestatte es den Ländern Ausnahmen von den Verbotsregelungen des Bundesjagdgesetzes zuzulassen (§ 19 Absatz 2)


Soweit die allgemeine Rechtsgrundlage.

Wer darf denn in D überhaupt jagen ?

In Deutschland dürfen nur Jagdausübungsberechtigte die Jagd ausüben ...

Jagdausübungsberechtigte können insbesondere folgende Personen sein:
-Eiigenjagdrevierinhaber (Eigenjagdbesitzer, die auf ihrem Grundeigentum die Jagd selbst ausüben)
-zur Jagdausübung in den staatlichen Jagdrevieren befugte Beschäftigte (einschließlich der Beschäftigten der Anstalt des öffentlichen Rechts „Bayerische Staatsforsten“)
-Pächter und Mitpächter gemeinschaftlicher Jagdreviere, nichtstaatlicher Eigenjagdreviere und verpachteter staatlicher Jagdreviere
-bestätigte Jagdaufseher
-angestellte Jäger (Berufsjäger)
-Inhaber entgeltlicher oder unentgeltlicher Jagderlaubnisscheine, die in einem Jagdrevier regelmäßig
(d.h. nicht nur einmalig oder gelegentlich) die Jagd ausüben

allerdings NUR in Ihrem Revier oder auf Jagderlaubnisschein


Für die Jagd in der Stadt gilt das es diese eigentlich nicht gibt ;)

Die Jagdausübung in befriedeten Bezirken kann fallweise notwendig sein (zum Beispiel Abschuss von Wildschweinen im Siedlungsbereich, Fang oder Abschuss von Waschbären oder Mardern), auch Kaninchen, Fuchs, Stockente und Ringeltaube. Hierfür sind Ausnahmegenehmigungen erforderlich. Diese werden von den Jagdbehörden und/oder Landespolizeibehörden meist ausschließlich dem so genannten „Stadtjäger“ erteilt. Im engeren Sinne ist hier nicht von Jagd zu sprechen (sie verbietet sich in befriedeten Bezirken), sondern eher von einer Abschussgenehmigung oder Tötungserlaubnis



Und wo bleibt jetzt der Bogen ??? In Deutschland gibt es einen Bogenjagdverband der bereits 1999 gegründet wurde

https://www.dbjv.org/bogenjagd/#id-0

Dieser Verband bietet auch eine Ausbildung zum Bogenjäger nach IBEP (dem International Bowhunter Education Program)  an

z.B. https://www.jagen-lernen-jl.de/bogenjagdschein/?fbclid=IwAR0O31KJ0mgfyKmcc4xEVM_EJd4P3ejyv8YjAPFo3sAPawECRR30ee65taI

Zusammengefasst: Wenn überhaupt von der Stadt (und davon redet der Text) ein "Auftrag" dem Stadtjäger erteilt wird wird dann sicher nur nach folgenden Kriterien

Bestandene Jägerprüfung + bestandene Bogenjägerprüfung +  Ausnahmegenehmigung vorhanden

Diesen Personen würde ich ich dann das nötige jagdliche Grundwissen als auch den verantwortungsvollen Umgang mit der  "Jagdwaffe" unter diesen besonderen Umständen zutrauen.



« Letzte Änderung: Februar 06, 2019, 03:06:14 Nachmittag von roscho »
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

Offline Absinth

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #6 am: Februar 06, 2019, 05:48:37 Nachmittag »
Kleinmachnow ist (fast) überall und es ist zwar schon ein Jahr alt, passt aber hervorragend zum aufgerufenen Thema, neben all dem Anderem hier....

https://www.youtube.com/watch?v=NvDoqDNPrvk&app=desktop


Mal abwarten, was da in Brandenburg herauskommt.


BG. Absinth
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Offline stöckchenschubser

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #7 am: Februar 07, 2019, 08:30:46 Nachmittag »
Ich stelle mir gerade eine Wildsau vor, die mit steckendem Pfeil durch ein Wohngebiet wütet.
Das, in Verbindung der nicht vorhanden Effektivität, wird auch in 1000 Jahren nicht den Bestand regulieren.
Hier bei mir knallt es fünf mal die Woche, trotzdem kann man teilweise abends nicht mehr auf die Wiese hinterm Haus.


Auch in bewohntem Gebiet ist der Gebrauch der Schusswaffe absolut kein Problem.
Schalldämpfer müssen grundsätzlich erlaubt werden, sowie restlichtverstärkende Hilfsmittel zugelassen werden.


Auf 100 Meter aufgelegt vorbei zu schießen ist quasi unmöglich, bei geringeren Distanzen erst recht.
Und mit Erfahrung gibt es Null Gefahr für den Rückraum, schon gar nicht mit passender Munition.
« Letzte Änderung: Februar 07, 2019, 08:34:59 Nachmittag von stöckchenschubser »

Offline roscho

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #8 am: Februar 07, 2019, 08:46:40 Nachmittag »
Ich würde die Bogenjagd in D jetzt nicht begrüssen, aber über Effektivität würde ich jetzt nicht diskutieren wollen (da gibts genügend Beispiele) ;)

Und löst euch von der Vorstellung von Mordskeilern und alten Bachen, Frischlinge und Überläufer beeinflussen auch die Population ..

Und ja, entsprechend ausgestattet kann man auch mit Schusswaffen in der Stadt jagen, das wissen die Jäger auch ...
Warum sich Brandenburg das jetzt mit dem Bogen überlegt, darüber kann man trefflich spekulieren, ist aber so ;)
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

Offline stöckchenschubser

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #9 am: Februar 07, 2019, 08:56:10 Nachmittag »
Zitat
Effektivität würde ich jetzt nicht diskutieren wollen (da gibts genügend Beispiele


Ich rede nicht von einzelnen Schuss, mit Effektivität ist die Gesamtreduzierung des Bestandes gemeint.
Und da habe ich mit einem Halbautomaten mit den für Jägern erlaubten 3 Schuss definitiv größere Chancen.


Über den Wirkungsgrad lässt sich nicht streiten, die Kavikationsröhre bei einem Projektil ist doppelt so groß wie jede Klinge, und das in jede Richtung.


Letztendlich haben unsere Vorfahren Wildschweine und Größeres mit spitzen Stöcken erlegt.
Gehen tut Alles.
Aber darum geht es nicht.


Ich kann nur für mich sprechen, Armbrust und Waffe,
beides probiert, und werde/würde immer der Waffe den Vorzug geben.
« Letzte Änderung: Februar 07, 2019, 08:59:00 Nachmittag von stöckchenschubser »

Offline roscho

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #10 am: Februar 07, 2019, 09:02:55 Nachmittag »
Ich kann nur für mich sprechen, Armbrust und Waffe,
beides probiert, und werde/würde immer der Waffe den Vorzug geben.

Da stimme ich dir vorbehaltlos zu, nix desto trotz macht sich Brandenburg Gedanken um den Bogen ;)

Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

Offline stöckchenschubser

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #11 am: Februar 07, 2019, 09:24:25 Nachmittag »
Ja, kommt immer mal wieder auf und wird in erster Linie von Jägern verhindert.


Ich vertraue da auf die Fachleute.  :)

Offline JPascal

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #12 am: Februar 07, 2019, 09:39:02 Nachmittag »
Sollte das jagen in Deutschland mit dem Bogen erlaubt werden (und wenn auch nur in Sonderfällen), dann mache ich mir auf Dauer sorgen,  dass die Akzeptanz des Bogens als Sportgerät leidet und wir Sportler damit einen Nachteil hätten.

Offline snoopy

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #13 am: Februar 08, 2019, 07:51:29 Vormittag »
Sollte das jagen in Deutschland mit dem Bogen erlaubt werden (und wenn auch nur in Sonderfällen), dann mache ich mir auf Dauer sorgen,  dass die Akzeptanz des Bogens als Sportgerät leidet und wir Sportler damit einen Nachteil hätten.

Ich denke das ist ein sehr wichtiger Aspekt, das könnte in der Tat negativ für die sportliche Fraktion enden, dann brauchen wir Sachkunde, WBK etc.
Wir sollten froh sein, dass der Bogen bei uns als Sportgerät gilt und möglichst wenig unternehmen, was zu einer Umbewertung führen könnte.
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Offline Kedde

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Re: Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz
« Antwort #14 am: Februar 08, 2019, 08:32:25 Vormittag »
Sollte das jagen in Deutschland mit dem Bogen erlaubt werden (und wenn auch nur in Sonderfällen), dann mache ich mir auf Dauer sorgen,  dass die Akzeptanz des Bogens als Sportgerät leidet und wir Sportler damit einen Nachteil hätten.

Ich denke das ist ein sehr wichtiger Aspekt, das könnte in der Tat negativ für die sportliche Fraktion enden, dann brauchen wir Sachkunde, WBK etc.
Wir sollten froh sein, dass der Bogen bei uns als Sportgerät gilt und möglichst wenig unternehmen, was zu einer Umbewertung führen könnte.

Ich bin da etwas anderer Meinung. Nicht der Bogen sondern der Pfeil macht den Unterschied zwischen Jagd-und Sportgerät.
Und ob es sinnvoll ist oder nicht zeigt sich immer erst im Nachhinein. Versuch macht kluch sagt man doch.
Für mich ist die Bogenjagd in Wohngebieten jedenfalls eine Alternative zum nichts tun und nur Reden.
Wie immer ist es auch hier  nur meine subjektive Meinung dazu.
Ich kann es nicht verhindern das ich Älter werde, aber ich kann verhindern das ich mich dabei langweile.
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