Hi,
ich bin vor etwa eineinhalb Jahren umgestiegen, vom Leih-Recurve mit 3-unter auf den Reiterbogen mit Daumen. Den 25-Pfund Reiterbogen habe ich über ein Jahr geschossen. Anfangs habe ich auch nur wenige Pfeile mit Daumen geschossen, bis sich die Muskeln stabilisiert haben. Den Rest des Trainings habe ich dann "slavic draw" geschossen. Nach langem Zögern bin ich kürzlich auf 30 Pfund umgestiegen.
Ich habe mir immer wieder alle möglichen Videos und Texte gesucht, die sich irgendwie mit Daumentechnik beschäftigen und hab mir Notizen gemacht. Beim nächsten Training habe ich mir jeweils ein Thema genommen und variiert, z.B. Bogenhand, oder die Sehnenhand gerade halten...
Nach einem Jahr hatte ich dieses Frühjahr die Möglichkeit, einen Kurs bei Armin Hirmer zu machen. Ich muss ihn echt loben, sehr gut aufgebaut und sehr "hands-on". Danach habe ich mich in eine stille Ecke gesetzt und meine Notizen überarbeitet. Seitdem arbeite ich mich Training für Training durch die Notizen...
Insgesamt bin ich mit meinem Lernfortschritt zufrieden, aber ich kämpfe sehr mit dem Khatra. (Das war in dem Training nicht Thema, dafür müssen erstmal die Grundlagen sitzen... Ich freue mich auf's nächste Training :-) )
Im Lauf des Trainings bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das Lösen nicht in der Sehnenhand beginnt, sondern mit der Bogenhand. Wenn ich das hin bekomme entsteht im Bogen eine leichte Torsion und der Pfeil geht ohne dem typischen Klatschen aus dem Bogen. Bin mir sicher dass ich das noch nicht *stabil* richtig mache. Allerdings haben die Pfeile wenig Einfluss auf meinen Schuss, völlig egal ob ich meine 700er Spine oder die 400er vom Kumpel schieße. Ganz falsch mache ich es wohl nicht...
Unser Club ist recht groß, trotzdem gibt es bei uns nur ein oder zwei aktive Daumen-Schützen... Mein Trainer hat mich auf
https://horsebow-underground-league.jimdosite.com/ hingewiesen. Ansonsten "profitiere" ich von dem Training bei Armin Hirmer (und meinen Notizen zum Training)... Wenn Du einen Verein in der Nähe hast, wo auch Daumentechnik geübt wird, nutze die Möglichkeit - und wie beim Bogenschießen allgemein - wenn Du drei Leute fragst bekommst Du vier Meinungen...
Am Ende kann ich nur empfehlen, den Schußablauf genau aufzuschreiben und dann systematisch die einzelnen "Schritte" anzugehen und auszuprobieren. Seit ich den Reiterbogen schieße habe ich 8000 bis 10000 Pfeile geschossen und bin noch weit von "gut" entfernt. Ich genieße den Lern-Prozess.
Zum Thema "Ringe" - meistens suche ich mir auf der Scheibe (ohne Auflage!) einen markanten Punkt, z.B. einen Scheibennagel, und schieße darauf. Inzwischen bekomme ich auf 10 Meter (meistens) schöne Gruppen, auf 20 Meter noch nicht.
Viel Spaß beim Üben :-)