Archers Campfire

Habe auch fast seit zwei Jahren Targetpanik.


Offline nachprod

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Die Targetpanik hat mich auch erwischt:
Ich bekomme beim Zielen die Starre und treffe oft die Tiere unter der Killzone oder gar nicht. Oder versuche es zwangsläufig nach ober zu korrigieren und zerreiße den Pfeil und treffe wieder schlecht. Nervös und unsicher oft schon die Tage vor der DM oder sonst wo. Es ist alles nach 5 Jahren Bogenschießen.


Offline ONeill

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Mich hat es nach 2 Jahren regelmäßigem schießen erwischt. Ich kann einfach nicht lange im Anker bleiben, muss schnell lösen und bin dadurch meistens viel zu hoch. Zuerst dachte ich, es lag an der Zuggewichtssteigerung, (30->45), doch habe ich gemerkt, es geht mir bei 25# genauso. Die letzten 4 Jahre schieße ich dazu auch nun deutlich weniger (3-5/Jahr). Da bleibt einem nur Bögen sammeln 😁

Das einzige, was mir hilft, ist, den Bogen ohne klare Schussabsicht (daheim, ohne Pfeil) zu spannen bzw, wenn ich auf bewegte Ziele schieße, dann kann ich tatsächlich meistens den Moment abwarten, bis mir das Karnickel vor's Auge hupft.

Nicht leicht, ich denke, viel schießen und wenig Denken könnte helfen, bei mir ist's leider genau umgekehrt ;D



Offline cweg

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  • Bogenschießen in einer bunten Welt
Das Thema hat mich auch lange beschäftigt, zig Videos, Übungen, Zuggewicht runter, Blind Bale, Klicker etc haben nichts gebracht. In einer sehr langen Bogenschießpause habe ich angefangen Darts zu spielen, schnell hat mich gerade auch die mentale Seite interessiert, denn die ist hier enorm wichtig, da man ja quasi ständig im 1:1 Duell steht. Bei YT bin ich dann über einen Sportmentalcoach gestolpert und ich war erstaunt, dass es TP auch im Darts, bzw. fast in allen Sportarten gibt, im Darts nennt es sich Dartitis. Die hatte ich noch nicht, habe mir aber aus Neugier erstmal Bücher und Audiobooks von ihm (Richard Weese) gekauft, hier geht es halt völlig um Sportpsychologie, mentale Einstellung, Autohypnose und Denkmuster. Letztes Jahr habe ich noch einen mehrmonatigen Onlinekurs bei ihm gemacht und als ich jetzt mal wieder Bogenschießen war, war ich erstaunt, dass mein altes Einfrieren unter dem Zielpunkt weg war, ich konnte mich frei in Kopf und Körper zum Ziel bewegen und locker lösen und treffen.

Hier geht es zu seinem Dartitis Buch und Ja, er ist etwas schrullig (Bayer halt)und das Ganze ist etwas unprofessionell aufgemacht, aber der Inhalt ist topp.

https://www.hypnose-mental-shop.de/Dartitis-Mentale-Ursachen-und-Loesungen-Audioteil-E-Book-oder-Buch

Hier ist noch ein Video zum Thema

https://youtu.be/ErztxOGqvoM?is=0k4B8GYtIogUNV8Y


Online Grizzly

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Willkommen im Club.

Langwierige Sache. Ist wie eine Sucht. Man muss lernen damit zu leben und umzugehen, Rückfälle wird es immer wieder geben.

Es gibt nicht DEN Trick und Alles ist wieder ok.

Alles auf Anfang, leere Scheibe und den Schußablauf neu aufbauen. Die Konditionierung muss durchbrochen werden.

Bei mir dauerte es 3 Jahre von der Erkenntnis ich brauche Hilfe bist zum (fast) befreiten Schuss.
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Offline Einsiedler

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Nervös und unsicher oft schon die Tage vor der DM oder sonst wo.

Und da liegt der Hase im Pfeffer, das Gewinnen wollen/müssen.  Nach einer 5 Jährigen Turnierpause ging's eigentlich wieder. Targetpanic ist fast weg.
Kommt aber teilweise im Turnier wieder oder im Wettstreit.
Gemütlich mit Weib oder Freunden auf dem Parcour, keine Spur von Targetpanic.


Offline Grendel

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Als ich noch instinktiv geschossen hab, hatte es mich auch erwischt... Ich kam nimmer in den Anker, der Auszug fühlte sich tonnenschwer an, der Schuss brach sobald ich in die Nähe des Ankers kam.

Seit der Umstellung auf Gap ist alles weg. Seitdem läuft der Schuss absolut bewusst ab und ich hab totale Kontrolle darüber, ankern kann ich nun ewig wenn ich will.
Hoyt Satori, Uukha Gobi
Easton Axis
VLBB Tab


Offline nachprod

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Was betrifft instinktiv-intuitiv: schiesse ich immer so und mit der Spitze zielen ist noch schlimmer bei mir! 😁 Starre ohne Ende!🤮🤮🤮


Offline kungsörn

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In irgendeiner Form kennt das jeder.
Ich habe Freunde, die mich rechtzeitig darauf hingewiesen haben, dass ich zu schnell und nicht im Anker bin, noch bevor ich es selbst erkannte.
Das war - im Nachhinein gesehen - mein großes Glück, denn ich konnte/kann mich in diesem Stadium noch selbst therapieren.

Wenn ich merke, dass ich ablasse, obwohl ich nicht 100% im Focus war, insbesondere auf Turnieren, mache ich folgendes:
-   2x ausziehen, ankern, fokussieren, halten, absetzen. Beim 3. mal schießen.
Wenn das klappt, ohne den Lösereflex/-Reiz aktiv unterdrücken müssen (Zucken), liegts an was anderem.

Wenn ich merke, dass sich da was anschleicht:
-   Ausziehen, ankern, langsam bis 5 zählen, absetzen.
-   Wenn das auch nicht (mehr) geht, mehrmals ausziehen und absetzen (ohne Ankerkontrolle oder Transfer, evtl. Augen zumachen).
-   Pause machen, viele Pausen machen.
-   Das ganze wiederhohlen, bis es mit dem Zählen klappt.
-   Dann ausziehen, ankern, bis 5 zählen, absetzen.
-   Krafttraining machen.
Wichtig: Ich hab schon ganze Wochen damit verbracht, ohne einen Pfeil zu schießen.

-   Wenn es mit dem Ankern und Zählen klappt (mehrmals), fokussieren und  schießen.
-   Den nächsten Pfeil ankern, fokussieren, absetzen.
-   Wenn das Absetzen nicht geht oder ich vorm Ablass nicht in den Focus komme, das Ganze von vorne…

Hinweis: Ich schieße instinktiv und benutze zum Fokussieren einen roten Punkt (Ø ca.2 cm), den ich mit Edding auf eine Pappe male.
Mittendrin sitzt eine imaginäre Fliege. Ihr rechtes Auge ist das Ziel… ;)
Niemals fesselt mich ein Band, riegelt mich ein Riegel
Suchte meinesgleichen, fand nur Sünder ohne Zügel
(In Extremo, "Sünder ohne Zügel")


Online Grizzly

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Du musst herausbekommen, was genau DEIN Trigger für den Pawlow'schen Hund ist.
Ziel ist dann eine Reprogrammierung. Deshalb dann komplett von Vorne und ohne Leistungsdruck bei der Technik anfangen
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Online roscho

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Ich bin ja auch in dem „Club“ und habe schon einiges gelesen und ausprobiert.
Ich denke alle sind sich einig das es ein „mentales“ Problem ist, was genau da streiten sich die Geister.

Tatsache ist so etwas wie Goldangst/Targetpanic gibt es in allen repetitiven Sportarten und man entwickelt es mit der Zeit wenn der Grundlernprozess abgeschlossen ist und das Unterbewusstsein übernimmt.

Ob es jetzt ein erlernter Reflex ist, ein mentaler Block oder etwas anderes, das steht in den Sternen.

@cweg: Danke für den Tipp, das schau ich mir auch mal an.

Mein Weg dazu ist erst einmal den „instinktiven“ Ablauf zu unterbrechen und mir einen Trigger zu setzen, den Schuss nicht automatisch ablaufen zu lassen, einen  Stop einzubauen.

Den Trigger erlerne/übe ich an der „leeren“ Scheibe, aber mit meinem normalen Bogen und Zuggewicht. Runtergehen bringt nichts, das Gewicht kann ich ja, das ist nicht mein Problem.

Für Trigger gibts verschiedene Möglichkeiten, einfach hier im Forum mal suchen aktuell nutze ich einen Grip Trigger,  was man nutzt ist egal, wichtig ist der Stop

ABER ich werde mir das von cweg verlinkte Buch auch mal ansehen, das mit dem Mantra klingt auch sehr verlockend, etwas was Ruhe bringt und den Geist freimacht kann ich auch in anderen Situationen gut gebrauchen

Wichtig ist:
A) verschiedene Sachen ausprobieren und
B) nicht aufgeben, treffen ist nicht so wichtig wie schießen (einfach weil es schön ist)

Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

"Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk,
und der rationale Verstand ein treuer Diener.
Wir haben eine Gesellschaft erschaffen,
die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat."

* Albert Einstein


Offline nachprod

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Danke für eure Tipps - bin jetzt im Urlaub und versuche alles - hoffe finde ich etwas was hilft. Falls was neues über die Lösung kommt bitte hier oder sonst in der Rubrik mitteilen.☺️