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BwanaBows Safari


Offline lakeshooter

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  • Das Leben ist zu kurz für nur einen Bogen!!
Bogenbauer: BwanaBows, Jerome Gizowski, Clovis, California, USA
Modell: Safari LSL
Bogenlänge: 62“
Preis in meiner Ausführung: ca. 1650€ (inkl. Versand, Zoll, Steuern)
HomePage: bwanabows.com

Vorgeschichte:
Zu meinem Bwana Safari gibt es eigentlich nur eine sehr kurze Vorgeschichte und lässt sich ganz kurz zusammenfassen – Askari.
Der Askari ist neben dem Safari und dem Royal Safari ein weiteres Modell im Portfolio von BwanaBows. Durch Zufall habe ich auf einer amerikanischen Seite vor wenigen Monaten einen Askari gesehen.

Ich kannte die Marke vorher nicht und auch im Netz findet man recht wenig über die Firma, aber die Optik war so stimmig für mich, dass ich den Bogen einfach kaufen musste.

Als er dann da war, war ich so beeindruckt von Verarbeitung und Schussgefühl, dass für mich klar war, da muss noch ein TD-Langbogen-Modell her, zumal die Wurfarme unter allen BwanaBows-TDs austauschbar sind.
Es hätte zwar auch die Option gegeben nur Langbogenwurfarme für den Askari zu ordern, aber ich hatte noch paar Vorstellungen, die ich dann nur beim Bau eines extra für mich gebauten Bogens umsetzen konnte.

Vorabinformationen zu BwanaBows zu finden ist wie gesagt recht schwer, daher waren zwar die Bögen aus der Galerie der Homepage ein guter Anhaltspunkt, aber so richtig in die Detailsplanung konnte es so noch nicht gehen, wie teils bei anderen Bögen, die ich mir habe schon bauen lassen.
Außer einer Telefonnummer findet man auf der Homepage auch keine Kontaktinformationen, sodass ich mich direkt entschied BwanaBows per Messenger aus Facebook raus zu kontaktieren.

Zum Bogenbauer:
Der Bogenbauer hinter BwanaBows ist Jerome Gizowski aus Clovis, Kalifornien in den USA.
Viel mehr wusste ich auch nicht, als ich ihn dann am 16.02.2026 auf Messenger anschrieb und mit ihm dann schnell in einen netten Kontakt kam.

Die Zeitverschiebung von 7 Stunden muss man dabei natürlich berücksichtigen, so fanden die Kontaktaufnahmen spät abends bzw. nachts oder sehr früh morgens statt. Die Reaktionszeiten waren stets vorbildlich und so entstand bereits in der ersten Nacht eine ca. 1,5-stündige Schreiberei und Jerome stellte sich als sehr freundlich und informatiiv heraus. Fragen zu Deposit sowie Wartezeiten (4-6 Wochen) als auch Versandmöglichkeiten (FedEx) etc wurden geklärt.

Zum Bestellvorgang:
Eigentlich war bereits die zweite Hälfte der ersten Schreibsession Teil des Bestellvorgangs. Es wurde über Hölzer diskutiert und da Jerome bereits einige vorbearbeitete Griffstücke auf Lager hatte, schickte er mir Bilder davon zu und ich konnte mir aussuchen, ob mir davon was gefallen würde, oder ob es was ganz Neues sein sollte. Meine Vorstellung war, dass der Bogen das Thema Afrika wie der Askari aufgreifen sollte, aber eben doch irgendwie anders.
Er schickte mir insgesamt gute 2 Hand voll verschiedene Griffstücke und allein bei diesen wären sicherlich 3 oder 4 zur Auswahl gestanden.
Die Entscheidung fiel dann letzten Endes auch auf ein vorgefertigtes Griffstück.

Mein Bogen sollte im Vergleich zum Askari, der mit seinem Zebrano-Holz und Tamarind etwas heller ausfällt, eher etwas dunkler werden. Nach der Auswahl der letztlich drei „Kandidaten“, von den mir Jerome dann jeweils noch die entsprechende Holzart nannte, entfiel die Wahl auf ein Mittelteil mit nur einer Holzart, 2 Zierstreifen und einem dunklen I-Beam aus G10. Das verwendete Holz ist das seltene Blonde Ebony Burl.

Dieses ist ein Holz, dass dann nicht mehr im Askari verbaut wird, sondern unter die „Safari-Hölzer“ fällt. Zur Erklärung – Askari (Krieger) ist eher das „Einstiegsmodell“ bei BwanaBows. Der Safari ist dann die „Mittelklasse“, wo bereits eher die seltenen und edleren Hölzer verbaut werden und die „Premiumklasse“ ist dann der Royal Safari mit den seltensten Hölzern und der Option auf gesplicte Wurfarme. Davon werden aber bisher auch nur ganz vereinzelte Modelle gebaut. Das Mittelteil ist von der Geometrie immer gleich, sodass alle Wurfarme untereinander austauschbar sind, nur die Hölzer und die „Extras“ sind verschieden.

In einem nächsten Schritt nannte ich Jerome meine Vorstellung bezüglich der Wurfarmfurniere, worauf ich wieder jede Menge Bilder von unterschiedlichen Furnieren erhielt – das ausgesuchte Mittelteil legte er immer dazu, damit man einen besseren Gesamteindruck erhielt.
Nach einigem Hin- und Her entschied ich mich für das Furnier aus der Holzart Weru (=Sea Mango).
Dieses passte Maserungstechnisch gut zum Griffstück und passte stimmig zu dessen „Erdtönen“. Als Gravur für das Griffstück wurde ein Löwenkopf (mein Sternzeichen) und eine dazu passende Löwentatzenspur vereinbart.

Für die Wurfarme wurde die Option der Longbow Speed Limbs (LSL) abgesprochen und als Zuggewicht 40-42lbs, sodass das Zuggewicht zum Askari mit seinen 42lbs-Recurvewurfarmen passt.

Die letzten Bestellinfos wurden am 18.02.2026 besprochen, also nur zwei Tage nach dem ersten Kontakt, aber insgesamt ca. 60 Mitteilungen und ausgetauschte Bilder später, und das Deposit (Anzahlung) per Paypal bezahlt.
Der Bestellvorgang war somit absolut vorbildlich. Freundlich, auf Fragen schnell und klar antwortend. Wo möglich Bilder zur Anschauung mitgeschickt. Und sich Zeit genommen. Ich fühlte mich von Anfang an gut dort beraten und aufgehoben.

Herstellungsphase:
Diese war wie geschrieben mit 4-6 Wochen angegeben, was bei den heutigen oft monatelangen Wartezeiten bei anderen Herstellern schon sehr kurz und erwähnenswert ist.

Bereits am 27.02. erhielt ich dann eine Nachricht mit „Progress“-Bildern meines Bogens.
Die Wurfarme waren verleimt und in Form gebracht, die Tips waren montiert. Das Griffstück hatte seine Gravuren bereits drauf und der typische „2-Krüger-Rand“ (Geldmünze) war in das Griffstück eingelassen. Auch der erste Lackiervorgang war bereits erledigt. Wow, dachte ich da nur. Dass das ganze schnell gehen würde, da ja auch das Griffstück vorbereitet war, war mir klar, aber dass ich in weniger als 10 Tagen so einen Fortschritt präsentiert bekommen würde, hatte ich nicht erwartet. Zuggewicht war mit 41lbs genau innerhalb der besprochenen Bandbreite getroffen worden.

Die Wurfarme kamen durch die Bearbeitung und den Lack etwas dunkler raus (was Jerome mir aber auch bei der Auswahl damals sagte), aber sie passten jetzt perfekt zum Griffstück und es kam noch ein rötlicher Farbstich mit ins Spiel, den ich nicht erwartet hatte, aber genial finde.

Am 11.03. kam dann die Nachricht, der Bogen ist soweit fertig und wird jetzt von ihm eingeschossen. Information natürlich auch mit Bildern und einem kleinen Video. Top.
Versand hatten wir ja im Vorfeld im Februar abgesprochen und somit kam am 13.03. (nur exakt 3 Wochen nach der Bestellung) die Versandbestätigung per FedEx und die Aufforderung zur Restzahlung (wieder per paypal erledigt).

Lieferung:
Die Lieferung erfolgte per FedEx, nicht per UPS, wie sonst immer bei meinen Bögen aus den USA. Hatte bisher noch keine großen Erfahrungen mit FedEx und war daher mal gespannt, wie das so laufen würde.
Der 13.03. war ein Freitag und am Sonntag erhielt ich die Mitteilung, dass am Dienstag der Bogen geliefert werden sollte. Aufgrund verschiedener Umstände verlegte ich die Zustellung dann aber auf Donnerstag. Alles Easy und völlig unproblematisch und am Donnerstagvormittag stand der Zusteller an der Tür und drückte mir mein Paket in die Hand. Zollgebühren etc. hatte ich da bereits per Paypal gezahlt gehabt.

Somit alles perfekt ohne jeglichen Ärger, in einer sehr guten Zeit Fr-Di. Für die 2 zusätzlichen Tage bis Donnerstag konnte FedEx ja nichts.
Letzten Endes hat die Herstellung von Bestellung bis zur Lieferung genau 4 Wochen gedauert.

Erste Eindrücke beim Auspacken:
Der Inhalt des Pakets war gut verpackt.
Die Erwartung war groß und als erstes wurde das Griffstück ausgepackt. Der Anblick war super. Farblich genau wie erhofft. Die Gravuren sauber, ohne jegliche scharfe Kanten. Der 2-Krüger-Rand war nicht nur wie bei Bear draufgeklebt bzw vielleicht minimal eingefräst, sondern komplett ins Griffstück eingelassen. Ob mit Epoxid verschlossen oder im Lack, keine Ahnung. Da kann aber nichts raus- oder abfallen, das ist erstes Kino. Auf der Rückseite des Griffstücks ist ein Rautenmuster eingefräst, dass der Hand einen zusätzlichen Halt gibt. Das ganze Griffstück ist ein echter Handschmeichler. Der Lack ist sehr angenehm.

Neben den georderten Gravuren befindet sich auch der Modellname „Safari“ auf dem Griffstück eingraviert, so wie das BwanaBows-Logo, bestehend aus Wasserbüffelkopf und Schriftzug. Die Länge des Griffstücks ist 14“ und der Griff ist ähnlich einem Langbogengriff, ohne jegliche Daumenrest etc.

Als nächstes ging es dann ans Auspacken der Wurfarme. In Natur nochmals deutlich schöner als auf den Bildern. Die Farbschattierungen sind toll. Die Wurfarme sind wie geschrieben mit Weru (=Sea Mango) belegt. Der Kern ist aus Bambus und einer Schicht Carbon. Die Wurfarmekeile und die Tips sind aus dem Material des Mittelteils, also Blonde Ebony Burl. Das einzige Manko sind vlt die Wurfarmkeile auf der rechten Seite. Links haben sie eine schöne Maserung, rechts dagegen sind sie etwas „eintönig“, aber da steckt man halt bei echtem Holz nie drin, was da wo genau dann in Erscheinung tritt. Dieses „Manko“ ist aber Klagen auf sehr hohem Niveau, da auch mit wenig Maserung das Gesamtkonzept einfach stimmig ist. Etwas mehr Maserung wäre halt noch das I-Tüpfelchen gewesen.

Im Bereich der Schrauben befinden sich Overlays (ebenfalls aus Blone Ebony Burl) mit eingefrästen Wasserbüffelköpfen und dem BwanaBows-Schriftzug. Beschriftet sind die Wurfarme mit dem Zuggewicht, sowie T bzw. B für Top und Bottom.

Die LSL-Wurfarme haben eine sehr markante Linienführung und sind deutlich schmaler als die Recurves des Askari.
Neben Wurfarmen und Griffstück befand sich noch eine Base-Cap von BwanaBows sowie zwei Aufkleber, eine Zertifikatskarte mit Infos zum Bogen sowie die eingeschossene Sehne mit Dämpfern im Paket.

Beim Zusammenbau von Griffstück und Wurfarmen gab es keinerlei Probleme. Die Wurfarme sitzen auch ohne Schrauben schon satt auf dem Mittelstück und die Übergänge sind perfekt.
Die Sehne wurde aufgespannt und der Bogen bekam dadurch seine Form mit seinem markanten Seitenprofil mit „Doppelschwung“-Wurfarmen.

Erste Eindrücke beim Schießen:
Der Bogen lässt sich gefühlt extrem weich und gleichmäßig ziehen.
Den Griff an sich kannte ich von der Form her ja schon vom Askari. Dieser ist eher wie ein Langbogen ausgeformt. Die Hand liegt dabei sehr nahe am Shelf. Das mag ich „überraschenderweise“ doch sehr. Dies ist aber wahrscheinlich auch der Punkt, der darüber entscheidet, ob man mit den BwanaBows-Bögen klarkommt bzw. sie mag, oder nicht. Ich hatte bisher auch meist Bögen mit Daumenrest, ggf. Fingerrillen und klaren „Pistolengriffen“. Und dachte immer, dass ist das Optimum für mich. Mein Lieblingsgriff war bisher immer der JaegerGrip meines Stalker Vortex.

Die BwanaBows-Bögen sind da komplett anders. Die Griffform ist für die sonst Recurvegriffe mögen anfangs sehr ungewohnt. Ich für meine Person mag die BwanaBows-Griffform bereits jetzt mehr als die JaegerGrip-Form. Aber Griffe sind ja immer sehr subjektiv.

Auch geht BwanaBows nicht dem Trend der schweren Bögen nach. Der Safari wiegt ca. 1,2kg, genauso wie der Askari. Sehr angenehm und für mich ein perfektes Gewicht des Bogens.

Das Mittelteil ist über Center geschnitten und somit ist die Pfeilabstimmung relativ leicht.
Trotz der gleichen Bauform und dem fast gleichen Zuggewicht benötigt der Safari LSL weichere Pfeile als der Askari Recurve. Da muss ich nach dem ersten Parcoursgang nochmals etwas nachjustieren.

Erstes Fazit:
Der Kauf der BwanaBows-Bögen, sowohl Askari als auch Safari haben sich für mich absolut gelohnt. Die Bögen lassen sich unkompliziert und toll schießen. Geschwindigkeitsmäßig gibt es sicherlich schnellere, aber das spielt bei mir nur eine untergeordnete Rolle. Optisch und von der Verarbeitung her gibt es absolut nichts zu meckern. Da habe ich bei anderen, auch deutschen Bogenbauern teils schon anderes erlebt mit scharfkantigen Sehnenkerben, scharfkantigem Stippling oder nicht mittig sitzenden Wurfarmverschraubungen. In Hinsicht Verarbeitung würde ich BwanaBows für mich in der Oberklasse einstufen.

Das der Safari neben einem schönen Schussgefühl auch ein echtes Holzkunstwerk vom Erscheinungsbild ist, ist für mich ein echter Mehrwert, den ich  mittlerweile bei vielen anderen Bogenmarken leider doch sehr vermisse.

Weitere Infos folgen dann bei Zeit….
Neue Bögen brauchts (eigentlich (n)immer) am See!!!

Schießt dies und das, Hauptsache es macht Spaß.

Wartet auf: ein Paket aus den USA!!!

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Offline lakeshooter

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Vergleich Safari und Askari
« Letzte Änderung: Heute um 03:22:04 Nachmittag von lakeshooter »
Neue Bögen brauchts (eigentlich (n)immer) am See!!!

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Offline Belicoso

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Online roscho

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Schöne Bögen, schöner Bericht, viel Spaß damit !
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

"Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk,
und der rationale Verstand ein treuer Diener.
Wir haben eine Gesellschaft erschaffen,
die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat."

* Albert Einstein


Offline Ari

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  • Hang me in the Tulsa County Stars
Vielen Dank für den Bericht!  :yes:
Wenn du den Bogen in die Hand nimmst,
der Pfeil auf der Sehne liegt, ändert sich dein Leben! Instinkte werden geweckt, längst verschollen und unterdrückt. Du spannst den Bogen zum Kreis der alles umschließt
und im Moment des Lösens freigibt. Du bist der Bogen, du bist der Pfeil, du bist das Ziel!


Offline TaTo

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  • Wer mit der Herde geht, kann nur Ärschen folgen!
Toller Bericht und 2 richtig schöne Bögen. Was will man mehr.......... :klasse: :bow:
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