Autor Thema: Der Bogenpate / die Bogenpatin  (Gelesen 2723 mal)

Offline stoned

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Re: Der Bogenpate / die Bogenpatin
« Antwort #15 am: November 13, 2017, 12:39:26 Nachmittag »
Könnte man ja mit dazuschreiben, was der Pate / Trainer anbietet bzw. anbieten kann (z.B. durch Verein).
Grüße, Heiko

Offline Sabiji

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Re: Der Bogenpate / die Bogenpatin
« Antwort #16 am: November 13, 2017, 02:01:07 Nachmittag »
Eine ketzerische Frage:

Was ist (technisch gesehen) der Unterschied zwischen einem WA und einem IFAA Schuss?? Egal ob Shelf / Pfeilauflage.


Ich glaub, das ist die falsche Frage. Hier gehts mehr um traditionell / intuitiv gegen Systemschiessen oder Visierschiessen. Der Verband ist da erst mal egal, aber die Erwartung eines Schützlings ist eine ganz andere.

Visierschießen kann ich ja noch nachvollziehen, aber System in diesen gleichen Topf zu schmeißen?

Die Übergänge von Intuitiv und System sind viel zu fließend, bzw. das eine bedingt irgendwann das andere. Ich würde eher Abgreifen/Blank und Visier artverwandt sehen.

Denn ketzerisch würde ich behaupten, was kann mir ein Intuitiver schon beibringen, wenn doch die Intuition aus einem selbst kommen muss und aus reiner Erfahrung und viiiiielen Schüssen basiert.

Gerade bei einem Anfänger, der noch sehr auf alle Bewegungsabläufe BEWUST durchläuft, ja sogar durchlaufen soll, halte ich persönlich dieses Schlagwort Intuition für nicht wirklich sinnvoll. Gerade Beginnern/Anfängern sollte man meiner Meinung ein "System" als "Gerüst" zur Verfügung stellen. Das kleinste System ist ja schon mal der reproduzierbare Schussaufbau (Stand, Vorspannung, "T", ankern, lösen, nachalten, etc...).

Was ist bitte WA ? - und der Rest ?

öhm... World Archery? Olympisch? Kennst?
Also nicht (nur) mit Visier, v.a. Blank. Aber nix übers Shelf.

Da habe ich mir erlaubt, auch etwas zu schmunzeln. Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, wenn ein Pate sich auch im Verbandsdschungel und den vielfältigen Regeln auskennt. Na klar kann ich als Shelfschießer bei einem WA 3D-Turnier in der Blankbogenklasse landen. Geht ganz fix.
Aber für solche Fragen ist ja das Forum am Besten geeignet und der Bogenpate hat mehr mit der Praxis zu tun.

Warum nicht ?
Solltest nur auf WA hinweisen, ist technisch zwar sehr ähnlich, aber ich hab noch keinen LB mit Button gesehen ;)


Ich habe zum Beispiel traditionelles Schießen bei einem Trainer gelernt der DSB B-Trainer ist. Ich kenne jemanden, der u. a. traditionell schießt und DSB A-Trainer ist. Geht alles. Es gibt aber auch DSB-Trainer, die Tradi-Schützen wie giftige Insekten betrachten.

Ich würde gar nichts weiter spezifizieren wollen. Ich denke, das meiste ergibt/klärt sich schon bei einer Kontaktaufnahme. Eure Paten-Idee ist eine Super Sache, ich würde es aber nicht zu kompliziert machen. Wenn schon hier die Frage aufkommt, was WA ist, woher soll ein Neuling es wissen, der es im Patentext liest...

Offline Waldgeist

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Re: Der Bogenpate / die Bogenpatin
« Antwort #17 am: November 13, 2017, 02:15:24 Nachmittag »
Moin zusammen,
die Diskussion zeigt jaschon  auf, dass es in den fachlichen Fragen bereits differenzierte Sichtweisen gibt. Hier mal mein Wunschprofil, welches ich bei einem Bogenpaten resp. Bogenpatin  suchen bzw. erwarten würde:
Lust, sich der Aufgabe zu stellen; Gelassenheit (schon gesagt) und Bereitschaft, sich mit den Anfragen und Wünschen eines
newcomers unvoreingenommen zu befassen (nix für Missionare); unterschiedliche Erfahrungen sowie ein Mindestmaß an Vernetzung innerhalb "der Szene"
so long
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Cicero

Offline roscho

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Re: Der Bogenpate / die Bogenpatin
« Antwort #18 am: November 13, 2017, 02:31:18 Nachmittag »
Moin zusammen,
die Diskussion zeigt jaschon  auf, dass es in den fachlichen Fragen bereits differenzierte Sichtweisen gibt. Hier mal mein Wunschprofil, welches ich bei einem Bogenpaten resp. Bogenpatin  suchen bzw. erwarten würde:
Lust, sich der Aufgabe zu stellen; Gelassenheit (schon gesagt) und Bereitschaft, sich mit den Anfragen und Wünschen eines
newcomers unvoreingenommen zu befassen (nix für Missionare); unterschiedliche Erfahrungen sowie ein Mindestmaß an Vernetzung innerhalb "der Szene"
so long
Ich würde dem noch gerne eine solide Basistechnik hinzufügen, nachdem es hier ja ein großteils "traditionelles Forum" ist würde ich hier den Schwerpunkt sehen, ein Blick über den Tellerrand ist aber nie verkehrt !

Und der Bogenpate sollte so "ehrlich" sein sein Wissen bzw "Unwissen" auch einzugestehen.

Ich wäre z.B. für eine Schützen der Visier bzw System schiessen will völlig verkehrt als Pate  ;)
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

Offline Sabiji

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Re: Der Bogenpate / die Bogenpatin
« Antwort #19 am: November 13, 2017, 02:32:11 Nachmittag »
...und er sollte über einen ausreichende zeitliche Flexibilität verfügen. Nützt ja nix wenn es heißt, oh hier und dann kann ich nicht, da habe ich Schicht, da bin ich auf Turnier...müssen wir mal in 3 Wochen schauen...


Offline Landbub

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Re: Der Bogenpate / die Bogenpatin
« Antwort #20 am: November 13, 2017, 02:32:37 Nachmittag »
Visierschießen kann ich ja noch nachvollziehen, aber System in diesen gleichen Topf zu schmeißen?

Die Übergänge von Intuitiv und System sind viel zu fließend, bzw. das eine bedingt irgendwann das andere. Ich würde eher Abgreifen/Blank und Visier artverwandt sehen.
 ...

Das kleinste System ist ja schon mal der reproduzierbare Schussaufbau (Stand, Vorspannung, "T", ankern, lösen, nachalten, etc...).

Wir sehen hier ein Problem basierend auf der uneinheitlichen Terminologie - welche dem Schützling auch "übergreifend" beizubringen ist.
Wenn ich hier von System schreibe, meine ich das Zielsystem. Darunter ein paar dem intuitiven Ansatz ergänzende (Gap, PoA, SplitVision) und vor allem auch Stringwalking, wo man dann die traditionellen Wege verlässt.

Das was Sabiji mit "System" meint, bezeichne ich entsprechend der WA Terminologie als das Phasenmodell des Technikleitbildes. Wir meinen das selbe, nennen es unterschiedlich - und schon wäre ein Neuling komplett verwirrt :-)


Ich habe zum Beispiel traditionelles Schießen bei einem Trainer gelernt der DSB B-Trainer ist. Ich kenne jemanden, der u. a. traditionell schießt und DSB A-Trainer ist. Geht alles. Es gibt aber auch DSB-Trainer, die Tradi-Schützen wie giftige Insekten betrachten.

Klar, warum auch nicht. ICH jedoch könnte jemanden zwar die Theorie und auch die Geschichte von Lang- und Reiterbögen erzählen (sie ist Teil der Traineraubildung), aber nicht das Schiessen beibringen. Andere können das, kein Zweifel, ich wüsste nicht aber mal, wie man einen Daumenring anlegt.

Offline roscho

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Re: Der Bogenpate / die Bogenpatin
« Antwort #21 am: November 13, 2017, 03:34:33 Nachmittag »
...und er sollte über einen ausreichende zeitliche Flexibilität verfügen. Nützt ja nix wenn es heißt, oh hier und dann kann ich nicht, da habe ich Schicht, da bin ich auf Turnier...müssen wir mal in 3 Wochen schauen...

DAS sehe ich nicht so !
Da muss sich der Schütze schon etwas nach seinem Paten richten - es gibt wirklich Leute die nicht IMMER Zeit zum Bogenschiessen haben ;)

Wenns feste Trainingszeiten gibt ist das ja eh kein Problem, ansonsten müssen Schütze und Pate eben mal einen gemeinsamen Termin finden.

Ein Pate hilft beim Einstieg (und bei der Weiterentwicklung) - ein Pate ist KEIN TRAINER (ausser er macht es freiwillig)
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

Offline Sabiji

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Re: Der Bogenpate / die Bogenpatin
« Antwort #22 am: November 13, 2017, 04:01:17 Nachmittag »
...und er sollte über einen ausreichende zeitliche Flexibilität verfügen. Nützt ja nix wenn es heißt, oh hier und dann kann ich nicht, da habe ich Schicht, da bin ich auf Turnier...müssen wir mal in 3 Wochen schauen...

DAS sehe ich nicht so !
Da muss sich der Schütze schon etwas nach seinem Paten richten - es gibt wirklich Leute die nicht IMMER Zeit zum Bogenschiessen haben ;)

Wenns feste Trainingszeiten gibt ist das ja eh kein Problem, ansonsten müssen Schütze und Pate eben mal einen gemeinsamen Termin finden.

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Roscho, ich schreibe das aus eigener Erfahrung. Deswegen würde ich mich nie als Pate melden.

Visierschießen kann ich ja noch nachvollziehen, aber System in diesen gleichen Topf zu schmeißen?

Die Übergänge von Intuitiv und System sind viel zu fließend, bzw. das eine bedingt irgendwann das andere. Ich würde eher Abgreifen/Blank und Visier artverwandt sehen.
 ...

Das kleinste System ist ja schon mal der reproduzierbare Schussaufbau (Stand, Vorspannung, "T", ankern, lösen, nachalten, etc...).

Wir sehen hier ein Problem basierend auf der uneinheitlichen Terminologie - welche dem Schützling auch "übergreifend" beizubringen ist.
Wenn ich hier von System schreibe, meine ich das Zielsystem. Darunter ein paar dem intuitiven Ansatz ergänzende (Gap, PoA, SplitVision) und vor allem auch Stringwalking, wo man dann die traditionellen Wege verlässt.

Das was Sabiji mit "System" meint, bezeichne ich entsprechend der WA Terminologie als das Phasenmodell des Technikleitbildes. Wir meinen das selbe, nennen es unterschiedlich - und schon wäre ein Neuling komplett verwirrt :-)


Ich habe zum Beispiel traditionelles Schießen bei einem Trainer gelernt der DSB B-Trainer ist. Ich kenne jemanden, der u. a. traditionell schießt und DSB A-Trainer ist. Geht alles. Es gibt aber auch DSB-Trainer, die Tradi-Schützen wie giftige Insekten betrachten.

Klar, warum auch nicht. ICH jedoch könnte jemanden zwar die Theorie und auch die Geschichte von Lang- und Reiterbögen erzählen (sie ist Teil der Traineraubildung), aber nicht das Schiessen beibringen. Andere können das, kein Zweifel, ich wüsste nicht aber mal, wie man einen Daumenring anlegt.


Aber natürlich könntest Du einem Intuitiv-Interessierten das Schießen beibringen. Ich denke, hier liegt der Hase im Pfeffer. Der Lieblingsspruch meines Trainers war: lerne schießen, nicht treffen! Du machst Fehler, weil du treffen willst. Dadurch vernachlässigst du aber das Schießen. Sitzt das Schießen, triffst Du.

Das ist doch nichts anderes wie der beliebte Spruch aller Tradis: Der Trottel steht immer hinterm Bogen.

Das Phasenmodell nach WA lässt sich doch prima auf das intuitive Schießen anpassen. Es schadet nicht und man lernt nichts falsches.

Offline Waldgeist

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Re: Der Bogenpate / die Bogenpatin
« Antwort #23 am: November 13, 2017, 04:07:52 Nachmittag »
Zitat
Ich würde dem noch gerne eine solide Basistechnik hinzufügen, nachdem es hier ja ein großteils "traditionelles Forum" ist würde ich hier den Schwerpunkt sehen, ein Blick über den Tellerrand ist aber nie verkehrt !

Und der Bogenpate sollte so "ehrlich" sein sein Wissen bzw "Unwissen" auch einzugestehen.

Ich wäre z.B. für eine Schützen der Visier bzw System schiessen will völlig verkehrt als Pate  ;)
Moin,
ich kann von mir behaupten, dass ich es mit meinem gesunden Halbwissen eigentlich recht weit gebracht habe  :bang:
Aber Du hast natürlich Recht: Es ist keine Schande einzugestehen, wenn man von einer Sache keine oder keine hinreichende Ahnung hat.
Im übrigen ist die Patenschaft ein Instrument, um jemand den Einsieg in unseren Sport zu erleichtern. Die Patenschaft ist weder auf Lebenszeit angelegt noch führt sie direkt zu den Weltmeisterschaften!
so long
« Letzte Änderung: November 13, 2017, 04:19:36 Nachmittag von roscho »
„Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!“
Cicero

Offline stöckchenschubser

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Re: Der Bogenpate / die Bogenpatin
« Antwort #24 am: November 13, 2017, 06:16:58 Nachmittag »
Ein Pate sollte im Stande sein sein Wissen methodisch weiter zu vermitteln.

Er sollte genügend Sportmedizinische Kenntnisse haben, um gesundheitliche Schäden vermeiden zu können,
zumindest die Gefahrenpunkte ansprechen zu können.

Und er sollte zumindest in Grundlagen das fundierte Fachwissen des Bogensports haben,
umd eben dieses weiter zugeben und nicht selbst angeeignetes oder ausgedachtes, was dem widersprechen könnte.
Das beinhaltet auch, z.B. einen Pfeil zu ermitteln auf Grund seiner Beobachtung und seines Wissens,
und nicht die Angaben eines Programms in den Vordergund zu stellen.

Ein Pate ist oftmals der Ansprechpartner für einen ordentlichen und fachlich richtigen Einstieg,
er kann im übertragenen Sinn einen großen Schaden anrichten, wenn er es falsch macht.