Archers Campfire

zweiseitige Rückenspannung

Offline BowLaw

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Auf dem AC Treffen 2022 und (für mich) insbesondere danach wurde mir etwas über die berühmte Rückenspannung deutlicher.
Vermutlich hat das jeder schon gewusst, nur mir nicht deutlich genug gesagt, sie scheint "zweiseitig" zu sein.
Die meisten achten vermutlich besonders (als Rechtshänder auf den rechten Arm und dann auch auf die rechte Seite der Rückenmuskulatur.
Pfeil einlegen, ins T gehen, spannen, Rückenmuskulatur (vermeintlich) aktivieren und los.

Ich habe nun neulich einen Zwilleschützen beobachtet, der ganz merkwürdig auszieht - er geht mit der Hand an seinen Ankerpunkt und zieht dann die Zwille (sozusagen den Bogen) von sich weg.

Ich habe das heute einmal ausprobiert so zu ziehen (allerdings zugegebenermassen natürlich mit der Zwille).

Das ist ganz erstaunlich was für Muskeln da noch auf einen lauern können  ;D.

Meines Erachtens ist der Spruch "den Bogen nach dem Schuß zu halten" also eigentlich falsch, es müsste heissen "halte die Rückenspannung komplett aufrecht".
Also auch die Seite die den Bogen hält.



Offline Stringwistler

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  • Der Bogen schießt... aber die Sehne trifft...
    • Bestandssehnen vom Stringwistler unter.....
BowLaw.... du meinst den Bogen von sich wegdrücken?
Das ist die Zug-Druck Methode.
Du gehst in leichte Vorspannung des Bogens, dann drückst du mit abgewinkeltem Bogenarm  den Bogen Richtung Ziel und die Zughand Richtung Anker.
Dabei hebst du erst den Bogenarm ganz an.
Ob und wieviel Rückenspannung du dabei ausführst ist der nä. Schritt.
Servusla, Gruß Guidl...

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Offline BowLaw

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BowLaw.... du meinst den Bogen von sich wegdrücken?
Jein.
Die Zug-Druck Methode bedeutet ja irgendwie, dass man die Bogen- und die Sehnenhand (oder die Arme) gleichzeitig bewegt.
Ich rede davon, dass man es "ganz komisch" macht, nämlich eben zuerst die Sehne (in meinem Fall das Zwillenband) an die Wange setzt und anschliessend den Bogen (die Zwille) wegdrückt und zwar den kompletten Weg.
Probier das mal mit der Zwille aus, dann weisst du was ich meine.


Offline roscho

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@Bowlaw: das hast du gut erkannt, es stimmt es wird der gesamte Rücken benötigt.
Auf der Bogenhandseite geht das Schulterblatt nach vorne um dem Druck stand zu halten mit der die Bogensehne nach hinten gezogen wird,

Deswegen ist die Ausrichtung so wichtig um die Kräfte zu balancieren.
Zu deiner Frage: google mal nach Kathra, die Bewegung die Daumenschützen machen.
Der Arm bleibt, nur die Hand rotiert.

Auch bei den Olys rotiert der Bogen, der Arm steht nach dem Schuss,
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)

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Offline BowLaw

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@Bowlaw: das hast du gut erkannt, es stimmt es wird der gesamte Rücken benötigt.
Auf der Bogenhandseite geht das Schulterblatt nach vorne um dem Druck stand zu halten mit der die Bogensehne nach hinten gezogen wird,

Deswegen ist die Ausrichtung so wichtig um die Kräfte zu balancieren.
Zu deiner Frage: google mal nach Kathra, die Bewegung die Daumenschützen machen.
Ich hab ja gar keine Frage gestellt, nur eine Beobachtung mitgeteilt  ;).
"Natürlich" wird der gesamte Rücken benötigt.
Ich hab das was ich beschreiben will gerade mal mit einem Leichtbogen im Keller ausprobiert - eine unglaublich dämliche Haltung, doch man sollte die Muskulatur merken.
Bogen normal spannen
Bogen zurückführen bis die Sehne "entspannt" ist
Ankerpunkt und rechten Arm (bei Rechtshändern) da lassen wo sie waren - sozusagen im halben T
Sich wundern wie nah so ein Bogen vor den Augen sein kann (Vorsicht bei Brillenträgern!)
Dann den kompletten Bogen nur mit der linken Bogenhand von sich wegdrücken

So meinte ich das.
Mit Zwille ist das einfacher  ;)


Offline Kreta

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Wird hier eine neue Bogenklasse aus der Taufe gehoben?

TRB -Zwille. Aus dem Reglement: „ Der Bogen darf ausschliesslich mit dem Bogenarm nach vorne gedrückt und dem Zugarm gehalten werden.“ (strikt nach BowLaw)

 :upsidedown:



Offline Landbub

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Hmmm.... ein aktives Drücken der Bogenhand findet eigentlich nur währen der Expansion statt und da auch nur ein paar mm. Das ist das vom Stringwhistler genannte Bush-Bull.
Hab eben mal versucht, Deine Beobachtung mit dem Theraband durchzuführen und hatte damit Schwierigkeiten, die Bogenschulter unten zu lassen und einzurasten. Das geht irgendwie nicht wirklich, wenn der Bogen-Ellenbogen abgewinkelt ist und dann gestreckt wird.
Geht das bei Dir?
derzeit aktiver Bogenkram:
Compound: PSE SupraFocus XL, SpotHogg, Shibuya & Viper Scope, TruBall Blade Pro / Carter 2Moons , Arctec
Blankbogen: WW InnoMax, WW WiaWis NS Graphene,  Shibuya Button, Zniper Rest
Traditional: SpiderBow Vultur 25" ILF "Vorderegger Edition", Uukha VX1000, Superrest


Offline BowLaw

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@Kreta: Nein, ich führe da nichts mit Zwille und sowas neu ein, ich hab ja schon mit dem Blasrohr damals eins auf die Mütze bekommen.
@Landbub: Es geht mir ja nicht darum eine ultimativ neue Zugtechnik zu entwickeln, es geht einfach nur darum, dass man die Muskeln an der Bogenarmschulter auch mal bewusst fühlt.
Viele (ich auch) fühlen ja meist auf die Zugschulter hin, die Bogenschulter wird imho einfach zu wenig beachtet und dann wird das ungleichmässig.
Und ja - mein Zugarm bleibt (eigentlich wohl) da wo er sein soll.


Offline Kreta

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BowLaw also ich gebe dir völlig recht was das Hinfühlen zur Bogenschulter angeht, so sollte man die immer ebenso trainieren. Es ist halt schwer in der Zug Druck Phase. Da gibt  es aber z. B bei Leo Duncans „Praxis Bogenschießen“
In Kapitel 5 einige gute Übungen dazu.

Lg