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Schraubspitzen übergangslos (ohne Überstand/Erhebung) anbringen?

Offline Chris Yarbrough

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Bisher verwende ich parallele Schraubspitzen von TopHat und das dazugehörige Werkzeugset: Holzschaft auf die richtige Dicke komprimieren, Gewinde vorschneiden und dann mit Montagetool die Spitze aufschrauben. Es hat sich noch nie eine Spitze gelöst, aber es stört mich, dass die parallelen Spitzen einen gewissen Überstand über der eigentlichen Schaftdicke haben. Das sieht nicht nur unzufriedenstellend aus, sondern zerreißt auch teilweise die Ziele oder ich bleibe beim Rausziehen geradezu hängen (z.B. bei bestimmten Zielen mit so einem Netzgitter davor oder solchen mit fester Plastikfolie).

Eigentlich dachte ich ja, dass durch die Komprimierung das Holz verdichtet wird und die Spitze außen denselben Durchmesser wie der Schaft hat. Aber scheinbar ist dem nicht so und ich habe festgestellt, dass die meisten Holzschäfte auch kaum Widerstand im Komprimierungswerkzeug haben (ergo dünner als die angegebenen Maße sind). Ist das ein Qualitätsmangel meiner Schäfte, ist das einfach normal so mit dem Überstand oder kann man da etwas machen?

Ich kann noch anmerken, dass mir schon relativ häufig Schäfte direkt hinter der Spitze abgebrochen sind; bin nicht sicher ob es etwas mit den parallelen Spitzen zu tun hat.

Habt ihr da einen Vergleich zu konischen Spitzen was Bruchfestigkeit, generelle Sitz-Festigkeit und Passgenauigkeit angeht?


Offline Daniel124

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Habt ihr da einen Vergleich zu konischen Spitzen was Bruchfestigkeit, generelle Sitz-Festigkeit und Passgenauigkeit angeht?

Kann dich verstehen, mir gefällt das Ratschen beim Ziehen überstehender Spitzen / Protektorringe auch nicht.

Habe schon beide Systeme mehrfach verarbeitet, meine Erfahrungen zu deinen Fragen:

- Die parallelen Spitzen (die Hülsen) standen bei mir immer über den Schaft, verschiedene Hersteller und Qualitäten. Komprimierung / Luft in der Hülse mal mehr mal weniger.

- Bruchfestigkeit: Keinen Unterschied bemerkt, die meisten Schäfte sind mir weiter innen im Schaft gebrochen. Theoretisch-technisch liegt der Vorteil bei der Spitze mit Konus, weil die Kerbwirkung näher am Schaftende einwirkt (weniger Hebel).

- Sitz-Festigkeit: Habe die konischen Spitzen mit 2K-Kleber (Endfest 300) angeklebt. Da löst sich nix.

- Passgenauigkeit: Bei den konischen Spitzen ist es manchmal tricky die so draufzubekommen dass sie nicht eiern. Mit gründlichem Anspitzen geht das aber schon auch gut: Die letzten paar Zehntel mit sachtem Druck abnehmen, und noch ein paar mal durchdrehen (schaben) dann gibt das einen geometrisch sauberen Konus. Scharfe Klinge hilft.

Meine Fazit: Würde ich mal wieder einen Satz Holzpfeile bauen, würde ich konische Spitzen nehmen, weil es eben beim Pfeilziehen nicht ratscht. Und zwar Messingbullets, die sehen auch gut aus.
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Offline SiBow

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Moin, ich verwende bislang ausschließlich parallele Schraubspitzen und ich kann den entstehenden Überstand bestätigen. Hat mich auch von Anfang an gestört. Meine - unkonventionelle - Lösung: Ich sorge mit einer sanft auslaufenden Schicht 2K-Kleber für einen übergangslosen Verlauf. Mit einem Spatel (>2cm, besser 3 cm) etwas 2K-Kleber auftragen und durch eine Drehbewegung des Schafts gleichmäßig verteilen - dabei die "Kante" der Spitze als "Führung" nehmen. Je breiter der Spatel, desto sanfter und unauffälliger der Übergang. Hierbei ist zu beachten, nicht dicker zu werden als die Spitze ist - ggf. überschreitet man sonst den in den meisten Verbänden geforderten Höchstdurchmesser von 9,4mm. Angenehmer Nebeneffekt: Seitdem ich das mache, ist mir noch kein Pfeil direkt hinter der Spitze gebrochen...
Und bevor die Perfektionisten auf mich einprügeln: ja, durch die verschiedenen Materialien (Holz pur, Holz mit 2K-Schicht) kann die Optik der Pfeile in dem Bereich etwas "leiden", z.B. durch unterschiedliches Nachdunkeln. Ist mir persönlich aber egal - die positiven Eigenschaften eines so behandelten Pfeils sind mir wichtiger.
Neben der Federkiel-Sicherungs-Wicklung ist das übrigens auch ein prima Mittel, um die (Holz-!)Pfeile gewichtstechnisch weitestgehend anzugleichen...


Offline arrowfan

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@Daniel,

...... Bei den konischen Spitzen ist es manchmal tricky die so draufzubekommen dass sie nicht eiern. ......

Da gibt es einen einfachen Trick das zu vermeiden.
Oft sehe ich in den konischen Klebespitzen innen einen kleinen Radius von der Fertigung.
Der Schaft ist allerdings nach dem anspitzen vorne  scharfkantig.
Dadurch sitzt der Konus einfach nicht richtig auf dem Schaft und wackelt ganz leicht.
Wenn man den Schaft vorne etwas abrundet bzw. eine Fase anbringt spürt wann sofort
das der Konus optimal sitzt.

Gruß Rolf