Archers Campfire

Kurswechsel

Offline Rose🌹

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Erst wollte ich es bei roschos Trainingsmethoden reinschreiben,
aber das hätte den Beitrag wahrscheinlich gesprengt.
Aber darüber bin ich drauf gekommen.

Folgendes:

Warum wechselt man aus dem Intuitiven ins Systemlager, oder zum Compound.
Frust, Ungeduld, oder einfach gefühlt interessanter, ansprechender?
Wenn es das gibt, auch umgekehrt.
Ich möchte gern wissen, für wen das Intuitive nicht funktioniert, und ob es da ein Schema gibt.


🌹
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Offline Polaris

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Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, bin ich ganz intuitiv mit dem intuitiven Bogenschießen angefangen.. vermutlich so wie es seit den ersten Tagen von Pfeil und Bogen geschieht .. Einen Namen hatte ich dafür nicht.. es war halt "Bogenschießen"... Mit den Jahren kam dann der berühmte "Blick über den Tellerrand" und das Ausprobieren verschiedener Zielmethoden.. Ich kann mich mit keinem "System" wirklich anfreunden.. Intuitiv ist für mich wie Zuhause.. und dieses einfach mal zu akzeptieren war ein großer Erfolg, weil es mir Ruhe gibt..

Über die Jahre hat sich ja so eine Art Trend (was man auch gut hier verfolgen kann) entwickelt.. immer mehr Technik, Techniken und immer besseres Material.. Ich stelle mir das extrem stressig vor und bringt wohl auch den einen- oder anderen Schützen immer weiter von den Ursprüngen des Bogenschießens weg.. aber das ist zum Einen eine andere Geschichte und stellt lediglich meine Einstellung zum Intuitiven und den Systemen da..  Jeder muss da seinen Weg finden..
« Letzte Änderung: Februar 24, 2022, 10:38:09 Vormittag von Polaris »
Gruß und Ahoi Peter..

"Das Entscheidende ist das Tun, nicht so sehr die Ausführung.."


Offline Burkhard

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für mich wäre ein Wechsel nie in Frage gekommen. ich baue Holzbögen, Holzpfeile und schieße die natürlich auch. von daher konnte ich mich nur für den intuitiven Weg entscheiden und bin damit mehr als zufrieden
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Chief Joseph Nez Percé-Indianer 1840 - 1904


Offline Ulrich

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Einen einfachen Recurv mit Visier habe ich dem Verein zur Verfügung gestellt. Ich fand`s aber durchaus faszinierend: Wie bei Instinktiv liegt der Fokus auf dem Zielpunkt. Mit etwas Übung bewegt sich der Pin selber dorthin. Und bei unsauberer Technik geht alles in die Binsen.

Warum das nur ein kurzer Abstecher war, liegt an meinem Hang zum Einfachen und an der Flexibilität, die das gefühlsmässige Zielen bietet. Das kommt dem Spieltrieb entgegen.

 
Wie immer gilt hier: dies ist der neuste Stand des Irrtums


Offline Skalli

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Ich glaube da gibt es viele Möglichkeiten für einen Kurswechsel.

Bei mir war es z.B. so das ich eigentlich eher von den Primitivbögen komme. Von daher stand felsenfest fest das mein nächster Bogen aus einem Stück bestehen muss und aus Holz ist. Gut das war er auch (Allerdings dann schon mit Shelf).
Mein aktueller Lieblingsbogen ist nun ein ILF mit bestenfalls etwas Alibi- Holz am Griff und in den WA. Hätte ich vor zwei Jahren noch nicht für möglich gehalten.
Das hat jetzt nichts mit Instinktiv/ System zu tun, ist aber ein Kurswechsel und zeigt wie man sich ändern kann.

Spätestens wenn ich leistungsorientiert unterwegs bin macht ein Wechsel auf System wahrscheinlich durchaus Sinn.
Gelegentlich schaut man schon einmal neidisch auf die Kollegen die auf 70m das Gold herausoperieren. ;)
Umgekehrt macht es aber auch Spass einem Fita- Kollegen einmal einen PrimBow ohne Pfeilauflage, Nockpunkte oder sonstiges Gedöns in die Hand zu drücken und entspannt zuzuschauen...
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Offline Rose🌹

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Danke, ich suche aber weiter nach Entscheidungen sich vom Intuitiven abzuwenden,
und der Gründe dafür.
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Offline RazFaz

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ich habe es versucht vom Intuitiven zum Bogenschießen mit Visier und allem Gedöns ( Olympisch, Compound ) zu wechseln,
das hat einen Leistungsdruck hervorgerufen bei dem das Wort Entspannung welche ich beim Intuitiven hatte plötzlich ein Fremdwort war.
Diesem Leistungsdruck wollte ich aber nicht mehr ausgesetzt sein, denn Spaß ist etwas anderes, zumindest empfinde ich das so.
Wenn ich gezielt schießen möchte gibt es für mich andere Möglichkeiten und davon Genügend.
So wie ich jetzt das Bogenschießen ( alternative Ziele, Roven usw. ) betreibe ist es für mich Entspannung und Spaß und das möchte ich so beibehalten.


Offline Waldgeist

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Ich selber bin kein Betroffener im Sinn Deiner Abfrage.
Denkbar wäre aber - und das meine ich keineswegs provokativ - dass die Abkehr vom intuitiven hin zum visirgebundenen BS eine Folge von Enttäuschungen, von veränderter Erwartungshaltung, vielleicht auch Trainingsverdruß, Einflussnahme von anderen Bogenschützen (auch ÜL und Trainern) sein mag.

Ich kenne allerdings mehrere Beispiele der Abkehr vom olymp. BS zum intuitiven BS. Ist aber nicht deine Frage  ;)
„Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!“
Cicero


Offline sfs-archery

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Vorab: Ich bin noch in der Umstellungsphase von rein "intuitiv" auf "halb intuitiv, halb System".

Gründe für das Umstellen:
Ich schieße recht viele Wettkämpfe auf Scheibe in der Halle und ich habe größere Probleme beim 3D bei Entfernungen jenseits der 30m.

Genau für diese beiden Punkte (18m bzw. 20 Yards in der Halle und 3D >30m) will ich auf System umstellen.

Hoffnung: Das in den beiden Gebieten der Streukreis kleiner wird durch "systematischeres" Vorgehen bei der Bogenausrichtung.

Weiterer Grund: Einfach aus Interesse und Neugier auf diese neue Erfahrung :-)


Offline PG

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Ich habe in unserem Verein (Kringelchenschützen) mit Blankbogen und Stringwalking begonnen. Dann wurde ich verführt zur richtigen Seite der Macht und habe intuitiv geschossen. Seit einem sehr tollen Intensivtraining vor etlichen Jahren, bin ich Systemschütze. Und so peinlich es ist, wenn ich meinen Holzbogen raushole, schieße ich auch System. Ich kann halt nicht mehr anders.
Nergal 38,5#
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Offline Der Uwe

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Hallo,

ich schreibe hier normalerweise nicht so viel, ich lese in der Regel eher still mit. Aber ich finde das hier die verschiedenen Bogenarten und Intuitiv und System durchaus nebeneinander leben können.
bei mir ist es so, dass ich seeehr gerne mit meinem One Piece Recurve schieße, nur macht mir das in der halle im Winter selten viel Spaß, da nehme ich lieber den Oly. recurve, oder neuerdings den Compound. Auf dem Platz ( bei uns leider auch nur FITA wiese) geht es mit dem TRB schon wieder besser, mal auf Scheibe, mal auf Schießball, oder je nach Lust und Laune mal einen der anderen Bögen. 
Ich würde allerdings nicht auf die Idee kommen mit dem Compound, oder Oly. Recurve auf den Parcour  zu gehen, aber jeder Bogen hat seine eigenen Reize, der Compound reizt das maximal machbare aus. der Primbogen zeigt einem wie es vor hunderten oder tausenden Jahren schon war.
Beides macht einen riesen Spaß halt nur nicht zu jeder Gelegenheit.
Daher ja ich wechsel, ständig und immer wieder.

Gruß
uwe   


Offline JPascal

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Es ist nicht immer der Wechsel von intuitiv zu System.  Ich habe als Jugendlicher angefangen. Damals olympisch recurve mit allem was es so gibt. Das hat mir nach einiger Zeit keinen spaß mehr gemacht und ich hab es dran gegeben.
Jahre später habe ich das intuitive Schießen entdeckt und finde es toll. Ich schieße nicht nur meinen TRB ohne System sondern auch meinen Compund blank und intuitiv. Anders käme mir irgendwie nicht richtig vor.

Anders herum wird es bestimmt einige geben. Ich denke mal, dass sich Erfolge mit einem System schneller erzielen lassen, das ist dann der Ansporn. Ohne langes füllen der Datenbank zwischen den Ohren möglichst gut treffen.


Offline stöckchenschubser

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  • Widerstand ist zwecklos.
Immer nur Erbsensuppe ist auch langweilig.
Manchmal ist man dann Bohnensuppe.


Das Erreichen des persönlich möglichen, die neue Herausforderung, das Gesamtpaket.


Ich habe alles durch, vom Prim zum Compound und wieder zurück.


Compound blank schieße ich mit System, alles Andere intuitiv.


Funzt glaube ich aber auch nur, weil es grundverschiedene Ansätze sind.


Offline JPascal

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Compound blank schieße ich mit System, alles Andere intuitiv.


Funzt glaube ich aber auch nur, weil es grundverschiedene Ansätze sind.

Das klappt mit dem cp System und der Rest intuitiv? Hätte bedenken, dass ich immer den Pfeil fokussiere oder sich das Bewußtsein einmischen lasse, wenn ich mich bei manchen Bögen drauf konzentriere. Das hat mich am Anfang schon genug Übung gekostet, dass ich nicht doch irgendwie in das aktive Zielen oder korrigieren abschleife.


Offline kungsörn

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Ich schieße TBR mit "Split Vision: Die Erste" (nach Vorderegger).
Habe mal Systeme probiert und - für mich - philosophisch und praktisch als untauglich befunden.
Nebenher geht ab und zu ein 70#-CP mit 3-Punktvisier (typischer Jagdbogen in den USA) mit mir in den Garten (bis ca. 40m).
Das andere Ende der Bogentechnik macht auch Spaß, so zwischendurch.
Im Parcours war ich aber nur einmal damit. Macht mir bei weitem nicht so viel Spaß wie mit meinem Border.

Wer von Intuitiv zu System wechselt, hat m.E. seinen uneingeschränkten Fokus auf die (Ring)-Zahlen gelegt.
Sei es, wegen den Umfelds oder aus intrinsischer Motivation.
Einen Wechsel von System zu Intuitiv stelle ich mir sehr schwer vor (technisch und mental).
Das Thema hatten wir aber schon mal irgendwo.
Niemals fesselt mich ein Band, riegelt mich ein Riegel
Suchte meinesgleichen, fand nur Sünder ohne Zügel
(In Extremo, "Sünder ohne Zügel")