Archers Campfire

Wiederbeginn Bogenschießen nach Bypass OP am offenen Herz inklusive Sternotomie

Offline moeli

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Hallo zusammen,

ich habe mich relativ lange nicht mehr hier blicken lassen weil ich im letzten halben Jahr durch die Erkrankung der koronaren Herzgefäße vor völlig neue Herausforderungen gestellt gesehen habe. Mittlerweile habe ich drei Bypässe, der für die OP am offenen Herzen geöffnete Brustkorb (Sternotomie) heilt auch langsam wieder zusammen (die OP war Anfang Mai) und das Ganze tut beim Niesen auch nicht mehr ganz so dolle weh. Trotzdem soll und darf ich meinen Oberkörper erstmal nicht großartig belasten, ich darf z.B. (noch) keine schweren Lasten heben und soll bis 3 Monate nach der OP auch kein Fahrrad oder Motorrad fahren. Das allwissende Internet spricht im Abheilungsprozess von einer 30 %igen Stabilität des Brustkorbs nach drei, von einer 70 %igen Stabilität nach 6 Monaten.

Nun zu meiner Frage: Gibt es hier im Forum jemanden der das auch durchleben musste und der mir mit seinen Erfahrungen helfen kann ab wann und wie ich wieder mit dem Bogenschießen beginnen kann? Ein Bogen mit relativ leichten 25 Pfund Auszugsgewicht wäre schon vorhanden, jedoch habe ich mir jetzt schon alleine durch das nach 6 Wochen wieder begonnene Autofahren einen tierischen Muskelkater im Oberkörper eingehandelt, der nun langsam abklingt. Mein Arzt schweigt sich zum Thema Belastung durch Bogenschießen relativ aus und meinte nur lapidar nix zu übertreiben......

Bin auf Antworten / Erfahrungsaustausch gespannt, angenehmes WE noch und LG

Oeli

 :fire: :fire: :fire:
LG aus dem tiefen Westen

moeli


Daniel124

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Also erstmal gute Besserung!

Hab keine Erfahrungen mit dem Herzen aber mit Mobilisation nach einem schweren Unfall mit umfangreicher OP. Selbsthilfe hilft, und ich finds gut dass du es anpackst.
Kann dich auch verstehen: Das erste was ich damals wollte nachdem ich wieder kratteln konnte war Bogenschießen  :)

Ich würd die Bewegung und Belastung durch das Bogenschießen mit einem Theraband mit ein paar Kilo angehen und sehen was geht.

Grüße, Daniel


Offline Burgblick

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Guten Morgen ich hab das selbe mit 4 Baypassen auch durch gemacht vor 9 Jahren.Las dir Zeit ich hab erst nach einem halben Jahr langsam angefangen jeder hat eine andere körberlich Konstitution las dir Zeit und gute Besserung


Offline Waldgeist

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Leider oder besser Gott sei Dank habe ich keinerlei Erfahrungen mit einer solchen OP:
Ich wünsche Dir aber, dass Du recht bald völlig genesen wieder einen Bogen in die Hand nehmen darfst und kannst, um soviele Pfeile wie Du magst `raus zu hauen!
„Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!“
Cicero


Offline piti

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Ich würde mir einen guten Physiotherapeuten suchen und den fragen. Ein guter Freund von mir ist einer ;-) und der ist auch noch Bogenschütze. Vielleicht macht er auch ein telefonisches Beratungsgespräch, weiß ich ned ....
Ansonsten würde ich es langsam mit sehr wenig Zuggewicht angehen lassen.

Ich bin zwar auch Herzkrank, habe aber keinen Bypass sondern "nur" Stents. Das reicht mir  ;) , mehr will ich gar ned ....


Offline Kedde

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Moin Oeli,

erst-einmal ist es eine gute Botschaft das Du den Eingriff gut überstanden hast und weiterhin gute Besserung für Dich.  :yes:
Ich selber bin bisher von solch einer OP verschont geblieben, aber meine beiden Schwiegereltern hatten die gleiche OP. Da ging es nach der Reha ganz langsam wieder in die Normalität zurück. Lass Dir Zeit und höre auf Deinen Körper, er sagt Dir wann er genug hat. Fang ganz langsam wieder mit den Dehnübungen an und dann Schritt für Schritt weiter mit dem Bogen.
Das Dein Arzt sich in Schweigen hüllt kann ich nicht nachvollziehen, aber nimm es als halbe Zustimmung, er hat es ja nicht verboten.  ;)
Dein neuer Anlauf zum Bogenschießen kann auch eine gute Medizin für Deinen Körper bedeuten und die Heilung unterstützen.
Ich kann es nicht verhindern das ich Älter werde, aber ich kann verhindern das ich mich dabei langweile.
Es ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen das man nicht genossen hat.
Kedde`s Bogenblog
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Offline Feder

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Hallo, moeli,

die beiden Hälften Deines Brustbeines müssen mit einem gewissen Druck zusammengepresst werden, damit sie stabil zusammenwachsen können. Mikrobewegungen (Verschiebung/Zug) können gerade in den ersten paar Wochen dafür sorgen, dass dort eine dauerhafte Verschiebefläche (Instabilität) entsteht.
Die Spannung des Bogens im Vollauszug bewirkt den Druck, der das Zusammenwachsen begünstigt, aber die Rückenspannung und die kurze ruckartige Zugbelastung beim Ablass bewirken genau die Mikrobewegung, die die Heilung verhindert.

Ich würde an Deiner Stelle mit dem Bogenschießen warten, bis man anhand des Röntgenbildes von einer guten Durchbauung des Brustbeins ausgehen kann. Ein solches Rö-Bild mitsamt der Einschätzung der Stabilität kann der Chirurg um die Ecke vornehmen, zu dem Dich Dein Hausarzt sicher gerne überweist.

Wenns beim Niesen und Autofahren noch Probleme gibt, warte noch mit dem Bogenschießen!

Gute Besserung!