Archers Campfire

Geschwindigkeit...

Offline YoungArcher

  • Neuling
  • *
    • Beiträge: 21
Hallo Freunde,

wie haltet ihr es so mit der Geschwindigkeit?

Ich habe einen Langbogen der macht 145 fps was umgerechnet ca. 160 km/h entspricht. Was für ein Auto recht fix klingt ist für den Pfeile mal schnell ziemlich langsam...

Mit Recurves sind auch Geschwindigkeiten > 180fps(197km/h) an der Tagesordnung.

Wenn ich mir jetzt aber einen max gestellten  Schuss ansehe, also ca. 54m habe ich folgende Überlegung:

t = s/v gibt uns für den langsamen Bogen: eine Flugzeit von ca. t1 = 1,21 Sekunden. Für den zweiten: t2 = 0.99

Macht eine Differenz von ca. einer 1/5 Sekunde.

Macht das wirklich so viel aus?

Wer von euch schießt "langsame"  Bogen und wie kommt ihr damit zurecht?

LG YoungArcher


Offline Grombard

  • Feuerholznachleger
  • *****
    • Beiträge: 1523
  • Ja, ich hatte mal Haare!!!
    • Bogenbau Joachin Seeliger
Speed ist nicht alles, aber ab einer bestimmten Schwelle schafft man es einfach nicht mehr ins Ziel, weil man dann so dermaßen hoch halten muss, dass der Pfeil im besten Fall senkrecht im Rücken vom Ziel steckt.

Die Gleichung mit t=s/v ist nicht anwendbar.
Denn auf den Pfeil wirken nunmal verschiedene Kräfte.
Die Luft zehrt an seiner Geschwindigkeit.
Und die Ballistik verlangt, je niedriger die Geschwindigkeit ist, eine immer stärkere Parabel.
Diese verlängert den Weg und somit auch wieder die Zeit
irgendwas is ja immer


Offline ravenheart

  • Pfeil und Bogen - kenn ich
  • ***
    • Beiträge: 237
Erstmal..

Seit Einsteins "E=mc^2" wissen wir, dass es ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Masse und Beschleunigung gibt.
Das bedeutet, dass höhere Beschleunigung = höhere (Bewegungs-)Energie voraussetzt.

Nun verlieren fliegende Pfeile bekanntlich durch Luftreibung Energie... und zwar relativ konstant... und relativ alle gleich viel...
Logisch ist aber: Je mehr Energie sie anfangs mit bekommen, desto länger hält die vor, bis die Schwerkraft gewinnt und die Flugrichtung zum Erdmittelpunkt tendiert.

Der Bogenschütze nimmt das auf kurzen Distanzen als "flachere" oder im Gegenteil "ballistischere" Flugbahn - bzw. auf lange Distanzen als "maximale Schussweite" wahr.

Ich schieße Bogen von 25 bis 75# Zuggewicht und mit Pfeilgeschwindigkeiten von 120 bis 190 fps…
Und ja, natürlich gibt es Unterschiede...

Gerade im Turnier ist es angenehm, immer genau auf den Punkt halten zu können, und nicht bei jedem Schuss zu überlegen, wie viel man nun drüber halten muss, weil es weiter ZU SEIN SCHEINT als eben vorher...
(Und gute Parcoursteller können einen ganz schön in die Irre führen, was die Distanzen betrifft!)
Da hat ein schneller Bogen mit einer flachen Flugbahn schon deutliche Vorteile!

Rabe

« Letzte Änderung: Oktober 13, 2020, 04:37:35 Nachmittag von ravenheart »


Offline Daniel124

  • Robin auf der Hut
  • *****
    • Beiträge: 516
Hallo Freunde,
...
Ich habe einen Langbogen der macht 145 fps ... ist ... ziemlich langsam...
... wie kommt ihr damit zurecht?

Also der (glasbelegte oder gut gebaute hölzerne) Bogen ist ja in den seltensten Fällen wirklich langsam. Langsam wird das System über einen schweren Pfeil. Leicht ist unter 10 gpp, richtig schwer ist 15 gpp.

Wie komme ich mit langsam fliegenden Pfeilen zurecht? Bis 25 Meter ist es wurscht ... bzw. mit dem schweren Pfeil mit großen Federn treffe ich eher präzise. Darüber hilft dann der leichte Pfeil mit weniger Feder. Verhaut man sich in der Entfernungs-Fühlerei / -Schätzerei ist der halt eher noch auf dem Ziel.

--> Probiers doch mal aus! Leicht, mittel, schwer, 3-4 Pfeile von jeder Gewichtsklasse, anschließend weist du was dein Ding ist.

Never give up ...


Offline Gundog

  • Neuling
  • *
    • Beiträge: 22
Und die Ballistik verlangt, je niedriger die Geschwindigkeit ist, eine immer stärkere Parabel.
Diese verlängert den Weg und somit auch wieder die Zeit

Das ist so nicht pauschal richtig. Es kommt auf sehr sehr viele Parameter an.
Beispiel:
- leichter schneller Pfeil (schnelle V0)
- langsamer schwerer Pfeil (langsame V0)
Der schnelle Pfeil ist leicht und hat den äußeren Gegebenheiten (Wind etc.) weniger entgegen zu setzen wie der langsame aber schwere Pfeil.  Als Büchsenschütze kann man sowas in Ballistik-Programmen wie Streloc etc durchrechnen lasssen. Am Anfang ist die schnelle Kugel schneller, aber nach ca. 180m "überholt" z.B. die schwerer Kugel (gleiches Kaliber) weil mehr Masse da Schub gegen den Luftwiederstand (etc.) geben. Extremes Beispiel wäre hier Tischtennisball gegen Golfball...

Speed ist nicht alles. Ich habe für eine DM mal einen Bogen durch eine Sehne mit Dacron statt FF langsamer gemacht. Daher hatte ich einen eher verzeihenden Bogen der mit FF immer so an der Grenze war und kleine Fehler bei mir im Ablass nicht verzeihte.

Das gesamte System muss stimmen. Wenn das der Fall ist hilft ein schneller Pfeil evtl. "Schätzfehler" zu mildern.




Offline bear4ever

  • Pfeil und Bogen - kenn ich
  • ***
    • Beiträge: 149
  • Wer leichter glaubt, wird schwerer klug
mein RC hat bei ~ 385gn   ~180fps  mit 260gn 210fps die  Vorgabe vom Bogenbauer wäre 8gpp (320gn)
für mich fühlt sich aber der schwerer Pfeil besser an beim Schuß.
Deshalb verzichte ich auf ein paar fps und die flacher Flugbahn wobei bis WA 30m kein Problem besteht.
Isidor Astar       60"
Kodiak Magnum 52"
Supermag         48"  verk
Kodiak 59         60"  verk.
WM Silvretta     62"  verk.
Tochter: Bearpaw Mingo 50"
Frau: 
Mohawk Chief Hybrid Sonderediton
Isidor Astar 60" verk.
Wing Archery Slim Line verk.
Bearpaw Little Stick verk


Offline Sonuka

  • Erfahrener
  • ****
    • Beiträge: 485
Naja... mit ein wenig Tuning schafft man auf jeder Pfundzahl auf dem modernen Recurve 190 fps... weniger Pfund, leichterer Pfeil, weniger Energie im "Geschoss", ballistischere Flugbahn.
Soweit so logisch!
Meine persönlichen Erfahrungen....
35lbs geht eigentlich nur auf "Jagdliche" Entfernungen bis 40m danach ist alles quark... bzw. eine Frage der Übung.
40lbs... passt. keine Kraftprobleme, kann ordentlich im Anker stehen, und genügend "bums" im System für den Roten pflock, so dass das Bison beim 3 Pfeil auch wenigstens angekratzt wird.
Green Hunter Hybrid 45#@28"


Offline Landbub

  • Feuerholznachleger
  • *****
    • Beiträge: 1272
Naja... mit ein wenig Tuning schafft man auf jeder Pfundzahl auf dem modernen Recurve 190 fps... weniger Pfund, leichterer Pfeil, weniger Energie im "Geschoss", ballistischere Flugbahn.
Soweit so logisch!
Meine persönlichen Erfahrungen....
35lbs geht eigentlich nur auf "Jagdliche" Entfernungen bis 40m danach ist alles quark... bzw. eine Frage der Übung.
40lbs... passt. keine Kraftprobleme, kann ordentlich im Anker stehen, und genügend "bums" im System für den Roten pflock, so dass das Bison beim 3 Pfeil auch wenigstens angekratzt wird.

32# WAs (34# OTF) auf 70" Bogen und VAPs machen 220 fps und der Nullpunkt (also Zeigefinger am Pfeil) ist bei ungeschnittenem VAP genau auf den 50 WA-BB Metern.

derzeit aktiver Bogenkram:
Compound: PSE SupraFocus XL, SpotHogg, Shibuya & Viper Scope, TruBall Blade Pro / Carter 2Moons , Arctec
Blankbogen: WW InnoMax, WW WiaWis NS Graphene,  Shibuya Button, Zniper Rest
Instinctive Bow: SpiderBow Vultur 25" ILF "Vorderegger Edition", Uukha VX1000, Superrest


Offline kungsörn

  • Pfeil und Bogen - kenn ich
  • ***
    • Beiträge: 153
Und die Ballistik verlangt, je niedriger die Geschwindigkeit ist, eine immer stärkere Parabel.
Diese verlängert den Weg und somit auch wieder die Zeit

Das ist so nicht pauschal richtig. Es kommt auf sehr sehr viele Parameter an.
Beispiel:
- leichter schneller Pfeil (schnelle V0)
- langsamer schwerer Pfeil (langsame V0)
Der schnelle Pfeil ist leicht und hat den äußeren Gegebenheiten (Wind etc.) weniger entgegen zu setzen wie der langsame aber schwere Pfeil.  Als Büchsenschütze kann man sowas in Ballistik-Programmen wie Streloc etc durchrechnen lasssen. Am Anfang ist die schnelle Kugel schneller, aber nach ca. 180m "überholt" z.B. die schwerer Kugel (gleiches Kaliber) weil mehr Masse da Schub gegen den Luftwiederstand (etc.) geben. Extremes Beispiel wäre hier Tischtennisball gegen Golfball...

Speed ist nicht alles. Ich habe für eine DM mal einen Bogen durch eine Sehne mit Dacron statt FF langsamer gemacht. Daher hatte ich einen eher verzeihenden Bogen der mit FF immer so an der Grenze war und kleine Fehler bei mir im Ablass nicht verzeihte.

Das gesamte System muss stimmen. Wenn das der Fall ist hilft ein schneller Pfeil evtl. "Schätzfehler" zu mildern.


Ergänzend dazu kann ich auf einen älteren Beitrag, die Grafik in Antwort #43 in
https://www.archers-campfire.rocks/index.php?topic=5858.msg98654#msg98654
verweisen.

Ansonsten bleibt noch zu erwähnen, dass schwergewichtige Pfeile den Bogen meist auch leiser machen.
Zumindest für mich spielt das eine erhebliche Rolle.
Niemals fesselt mich ein Band, riegelt mich ein Riegel
Suchte meinesgleichen, fand nur Sünder ohne Zügel
(In Extremo, "Sünder ohne Zügel")


Online Seeker

  • Pfeil und Bogen - kenn ich
  • ***
    • Beiträge: 114
  • Wer ist hier aus Gummi?
35lbs geht eigentlich nur auf "Jagdliche" Entfernungen bis 40m danach ist alles quark... bzw. eine Frage der Übung.
40lbs... passt. keine Kraftprobleme, kann ordentlich im Anker stehen, und genügend "bums" im System für den Roten pflock, so dass das Bison beim 3 Pfeil auch wenigstens angekratzt wird.

35# adF, Pfeil hat 256gn =7.3gpp
Jagdrecurve 64", 24 Strang Mercury - also keine skinny string, Vo 202fps, die Pfeile fliegen wie ein Strich

Nullpunkt bei ca. 58m, kein Problem die IFAA Entfernungen bis 54m zuverlässig zu treffen.

BTW:
mit 40#, welche gpp schießt du da? Wenn deine gpp ähnlich sind wie meine ist die Parabel seehr ähnlich.
Immer meine Empfehlung - gib deine Werte in den Ballistik Rechner von Bogensportwelt ein und reche - die Unterschiede sind marginal.

Nachtrag, habe eben nochmal den Rechner bemüht um die Ballistikrechnung durchzuführen. Beide Setups habe ich jetzt viele viele tausend Pfeile geschossen und kann das Ergebnis des Rechners (Luftwiederstand wird berücksichtigt) auch bestätigen:
Nur marginaler Unterschied (es geht um weniger als 3-5 cm) in der Parabel von:
340gn, vo 196 fps (35# adF)
256gn, vo 202 fps (51# adF)

Vor 15 Jahren hätte ich dir zugestimmt, heute nicht mehr ...

LG
Klaus
« Letzte Änderung: Oktober 14, 2020, 11:24:42 Vormittag von Seeker »
Der Pfeil fliegt hoch, der Pfeil fliegt weit,
warum auch nicht, er hat ja Zeit.


Offline Sir Robin

  • Erfahrener
  • ****
    • Beiträge: 387
32# WAs (34# OTF) auf 70" Bogen und VAPs machen 220 fps und der Nullpunkt (also Zeigefinger am Pfeil) ist bei ungeschnittenem VAP genau auf den 50 WA-BB Metern.

Volle Länge VAP mit welchem Spitzengewicht?


Offline Landbub

  • Feuerholznachleger
  • *****
    • Beiträge: 1272
Volle Länge VAP mit welchem Spitzengewicht?

90 oder 100, müsste ich nachsehen
derzeit aktiver Bogenkram:
Compound: PSE SupraFocus XL, SpotHogg, Shibuya & Viper Scope, TruBall Blade Pro / Carter 2Moons , Arctec
Blankbogen: WW InnoMax, WW WiaWis NS Graphene,  Shibuya Button, Zniper Rest
Instinctive Bow: SpiderBow Vultur 25" ILF "Vorderegger Edition", Uukha VX1000, Superrest


Offline Sir Robin

  • Erfahrener
  • ****
    • Beiträge: 387
Ich komm mit 7gpp und 41# gerade so auf 202 fps, und das mit den Uuhka VX+... 220 ist schon ne Ansage mit 34#.

Lieber schieße ich allerdings volle Länge VAP mit 140 grain Spitze plus Prori 🙂 Das sind dann 8,8 gpp und ich lande "nur" bei 189 fps, aber für mich ein geiles Setup für 3d.


Offline Landbub

  • Feuerholznachleger
  • *****
    • Beiträge: 1272
Disclaimer: 15 EUR high End Chroni.
Aber er scheint grob zu passen. Die 335 fps meines Compounds habe ich mit nem anderen Croni bestätigt.

WAs sind auch UUkha: VX1000
derzeit aktiver Bogenkram:
Compound: PSE SupraFocus XL, SpotHogg, Shibuya & Viper Scope, TruBall Blade Pro / Carter 2Moons , Arctec
Blankbogen: WW InnoMax, WW WiaWis NS Graphene,  Shibuya Button, Zniper Rest
Instinctive Bow: SpiderBow Vultur 25" ILF "Vorderegger Edition", Uukha VX1000, Superrest