Archers Campfire

Rohschafttest und seine Vorgehensweise

Offline Speedi

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Hallo,

So ich hab jetzt mal eine Frage in Bezug darauf wie ihr einen Rohschafttest der Reihe nach vorgeht?

Bin ja noch nicht so lange in der Welt des Bogensport.

Meine ersten Pfeile, damals für einen 28# Recurvebogen, habe ich auf Beratung in einem Laden welcher selbst Bögen baut und verkauft mir fertigen lassen. Das waren damals welche mit 600er Spine in 30 Zoll Länge mit 100 Grain Spitzen. Hab nach dem ich das erste mal mit jemand auf dem Parcours war gleich mal erfahren das die eigentlich viel zu steif für meinen Bogen sind.

Hab mir mittlerweile einen anderen Bogen zugelegt und auch mal selbst Pfeile gebaut. Mein neuer Bogen hat 35# und ich ziehe um die 28"
Hab Pfeile mit 600 700 und 800er Spine bereits mal testen können, aber muss sagen bei meinem Recht ungenauen Schussbild fliegen alle recht gleich gut oder schlecht, je nachdem wie man es sieht  ;)

Jetzt meine Frage,  da ich meine neuen Pfeile mal per Rohschafttest bauen wollte.

Wie geht ihr der Reihe nach vor?
Die einen kurzen erst den Schaft auf ihre Wunschlänge und testen sich dann mit Spitzen ran, der nächste lässt den Schaft in voller Länge und kürzt den bis der rohschaft passt.
Der eine befindet wohl erst 3 Pfeile um dann den rohschaft recht nah an den 3 befiederten Pfeilen zu bringen usw.

Glaub je mehr ich lese und mehr Leute ich frage umso unschlüssiger werde ich bei dem Thema.
Viele machen den Rohschafttest auch wieder gar nicht, ist es  vielleicht auch noch unsinnig einen zu machen bevor man wirklich ein sauberes Schussbild hin bekommt? Die nächste frage6wäre ab wann ist ein Schussbild so genau um zu sagen es passt  :help:


Offline roscho

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Aus meiner Sicht macht ein RST erst mit einer gefestigten und stabilen Schusstechnik Sinn.
Bis dahin genügt ein 80% passender Pfeil nach Tabelle

Als Tabelle empfehle ich immer diese hier

http://www.shootingthestickbow.com/ArrowGuide.html
Nicht von Aluminium verwirren lassen - weiter unten ist eine Umrechnungstabelle für Carbon
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)
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Offline Mercenario

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Ein geschossener Rohschaft zeigt jeden Fehler im Stil oder im Material überdeutlich
Deswegen ist es auch für einen Anfänger mit nicht gefestigtem Stil kaum möglich das zu deuten
Wenn du auf 20 m schon 5 von 6 Pfeilen auf einen Kuchen Teller bekommst kannst du schon mal eine Tendenz sehen

Du musst halt in der Lage sein deine Pfeile zu gruppieren
 Wenn du das kannst schießt du 2 oder 3 befiederte und eine blankschaft auf 5 10 15 und 20 m und bewertest wie der blanke zu den befiederten steckt
Gruß Merc
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Offline cweg

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Bei deiner Beschreibung, nimm die Stabilsten! Das ist nicht böse gemeint, aber bis die Pfeile gut gruppieren gehen noch viele daneben und da ist Haltbarkeit wichtiger. Passen tun alle von dir genannten.


Offline Speedi

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Roscho, bei dir durfte ich ja schon mal bisschen was lernen, du kannst also ein bisschen sagen ob es Sinn macht oder noch nicht.

Ich habe mir mal Linkboy DIY Schäfte bestellt. In 700er Spine mit 80 Grain Spitzen. Hab mir noch Wraps und Protectorringe für vorne extra bestellt und bei Arrow Design Federn in 3 Zoll.

Also meint ihr am besten den Schaft auf 28-29 Zoll kürzen alles mal zusammen bauen und so schießen?


Offline roscho

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Genau !
Bau mal einen 29“  Pfeil und hab Spaß damit ;)
Kannst ja noch mal bei Guidl oder mir vorbei kommen ;)
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Offline Speedi

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Mitm Guido hatte ich es eh darüber als ich die bestellt hab, hat mir auch angeboten mit ihm den Test zu machen. Aber wie gesagt war ziemlich verwirrt , weil eben hier auch wieder geschrieben wird mit 3 befiederten Pfeilen zu schießen. Aber das würde ja bedeuten ich brauche erst mal 3 die ich quasi vorab baue bzw weiß das die passen, eben als Referenz oder?
Nimmt man dann 3 von einem alten Satz oder baut sich 3 zusammen wie man denkt das sie passen könnten und muss sie dann wieder auseinander legen um die nach dem Rohschafttest richtig zu bauen?

Entweder denke ich zu kompliziert oder stehe auf dem Schlauch  :new:  :help:  :wtf:


P.s. auf dein Angebot komme ich aber sehr gerne zurück,  hab eh gemerkt das ich bei dir was vergessen hab  :bang: wollte mich ja noch dankbar zeigen
« Letzte Änderung: September 14, 2019, 02:15:56 Nachmittag von Speedi »


testjan

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Man kann auch ganz ohne befiederte Referenzpfeile grob testen. Ein nicht passender Rohschaft fliegt eine deutlich sichtbare Kurve.

Ich sehe es aber wie meine Vorschreiber: anfangs reicht es vollkommen aus, wenn die Pfeile grob passen. Die Bearpaw Tabelle finde ich auch recht gut. Lieber erstmal einen Haufen Pfeile nach Tabelle bauen, viel schießen und dabei auf den Aufbau einer soliden Technik achten, penibel ausgeschossene Schäfte braucht es in der Phase noch nicht.


Offline Daniel124

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Also ich finde dass wenn jemand schon ne Weile schießt kann er auch als Anfänger mal nen Rohschafttest machen. Immer noch besser als zweifeln.
Auf 7 Meter oder so. Halt öfter schießen, da zeigt sich dann eine glaubwürdige Tendenz.

@ Speedy, du hast ja nun schon eine Auswahl an Schäften. Schneid von jeder Sorte bei einem die Federn runter und schieß sie auf kurze Distanz. Ich glaube du wirst schnell sehen welcher viel zu steif / viel zu weich ist und welcher hinkommt. Nebenbei siehst du ob dein Nockpunkt ungefähr passt.
Bei dem der am besten steckt kannst du dann noch (gleich oder später) mit Spitzengewichten optimieren.
Ich tippe bei deinen Daten - mit Fastflight - auf den 700er mit 100 Grain Spitzengewicht und - mit Dacron - auf den 800er.

Einfach machen, von nichts kommt nichts, und du wirst an Erfahrung gewinnen, dann brauchst du nichts mehr glauben  ;)
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Offline mK

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Genau !
Bau mal einen 29“  Pfeil und hab Spaß damit ;)
Kannst ja noch mal bei Guidl oder mir vorbei kommen ;)

Make it so! Der Rohschafttest kann auch sehr frustrierend sein, wenn man die Ergebnisse nicht korrekt interpretieren kann.
Isidor Cajun 60" 40#
JS Rover 48" 40#
JS Barracuda 54" 35#
Black Hunter Hybrid 60" 40#
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Offline Landbub

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Hab ich die Infos übern Bogen überlesen?
Denn wenn der über Mitte geschnitten ist und einen Button hat, so ist ein genau passender Pfeil weit weniger wichtig, als wenn dein bogen aufs Archers Paradox angewiesen ist.

Für Anfänger rate ich immer zu nach Tabellen eher zu harten Pfeilen und ggf. mit etwas schwererer Spitze als man sie normal schiesst. Macht den Pfeil robuster und etwas schwerer, was tendenziell eher gutmütig auf Lösefehler wirkt.
derzeit aktiver Bogenkram:
Compound: PSE SupraFocus XL, SpotHogg, Shibuya & Viper Scope, TruBall Blade Pro / Carter 2Moons , Arctec
Blankbogen: WW InnoMax, WW WiaWis NS Graphene,  Shibuya Button, Zniper Rest
Instinctive Bow: SpiderBow Vultur 25" ILF "Vorderegger Edition", Uukha VX1000, Superrest


Offline Daniel124

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Hallo Speedy,

hab schnell auf 6 Meter 3 Rohschäfte mit einem 35# Trad. Recurve geschossen mit 28" Auszug, siehe Foto.
- Der linke, weißer Nock, ist zu weich (800er),
- der mittlere, oranger Nock, passt (700er),
- der rechte, grüner Nock, ist zu steif (600er).

So sieht das aus. Kein Hexenwerk.

Auf längere Distanz wären der zu steife und der zu weiche an der Scheibe vorbeigeflogen, so stark biegen die falschen Pfeile ab. Federn würden das auf längere Distanz ganz verhindern, auf kurze aber nur verbessern. Man denkt dann (als Einsteiger) es liegt an einem selbst dass man auf kurze Distanz Links- oder Rechtslage hat - und das ist das Fatale.

Probier ruhig Rohschäfte zu schießen, du lernst das schon.
Und es lohnt sich: Erstens kann dich dann kein Händler mehr an der Nase rumführen, zweitens wirfst du kein Geld mehr zum Fenster raus und drittens triffst du besser.

--> Es wäre aber schon hilfreich zu wissen, was du für einen Bogen schießt, und wie, intuitiv oder mit Visier oder mit Zielsystem.

Und jetzt noch zu deiner Frage hinsichtlich Reihenfolge:
Rohschaft auf Wunschlänge kürzen und dann mit Spitzengewichten optimieren. Geht das nicht mit diesem Rohschaft, sagen wir mal mit Spitzengewichten zw. 80 und 125 Grain, ist der nächst weichere oder steifere dran, je nach Schießergebnis.

Grüße, Daniel



 
« Letzte Änderung: September 14, 2019, 07:27:13 Nachmittag von Daniel124 »
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Offline roscho

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Ich möchte auch gerne auf das hier verweisen ;)
https://www.archers-campfire.rocks/index.php?topic=2999.0
Bogenschiessen ist einfach, aber nicht leicht ;)
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Offline Speedi

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Hab ich die Infos übern Bogen überlesen?
Denn wenn der über Mitte geschnitten ist und einen Button hat, so ist ein genau passender Pfeil weit weniger wichtig, als wenn dein bogen aufs Archers Paradox angewiesen ist.

Sorry, ganz vergessen zu erwähnen, aber ging mir dabei ja mehr um das wie ihr der Reihe nach vorgeht beim Test.

Ich schieße einen ich nenne ihn mal Stringwristlerbogen  ;)
17"  China Mittelteil dazu die Bosenbow Wurfarme Hybrid in Medium und eine Sehne vom Guido, müsste FF oder Mercury sein.

Den Thread kenne ich Roscho, damit habe ich mal meine Pfeile mit 600er Spine getestet und festgestellt das sie wohl etwas zu hart sind.

Ach ja zum Spinewert noch mal. Hab viele Seiten usw durch gemacht mit Spinewertrechnern . Bei einem Hybriden von was geht man da aus bzw mit was rechnet man den aus?? Als Recurve oder modernen Langbogen oder was nimmt man sonst? Komme je nachdem was man wählt und welchen Rechner man nutzt auf irgendwas von 600 bis 800.


Offline Daniel124

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Habe schon für 2 Hybriden Rohschäfte ausgeschossen. Reagierten wie ein Trad. Recurve.

Wenn du wissen willst was für genau deinen Bogen und deinen Auszug und deinen Schießstil und deinen Griff rauskommt, dann kommst du am Rohschafttest nicht vorbei: Für 35# auf den Fingern je einen 800er, 700er, 600er bestellen und 80er, 100er, 125er Spitze dazu. Ausbrobieren ... und die Schäfte aufheben für den nächsten Rohschafttetst, z.B. bei Änderung Sehne, Schießstil, anderer Griff, ...  ;)
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