Hi zusammen, sorry für kurz off-topic, aber die Frage treibt mich schon länger um...
ehrlich gemeinte Frage: kann man diese 15% +/- nicht auch dazu nutzen, die Wurfarme eines beliebigen Herstellers wieder in den optimalen Bereich zu drehen? Ich weiß es echt nicht, aber haben alle Hersteller den gleichen Anstellwinkel? kann ich mir nicht vorstellen.
schon ziemlich viel off-topic, doch ich würde mich dabei gerne beteiligen.
Bei ILF, und über die geht es beim Gillo, sind mir keine besonderen Unterschiede bei den Anstellwinkeln bekannt. Das bewegt sich über alle Hersteller hinweg so in dem Verstellbereich ihrer Wurfarmschrauben. Nur Gillo schert dabei aus.
Aber: Anstellwinkel hat nichts mit Deflex zu tun. Deflex definiert sich meines Wissens nach als projizierter Abstand zwischen Pivot Point und letzter Auflagepunkt der Wurfarme am Riser. Legt man eine Linie zwischen oberen und unteren Auflagepunkte und misst dann im rechten Winkel von dieser Linie zum Pivot Point, hat man den Deflex. Viele Holzmittelstücke haben nur wenig Deflex, die meisten olym. Recurve Riser haben mehr Deflex. Deflex müsste bei der Standhöhe mitberücksichtigt werden und beeinflusst die internen Spannungen im Wurfarm bei Vollauszug.
Der Anstellwinkel beeinflusst die Vorspannung im Wurfarm bei Standhöhe und damit auch die Spannungen bei Vollauszug. Und ja, so gesehen auch die Standhöhe. Trotzdem sind Anstellwinkel und Deflex zwei verschiedene Dinge.
Womit ich seit Jahren ein Problem habe: Bisher hat mir noch niemand, kein Einziger, erklären können was ein "optimaler Bereich" für Wurfarme sei. Genauso wenig was ein optimaler Wirkungsgrad bei Wurfarmen ist. Und schon gar nicht wie man eines davon als solches erkennt, geschweige denn "einzustellen" hat.
Dabei ist mir schon klar das, gerade im Beispiel vom Gillo, wenn man die Wurfarme extrem Richtung Schütze kippt, man mehr an den Wurfarmen zieht aber diese dabei nicht biegt. Und umgekehrt, dass man dann die Wurfarme ins Stacking biegt und nahe an den Bruch heran zieht kann. Beides ist aber doch nur eine Verhältnismäßigkeit zwischen Wurfarm-Spannung und Zugkraft inklusive Zugrichtung über die Sehne. Aber der Wurfarm alleine, als mechanisches Federelement, hat doch keinen "optimalen Arbeitsbereich". Es gibt den Arbeitsbereich der bei Spannung Null anfängt und erst beim Versagen der Konstruktion (z.B. Bruch) endet.