Archers Campfire

SICHERHEITSTECHNISCHE UND BAULICHE REGELN FÜR BOGENPLÄTZE


Offline Cayuga

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Vielleicht solle man die 3D Parcours in die Innenstädte verlegen, da ist ja schon fast alles ausgeschildert?

Auch das gibt es ja, zumindest im dörflichen Raum. Ich denke jetzt an "Das verrückte Dorfturnier". Das findet tatsächlich zu einem großen Teil im Ort statt. Bei Bürgern im Vorgarten, im Garten, im Biergarten, im Innenhof, etc. In dem Dorf bzw. in den umliegenden Flächen fand übrigens die erste IFAA Weltmeisterschaft auf deutschem Boden statt und der Verein ist meines Wissens stark in den DFBV eingebunden. Es geht also auch abseits dieser Sicherheitsrichtlinie, wenn die Ausrichter auf die Sicherheit achten, sehr erfahren sind, ein Gespür für Risiken haben und bereit sind, auch ein gewisses Risiko einzugehen. Aber das ist schon eine große Ausnahme.

Bisher habe ich den Thread hier sehr intensiv und interessiert verfolgt. Die überarbeitete Richtlinie hat zumindest zu einer größeren Diskussion geführt. Das finde ich schon mal einen großen Pluspunkt, denn sie sensibilisiert damit zumindest uns hier für Risiken im Bogensport. Risiken sind übrigens immer zu managen. S(orry, aber jetzt kommt mein beruflicher Hintergrund zum Tragen).  Dazu muss ich mir der Risiken aber auch mal bewusst werden und einen Plan haben, wie ich die Risiken minimiere. Und dazu trägt die Sicherheitsrichtlinie der drei Verbände bei. Wenn wir jetzt auch in unseren Vereinen darüber diskutieren, tragen wir alle zur Sensibilisierung bei und erhöhen damit die Sicherheit im Bogensport.
Bögen:
Langbogen Verus von DerBow 42# @ 31“
Langbogen Bodnik Super-Cayuga 44# @ 32“
Pfeile:
Fichte 11/32 mit Nocktaper auf 5/16 (selbstgebaut)


Offline kungsörn

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Cayuga, ich hab mich ja hier auch ziemlich ein- und abgearbeitet. :bla:

In Punkto Sicherheitsbewusstsein habe ich hier - und in über 20 Jahren auch auf Parcours – keinen Parcourssteller getroffen,
der das verharmlost oder gar ausgeblendet bzw. ignoriert hätte, auch wenn es denen immer wieder unterstellt wird.

Du hast Recht, dass ein Verband dafür sensibilisieren sollte.
Ein Leitfaden oder Hilfestellungen im konkreten Einzelfall würden den Betreibern enorm helfen.
Das aktuelle Pamphlet tut das aber genau nicht, weil es ausschließlich vom Veranstalter/Betreiber fordert und gängelt.
Eine ggf. individuelle Verantwortung des Schützen wird so auf den Betreiber übertragen, ohne dass der dadurch echte Rechtsicherheit erhält.

Wie schon mehfach geschrieben: ein Bärendinst...oder so beabsichtigt. 8)
Niemals fesselt mich ein Band, riegelt mich ein Riegel
Suchte meinesgleichen, fand nur Sünder ohne Zügel
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Offline Kuckingen

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Ich habe in meinen ersten 5 Jahren genug Parcoursbetreiber gefunden, welche das verharmlost haben. Es ist sehr viel besser geworden. Dank Arbeit und Aufklärung und Regeln.


Offline Landbub

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Ich habe in meinen ersten 5 Jahren genug Parcoursbetreiber gefunden, welche das verharmlost haben. Es ist sehr viel besser geworden. Dank Arbeit und Aufklärung und Regeln.

Dito. Oft mal angelegt mit einer Handvoll Ziele für einen persönlich, dann kamen Freunde, dann deren Freunde, dann bieten diese einem Geld für die Nutzung an, dann denkt man sich "warum nicht, kann ich mehr Ziele kaufen" und nach 2 Jahren steht da ein Parcours mit 28 Zielen, der nie so wirklich geplant war. Kenne ich mindestens 2, die so entstanden sind. Und bei einem liegt die Sicherheit immer noch im Argen. Aber die Leute, die da unterwegs sind, gehören zu den umsichtigen und auch treffsicheren. Und andere finden den nicht.
Abonniert bitte https://www.youtube.com/@ArcheryGirls
Das motiviert meine Jugendgruppe ganz enorm, hier weitere Videos zu produzieren.

Beherrscht du deinen Bogen oder beherrscht er dich? So findest du deine ideale Zugkraft: https://youtu.be/-8xkYqie5x8


Offline kungsörn

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Also „sensibilisiert“ heißt für mich nicht, dass einfach alle möglichen Richtlinien und Regelwerke präzise umsetzt und jederzeit damit gerechnet wird,
dass der Schütze im Auszug von einem Meteoriten getroffen wird.
Andersrum darf es auch ein bisschen mehr sein, als die Hand vors Gesicht zu halten, wenn der Apfel auf dem Kopf liegt.  :o

„Sensibilisiert“ heißt für mich, Gefahrenbewusst, mit Weitsicht und Erfahrung aufmerksam zu agieren, Risiken realistisch einzuschätzen.
Das geht im kleinen Kreis auch ohne Absperrungen, wenn alle die Augen – für sich und Andere - offen haben und sich aufeinander verlassen können.
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Offline Waldgeist

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" „Sensibilisiert“ heißt für mich, Gefahrenbewusst, mit Weitsicht und Erfahrung aufmerksam zu agieren, Risiken realistisch einzuschätzen. Das geht im kleinen Kreis auch ohne Absperrungen, wenn alle die Augen – für sich und Andere - offen haben und sich aufeinander verlassen können. "

Sehr richtig und eigentlich auch selbstverständlich. Schwierig wirds jedoch vor allem immer dann, wenn sich absolut unerfahrene (und damit unsichere) Schütz*innen auf dem Parcours befinden. Immer wieder zu beobachten, wenn z.B. am sonnigen Wochenende die Mama mit ihrem Sohn und dessen besten Freund - natürlich nach kurzer Einweisung durch jemand, der vom Parcours beauftragt ist - auf dem Parcours unterwegs sind. (Anmerkung: Mehrfach erlebt ... )

„Jeder Mensch kann irren, nur Dummköpfe verharren im Irrtum!“
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Offline Stringwistler

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  • Der Bogen schießt... aber die Sehne trifft...
    • Bestandssehnen vom Stringwistler unter.....
Du... das sind aber auch nicht immer nur Anfänger.

Vor einigen Jahren waren wir auf einem neuen Turnier in Hessen, da stand in einer Wiese ein Hasen Märchen von Nature Foam.
Schuß auf ca. 18m und ziemlich flach.
Wir liefen dahinter ca. 50-60m weiter einen Feldweg runter und bemerkten die Situation erst recht spät und das hat 2 der Schützen nicht abgehalten, für einen Moment zu warten.
Wer die Naturefoam Tiere kennt, weiß daß das eine heikle Geschichte war, die ganz leicht verhindert worden wäre, wenn der Abschusspflock 5m nach links geschoben würde.
Ich hab es dem Ausrichter gesagt und da es ein 1 Tagesturnier war, wurde für den Tag auch nix geändert und mit dem Satz.... "das ist doch sicher, so hoch schießt doch keiner drüber. "
Von Abpraller wollte keiner was wissen...

Solche oder ähnliche, oder noch brenzligere Sachen, hab ich in 40 Jahren unzählige erlebt und immer dem Ausrichter Wissen lassen.
Fast immer wurde meine Sicherheitsmeinung kleingeredet oder in Frage gestellt.
Bei so was finden sich einfach viel zu viele Bogenschützen um unfehlbar...
Irgendwann hab ich es aufgegeben und fahre einfach nicht mehr auf das Turnier. 😢
Servusla, Gruß Guidl...

https://stringwistler.blogspot.de/

58"Spätzchen TD v.Chris😉
Stegmeyer TD- Hybrid 60"40lb@30"
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White Feather Lark 19"Junxing Pharos Hybr.63",
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Offline Bambus

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  • Ich bin Choleriker, zeigs es aber nicht ...
Dto, vor Jahren mal auf einer DM des DFBV. Flacher Schuß auf eine "fliegende" Ente, im Hintergrund sah man andere Schützen senkrecht zur Schußrichtung vorbeigehen. Aussage: kein Problem, alles genau ausgerechnet incl. Zeichnungen...  ::)
Vielleicht fällt mir ja noch was ein...


Offline Waldgeist

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Mir ging es auch nur um eben die geschilderte Situation.
Was ihr da zu berichten wisst betrifft ja den Betreiber/Ausrichter. Derlei würde ich noch mal kritischer einschätzen!  :wuerg:
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Offline Chamois

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Gerade am Tag der Veröffentlichung dieses Dokuments hatte ich einen Vorschlag für eine Sicherheitskonzept an den Vorstand unseres Schützenvereins geschickt.  ::)

Das soll für unsere zukünftige Außenanlage sein, die aber nir eine Wiese mit Schießbahnen sein wird. Da scheint sich ja zumindest in Sachen Abstände etc. Gott sei Dank nichts geändert zu haben.

Ich muss sagen, dass auf den Parcours auf denen ich bisher unterwegs war eigentlich immer Alles sehr sicher gewirkt hat, bis auf den privaten Platz eines Vereins, der aber auch nur mit Vereinsmitgliedern begangen werden darf. der its aufgrund der begrenzten Fläche so gestellt, dass man an 1-2 Stellen auf potentielle andere Gruppen achten muss.



Offline kungsörn

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Jeder hier hat Bilder im Kopf, wenn er die Geschichten so hört und liest.
Und egal, ob über- oder untertrieben, kann man sich die schlimmsten Szenarien damit ausmalen.

Die tatsächlichen Unfallzahlen zeigen aber ein anderes Bild.
Statistisch gesehen, ist der am miesesten abgesicherte Parcours sicherer, als die öffentliche Straße.

Bitte nicht falsch verstehen:
Ich finde es absolut richtig, dass man – als erfahrener Schütze - auf mögliche Gefahrenquellen hinweist, um ggf. den Betreiber zu unterstützen.
Als solcher könnte man z.B. auch vorgeschlagen, ein zunächst improvisiertes Warnschild oder einen „Warnposten“ aufzustellen.
Man kann selbst auch folgende Gruppen darauf hinweisen usw.
Ich mache das auch gelegentlich und wenn mir eine Situation zu heikel ist, würde ich mich entsprechend ver- bzw. fernhalten.

Mein eigenes Sicherheitsgefühl gibt mir aber nicht per se das Recht, dem Veranstalter mangelndes „Sicherheitsbewusstsein“ zu unterstellen.
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Offline Waldgeist

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@ Kungsörn:
Du beginnst Deinen Beitrag mit Unterstellungen des "Über-" bzw. des "Untertreibens" und kommst dann mit einer , die es doch
offensichtlich gar nicht gibt. Dabei geht es doch nicht um die Art und Weise des Reagierens auf irgendwelche Schadengeschehnisse sondern um deren Vermeidung! Dein persönliches Sicherheitsgefühl in allen Ehren - Deiner Logik folgend ist auch nicht der Punkt.
Es gab mal eine Kampagne unter dem Motto: Gefahr erkannt - Gefahr gebannt! Das ist die Wahrnehmung von Verantwortung auch im Licht der sozialen Gesellschaft. Da gibt es nun mal Bereiche, wo es besondere nämlich präventive Verantwortung gibt
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Offline kungsörn

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@ Kungsörn:
Du beginnst Deinen Beitrag mit Unterstellungen des "Über-" bzw. des "Untertreibens" und kommst dann mit einer , die es doch
offensichtlich gar nicht gibt. Dabei geht es doch nicht um die Art und Weise des Reagierens auf irgendwelche Schadengeschehnisse sondern um deren Vermeidung! Dein persönliches Sicherheitsgefühl in allen Ehren - Deiner Logik folgend ist auch nicht der Punkt.
Es gab mal eine Kampagne unter dem Motto: Gefahr erkannt - Gefahr gebannt! Das ist die Wahrnehmung von Verantwortung auch im Licht der sozialen Gesellschaft. Da gibt es nun mal Bereiche, wo es besondere nämlich präventive Verantwortung gibt
Ich war ja nicht dabei, was nicht heißt, dass ich es nicht grundsätzlich glaube.
Trotzdem hatten die allerwenigsten Geschichten, die ich in meinem Leben so gehört und gelesen habe, im Grunde nur einen wahren Kern.  ;)

Es geht mir um den Begriff der „Sicherheitsbewustseins“, was man niemanden absprechen darf, weil man einer anderen Auffassung ist.
Letzteres glaube ich in den Beiträgen davor zu erkennen.

Dass (überall) die Menge und der „Blödheitsgrad“ von Usern stetig steigen, liegt doch auch an den ständig steigenden Sicherheitsvorkehrungen.
Quasi eine Einschränkung natürlicher Auslese. Egal wie man das jetzt moralisch bewertet.
 
Dummerweise liegt den Erstellern der Vorschriften meist daran, sich zuerst mal selbst juristisch schadlos zu halten.
Versicherungen machen ihre AGBs nicht, um Schäden zu vermeiden, sondern um nicht zahlen zu müssen.
Das ist dann ein Teufelskreis in der Gesellschaft.

Warum sorgt man nicht ernsthaft dafür, dass die jungen Leute weniger saufen und Fentanyl fressen (Aufklärung, Perspektiven geben, Strafmaße ausnutzen…)?
Da baut man lieber Geländer an den Bahnsteig, damit man das „Problem“ nicht auf der Schiene liegen hat.

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Online ED

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Was hatte Absynth geschrieben:

"Und bitte, bitte... Möge es doch niemand kommentieren und einfach nur hinnehmen... 😇"

  :welcome:
Beste Grüße

Norbert

"Das beste Essen ist immer noch das Trinken"
© Heinz Erhardt

Derzeit:
Lang- und Recurvebogen von Hohenreiter, Shrew Bow von Bodnik, Spiderbows Condor C.V. Trinity ILF und Blacktail Elite VL