Kuckingen,
also, ich hab eigentlich noch ganz gute Augen und ich sehen in einer lebensgroßen Tierattrappe keine Scheibe. Auch nicht, wenn man sie auf 50m stellt, sorry.

Ich lasse mir aber auch sonst nur ungern erklären, wie und was ich zu sehen und zu denken habe.
Mal ehrlich!
Die Leute sind doch nicht blind.
Das ist doch kein polierter Granitstein, den man 20% der Menschheit als magischen Glücksbringer unterjubeln kann.
Und während Du dem interessierten Sponsor einen sauberen Kill an einem Reh vorführst und gleichzeitig anmerkst, dass Du für den Erfolg auch auf Gemüse schießen würdest,
denkt der darüber nach, wo er sein Logo auf Dir platziert.
Nur für den Fall, dass sich das doch mal ganz viele junge Leute angucken wollen.
Der „Graben“ besteht doch darin, dass die einen ihren Jagdtrieb ausleben wollen und die anderen ihrem Drang zur Selbstdarstellung (genannt: sportlicher Erfolg) nachgehen.
Beides ist nur zu menschlich und im Grunde auch nicht so verwerflich, dass man es nicht benennen darf.
„3D“ ist nun aber ursprünglich und offensichtlich eine Spielwiese des Jagdtriebs gewesen.
Nun wird es, nach den klassischen Regeln eines Verdrängungswettbewerbs, diskreditiert und unter dem Synonym „3D-Sport“ verwässert.
Es weicht – besonders im kleinen Vereinsuniversum und den Parcours - immer mehr dem sog. „olympischen Gedanken“:
Weiter, schneller, weiße Hosen…aber mit Logo

.
Die Spielwiese der Möchtegernjäger, Freizeitnostalgiker und der altgewordenen Kinder wird hier nicht nur verschoben, sondern gezielt unterwandert und aufgelöst.
Das ist in Teilen das, was Gartenpinguin mit „Herz und Seele“ meint.
Und, bitte nicht falsch verstehen. Ich halte mich auch ein stückweit für einen „Selbstdarsteller“.
So, wie die meisten hier, wenn sie denn mal ein paar Minuten in sich gehen.
Und, ich heiße jeden auf dem Parcours willkommen, der das erleben möchte.
Aber: Bitte lasst die Gegebenheiten eines 3D-Parcours in seinem jagdlichen Kontext bestehen.
Wer scheiben schießen will, kann das auch auf Scheiben tun.
Es bricht einem eben nicht das Herz, wenn man sich in Material und Schießstil dem jagdlich Traditionellen anpasst.
Und man verliert nicht seine Seele, wenn man das in blauen Jeans oder Jogginghosen tut.
