Archers Campfire

3D (nach DFBV) - Setup für Systemschützen


Offline Landbub

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Oh ja, sowas gibt es ohne Zweifel in allen Bogenschießklassen, aber nie habe ich das so stark verankert gefunden, wie beim traditionellen Bogenschießen.

Tatsächlich sehe ich vieles von dem, was du geschrieben hast, auch in anderen Bogenklassen. Vielleicht werden da keine selbst-punzierten Armschoner verschenkt, aber sich immer gegenseitig geholfen, z.B. mit einem Auflageblech, das einer als Ersatz dabei hat, und der, der sichs um Gebüsch verbogen hat, leider nicht. Und wichtig - das auch im Wettbewerb. Der Kamerad ist aber auch der Gegner und man freut sich, natürlich nur innerlich, wenn dem mal ein Schuss nicht so gut gelingt. Genau diesen Kontrast sehe und mag ich in den Wettkämpfen. Bogenschützen sind füreinander da, auch in Wettkampfsituationen. Kraftfutter oder Antibrumm teilen, Schatten aufs Scope oder Peep geben, mit dem Fernglas Treffer ansagen oder warnen, wenn Geäst oben nah am Wurfarm ist. Aber dennoch will man ein Ziel nicht gemeinsam erlegt haben, sondern selber besser als der andere gewesen sein. Aber man macht natürlich auch gerne ein Gruppenselfie mit Tier, wenn da mal 8 oder 12 Pfeile in der 10 und 11 stecken. Dieses wird dann bei der Siegerehrung auch gerne anderen Gruppen gezeigt mit "da schau, so hats da bei UNS ausgschaut".

Was ich aber immer noch nicht verstehe: wo spielt da das Material / Zielen eine Rolle? So wie du schreibst, ist es ja eh eher sekundär, wessen Pfeile am besten stecken. Insofern sollte doch ein Systemschütze eher einen Mehrwert für die Gruppe bringen aufgrund seines anderen Könnens.
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Offline Grendel

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Ich habe Angst, dass das Herz und die Seele, insbesondere des traditionellen Ursprungs, verloren gehen.

Folgende Frage ist ernst gemeint, auch wenns vielleicht anders klingt:

Wo / wie bekommst du "Herz und Seele" beim Bogenschießen beigebracht? Wo erfährt man diese? Mit "Ruhe und Entschleunigung" oder sowas könnte ich was anfangen. Geht im Wald besser als auf der Bogenwiese und bei der lockerer Parcoursrunde besser wie im Trainingsprogramm.

Aber Herz und Seele? Vor ein paar Monaten frage ich schon nach, was denn die "Seele eines Bogens" sei, die überspringen muss...
Wie bringst du das einem Bogenschüler bei?

Sei gnädig mit der Antwort - für mich ist ein Bogen sowas wie ein Tennisschläger. Oder Langlauf-Ski. Er muss halt funktionieren.


Herz und Seele, ja - das kommt irgendwie von alleine - aber nicht primär durch das Bogenschießen selbst, sondern durch die Leute mit denen man das gemeinsam macht.
Für mich ist das Traditionelle vor allem die Freunde mit denen man jede Woche abends am Lagerfeuer sitzt. Es ist der Spaß und der Unsinn, die tiefen Gespräche, das gemeinsame Lachen und Weinen.
Es ist die geteilte Bratwurst am Grill. Es ist die Schachtel Zigaretten die man nur zur Not für einen Schützen jedes mal mitbringt, falls er wieder mal seine vergessen sollte.
Es ist der Beitrag zur Gruppe den ein jeder von uns mitbringt, egal ob er ein toller Schütze oder gar ein Bogenbauer ist.
Es ist das zum Geburtstag einfach mal was Individuelles aus Leder zu bauen.
Es ist das bei -10°C und 80 km/h Ostwind gemeinsam Leiden.
Ein einzelner Erfolg in der Gruppe ist ein Gruppenerfolg - weil alle was dazu beigetragen haben.

Es ist gewissermaßen ein Freundschaftsbund. Und das ist ein sehr starker Antrieb um vieles auf die Beine zu stellen.
Wenn man sich darauf einlässt, lernt man mehr als nur das Bogenschießen kennen - vielleicht sogar die Liebe seines Lebens.

Oh ja, sowas gibt es ohne Zweifel in allen Bogenschießklassen, aber nie habe ich das so stark verankert gefunden, wie beim traditionellen Bogenschießen.
Es passiert einfach von alleine, weil man beim traditionellen Schießen in der Natur, bei Kälte, Wind, Regen, Sturm oder Schnee nach einer gewissen Zeit vor allem körperliche und psychische Bedürfnisse hat. Sowas wie Wärme, Hunger, Verletzungen behandeln - also ganz ursinnige Dinge. Und sowas als Gruppe zu lösen schweißt zusammen. Gewissermaßen automatisch.

Man könnte vielleicht sagen, dass es das Gefühl ist, wie als Urmensch in einer Gruppe auf die Jagd zu gehen.
Der Jagderfolg ist der Gruppenerfolg - jeder hat etwas beigetragen und alle haben etwas davon.

Wer heute der Natur trotzt, durch Kleidung mit eingearbeiteten Heizspiralen, dem Köcher voller Snacks und nur mit dem Ziel der maximalen Punktzahl, der verwehrt sich selbst häufig genau solchen Situationen und rutscht da auch nicht hinein.

Und dann gibts Leute die Gap schiessend, mit Monokular und Rangefinder ausgestattet, Grödel an den Schuhen und gehüllt in feinsten Engelbert Strauss Zwirn durch den winterlichen Wald huschen und trotzdem mit Freunden dann bei der Laabe sitzen. Sich dort ein wohlverdientes Bier gönnen, bissl Gams Salami und Bauernbrot futtern und sich unterhalten und Spass haben.

Punkte werden natürlich gezählt, das Schiessen wird ernst genommen... Moderne Technik, moderne Schiess / Ziel Methoden und sportlicher Ehrgeiz schließen das Gemeinsame und Gesellige nicht aus.

Haselnussstecken und Holzpfeile sind da keine zwingende Voraussetzung .
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Offline kungsörn

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Landbub, ich hab auch zwei Mädels daheim. In genau dem Alter, in dem die Eltern abwechseln schwierig und dann wieder peinlich sind.
Hinter die Anmerkung mit dem gebundenen Papier hätte man auch ein Ironie-zeichen setzen können, oder sollen...ja.
Mein Hinweis auf Hawkeye kommt aber nicht von ungefähr. Ich möchte jungen Leuten immernoch ein gewisses Maß an Intelligenz unterstellen.
Die machen sich auch ihre Gedanken, wie man etwas erreicht und zu welchem Preis.

Cweg, du nennst es Fokussieren. Ich habe es als Zielen bezeichnet.
Wir meinen sicher das selbe und können es gerne Fokussieren nennen.
Auch der Begriff der Tradition ist sehr dehn- und drehbar. Ich will mich deshalb an dessen Definitionen nicht abarbeiten.

Herz und Seele ist etwas sehr persönliches. Der Bezug zur Tradition (Geschichte) ist genauso stark oder schwach, wie er individuell ist.
Dinge entwickel sich. Das ist OK und wir alle sind froh, den Bogen als Hobby und nicht fürs nackte Überleben benutzen zu müssen.

3D-Bogenschießen hat aber für die meisten immernoch einen jaglichen Bezug, mit entsprechen starken Bögen und einfacher intuitiver sowie schneller Technik.
Das ist es auch, was - für mich - das Herz und die Seele ausmacht.
Der Kernpunkt des Frustes ist dann aber tatsächlich, dass sich genau diejenigen zunehmend verdrängt fühlen, die das praktizieren und pflegen.

Auch wenn es den meisten gar nicht bewusst, geschweige denn gewollt ist, sind weite Autobahnschüsse genau das Gegenteil vom ursprünglichen 3D-Gedanken.
Allein diese zwei Eigenschaften (weit + freistehend) reichen schon aus, alles Ursprüngliche am 3D komplett auszuhöhlen.
Dabei liegen so Regeln, wie z.B. sinnfreie Bekleidungsvorschriften aus dem Fita-Bereich, noch gar nicht auf dem Tisch.

Es ist geradezu grotesk, dass es erhebliche Vorteile bringt, im 3D-Turnier einen leichten, jagduntauglichen Bogen mit ebenso jagduntauglicher Schusstechnik zu benutzen.
Bsp.:
Ich habe einen CP, der perfekt für die echte Bogenjagd geeignet wäre, sofern ich denn wollte. Tatsächlich darf ich ihn genau deshalb nicht im 3D benutzen (70# + 3-Punkt-Visier).
Selbst wenn ich ihn auf 60# herunterdrehe und das Visier wechsel, wirken sich die 28"ATA nachteilig aus. :bang:

Es gibt einen signifikanten Unterschied zwischen gesunder Entwicklung und Verdrängung, auch wenn es leider oft genug eine Mischung aus beiden ist.
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Offline Landbub

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Allein diese zwei Eigenschaften (weit + freistehend) reichen schon aus, alles Ursprüngliche am 3D komplett auszuhöhlen.


Da hast du schon recht und im Threadnamen steht auch DFBV. Da gehts ja bis knapp 55m
Aber die 30m für visierlose Bögen bei WA / DSB werden i.A. als "jagdlich" bezeichnet. Auch die Wertung, die zwischen "tot" und "Waidwund" groß differenziert (5 / 10-11) wird als Jagdlicher angesehen, als die 20/16 Wertung. Kritik, die man hört:
- Doppelhunter ist nicht jagdlich, weil da gibs keinen 2. Schuss
- Zu zweit am Pflock ist doof
- und eben die "Autobahnen"

hinter dem letzten Punkt stehe ich aber 100%, weil ich schon öfters gesehen habe, wo Querschläger landen können. Irgendwas, was einen halbwegs Richtung Ziel geschossenen Pfeil ablenken könnte, hat auf einem Wettkampf nix zu suchen. Vereinsparcours sind eine ganz andere Geschichte.
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Offline Bambus

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Aber Herz und Seele? Vor ein paar Monaten frage ich schon nach, was denn die "Seele eines Bogens" sei, die überspringen muss...
Wie bringst du das einem Bogenschüler bei?

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Die Antwort darauf steht in Goethes Faust, erster Teil:


Zitat
Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen,
Wenn es nicht aus der Seele dringt
Und mit urkräftigem Behagen
Die Herzen aller Hörer Schützen zwingt.
Vielleicht fällt mir ja noch was ein...


Offline Landbub

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Bah, da hab ich was aus der Physik :-)

Nicht was ihr fühlt, wird wahr durch Drängen,
Nicht Seelenglut erschließt den Kern.
Was gilt, lässt sich in Zahlen fängen,
Im Maß, im Test, im Zweifel lern’.

Nicht aus der Brust entspringt Erkenntnis,
Kein Rausch erzwingt des Denkens Licht.
Erst Hypothese, dann Bekenntnis
Zur Prüfung – sonst besteht es nicht.

Was bleibt, ist nicht, was euch bewegt hat,
Sondern was standhält, kalt geprüft:
Was Messung, Zahl und Zeit belegt hat,
Wenn jeder Glaube längst verpüfft.
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Offline Bambus

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Offline puschel

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  • ...es könnte schlimmer sein :)
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Kinders, Kinders, ...

ich bin erschüttert  :beer:
Was für ein tiefer Graben tut sich denn hier auf? Ich fragte nach Erfahrungen mit sehr geringem Pfeilgewicht für eine ganz bestimmte verbandsorganisierte und reglementierte Turnieraufgabe und inzwischen haben wir metaphysische Existenz- und Sinnfragen bezüglich der Zukunft oder des erzwungenen Ablegens der traditionellen Spaßturniere. Ok, ich liebe eine gewisse Breite in der Betrachtung von Themen, aber jetzt wäre ich in der Tat bei  :ontopic:

Vielleicht hätte ich noch krasser eingrenzen müssen:
Ich bin BB-R -> d.h. die sehr technische Klasse für abgreifende Systemschützen mit wechselndem Anker, technisch ist alles ausser Visier und Release erlaubt.
In dieser Klasse liegen die vorderen Plätze oft nur einzelne Punkte auseinander, wenn überhaupt
Lustigerweise schießt man auch in dieser Klasse nicht gegeneinander, sondern meist mit ziemlich viel Spaß miteinander
Seltsamerweise gibt es auch nur sehr wenig "Bashing".

Zum Thema:
Ich konnte trotzdem viel rausziehen - zum einen, dass ich nicht der erste oder der Einzige bin, der sich über diesen Ansatz Gedanken macht. Zum Anderen, dass die Wahrheit auch hier eher weniger in den TikTok/Youtube/Facebook-Videos liegt. Oben drauf muss man sich entscheiden, inwieweit man sein Material belasten will/kann/darf - und man muss für sich selbst herausfinden, bis zu welchem Grad die persönliche Schießtechnik ein leichtes Setup hergibt.
Unbestritten ist, dass es keine Abkürzung gibt - ohne Training und sauber abgestimmtes Material geht es nicht.

Zu den eher philosophischen Ansätzen:
Ein DFBV 3D Turnier hat definitiv nichts mit Jagd zu tun, auch wenn manchmal noch Bowhunter in den Turniernamen steckt.
Diese Namensgebung könnte man definitiv konsequenter durchziehen.
Auch die anderen Punkte einer Sportordnung mit einem "warum" zu hinterfragen, finde ich gut - ob man dann immer einen sinnhaften Grund findet, sei dahingestellt
(hier inzwischen genannt: Stand, Entfernungen, Kleidung, Tabs, Anzahl der Pfeile, Höchstzuggewicht, Zielen, Messen, Schätzen,.. - kann man beliebig fortsetzen)
Aber egal wie man es dreht, es ist die Sportordnung und wer bei einem Turnier gem. dieser SpO starten will, muss mit ihr leben. Das war jetzt Einzahl, eigentlich müßte man ja präzisersein und alleine in Deutschland bei 5 Verbänden mit bis zu 120 Bogenklassen und 3-5 Disziplinen sind es doch eher 5 Sportordnungen mit Erweiterungen in den LandesSportordnungen oder Ligaregeln - und irgendwo jenseits der 1000 potentiellen Deutschen Meister pro Jahr. Aber die Diskussionen hatten wir hier schon reichlich...

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Mybo Mykan 27/Uukha Omega - 41#@30''
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Offline kungsörn

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Beim 3D schießt man aber nicht auf Scheiben bzw. Auflagen. Deswegen sehe ich da schon einen Bezug zur Jagd.
Aber wenn ich mir die Entfernungen, die Bögen und die Technik in den Klassen so ansehe, hast Du wohl recht.  :bang:
Kommt wohl darauf an, von welcher Seite man das betrachtet. ::)
Naja, bis jetzt haben wir stabile Brücken über die Gräben. Die halten so manche Erschütterung aus. ;)
« Letzte Änderung: Februar 03, 2026, 04:58:51 Nachmittag von kungsörn »
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Offline Kuckingen

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1. Schießen wir auch auf Scheiben, es sind 3D Scheiben. Diese können auch die Form von Raumschiffen oder Gemüse haben. Von Tieren reden wir in Verbänden nicht und empfehlen es auch den Bogenschützen so zu handhaben.

Sprache im öffentlichen Diskurs spielt eine Rolle. Und von "Tieren" oder "Viecher" wie auch immer zu reden ist ein Hindernis. Vor allem wenn es um Förderungen und Sponsoren geht.

2. Wir sind Sportler. Unabhängig davon, ob ich Turniere schieße oder nur im Parcours mein Können beweise. Wir betreiben Sport. Andere mögen wandern, Rad fahren, schwimmen ect. Unser Sport ist (3D) Bogenschießen. Der jagdliche Aspekt ist im besten Fall 3 rangig. Es mag der Ursprung sein aber wesentlich ist er nicht.


Offline kungsörn

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Kuckingen,
also, ich hab eigentlich noch ganz gute Augen und ich sehen in einer lebensgroßen Tierattrappe keine Scheibe. Auch nicht, wenn man sie auf 50m stellt, sorry.  :wtf:
Ich lasse mir aber auch sonst nur ungern erklären, wie und was ich zu sehen und zu denken habe.

Mal ehrlich!
Die Leute sind doch nicht blind.
Das ist doch kein polierter Granitstein, den man 20% der Menschheit als magischen Glücksbringer unterjubeln kann.
Und während Du dem interessierten Sponsor einen sauberen Kill an einem Reh vorführst und gleichzeitig anmerkst, dass Du für den Erfolg auch auf Gemüse schießen würdest,
denkt der darüber nach, wo er sein Logo auf Dir platziert.
Nur für den Fall, dass sich das doch mal ganz viele junge Leute angucken wollen.

Der „Graben“ besteht doch darin, dass die einen ihren Jagdtrieb ausleben wollen und die anderen ihrem Drang zur Selbstdarstellung (genannt: sportlicher Erfolg) nachgehen.
Beides ist nur zu menschlich und im Grunde auch nicht so verwerflich, dass man es nicht benennen darf.

„3D“ ist nun aber ursprünglich und offensichtlich eine Spielwiese des Jagdtriebs gewesen.
Nun wird es, nach den klassischen Regeln eines Verdrängungswettbewerbs, diskreditiert und unter dem Synonym „3D-Sport“ verwässert.
Es weicht – besonders im kleinen Vereinsuniversum und den Parcours - immer mehr dem sog. „olympischen Gedanken“:
Weiter, schneller, weiße Hosen…aber mit Logo 8).
Die Spielwiese der Möchtegernjäger, Freizeitnostalgiker und der altgewordenen Kinder wird hier nicht nur verschoben, sondern gezielt unterwandert und aufgelöst.
 
Das ist in Teilen das, was Gartenpinguin mit „Herz und Seele“ meint.

Und, bitte nicht falsch verstehen. Ich halte mich auch ein stückweit für einen „Selbstdarsteller“.
So, wie die meisten hier, wenn sie denn mal ein paar Minuten in sich gehen.
Und, ich heiße jeden auf dem Parcours willkommen, der das erleben möchte.

Aber: Bitte lasst die Gegebenheiten eines 3D-Parcours in seinem jagdlichen Kontext bestehen.
Wer scheiben schießen will, kann das auch auf Scheiben tun.

Es bricht einem eben nicht das Herz, wenn man sich in Material und Schießstil dem jagdlich Traditionellen anpasst.
Und man verliert nicht seine Seele, wenn man das in blauen Jeans oder Jogginghosen tut.  ;)
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Offline Bambus

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  • Ich bin Choleriker, zeigs es aber nicht ...
 :agree: :yes:
Danke für die klaren Worte!
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Offline bowmanmane

  • Pfeil und Bogen - kenn ich
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Danke für Deine klaren Worte. Du triffst es auf den Kern und sprichst vielen aus der Seele!

Wir haben eine vom BMI genehmigte SpO mit 3D-Zielen und so soll's auch bleiben!
BW PMA V Ironwood 39#, 31"
Falkenholz Peregrin 02 37#, 31"
APA Mamba


Offline Kuckingen

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Wer die Regeln der World Archery kennt, dazu auch die Kleiderordnung, Von weißen Hosen, weißer Kleidung usw, steht da KEIN WORT drinnen.

Ich mache genug für den Verband, ohne im Verband zu sein sowie als Sportler, als Vereinsmitglied Turnierausrichter, Übungsleiter usw, dass ich hier gar nichts verwässere mit der Sprache, sondern dass ich daran arbeite, den Sport, 3D Bogensport inklusive, nicht nur zu erhalten, sondern weiter zu bringen.

Darum habe ich es genau so geschrieben, wie ich es geschrieben haben. Denn ist nun mal so!


Offline kungsörn

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Natürlich gibt’s die weißen Hosen schon lange nicht mehr - glaub ich zumindest.
Es war auch eher eine Überspitzung mit Anspielung auf ein gewisses elitäres Denken.  :angel:
Mir wurde als Jugendlicher das Bogenschießen im Verein genau aus diesem Grund massiv vermiest.
Ich hatte schon beim ersten Besuch das Gefühl, dass ich an einen Golf- oder Yachtklub geraten bin.
Die haben mir damals deutlich suggeriert, dass man auch im Training eine weiße Hose tragen solle.
Und das war noch nicht die Spitze der Pedanterie.

Eigentlich ist es mir auch Wurscht, wenn sich ein Verein 3D Tiere (oder Pilze...) auf die Fita-Wiese stellt und ein dickes Schild „DAS IST EINE SCHEIBE“ dranhängt. :o
Was mich aber massiv stört ist, dass z.B. Barbow-schützen in den Parcours gehen, Nocken und Innenkills zerschießen,
um dann darauf zu drängen, die „Scheiben“ weiter weg zu stellen und bei der Gelegenheit auch gleich das störende Astwerk zu entfernen.

Das ist, als würde der Rennradfahrer darauf drängen, den MTB-Trail zu asphaltieren, weil er sich dann besser mit den anderen Straßenradrennfahrern messen kann.
Des Weiteren soll es zukünftig bitteschön „Bahn“ heißen, weil „Trail“ nach Umweltzerstörung klingt und nicht so gut ankommt.

Sorry, musste raus… :bang:
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