Spassturniere sind in keinster Weise "Regelbefreit".
Dort, wo bis vor wenigen Jahren überwiegend "Lederköpfe" unterwegs waren, benötigte man keine daumendicken juristischen Abhandlungen.
Da war es völlig Wurst, wie Lang die Mittenwicklung ist, wie hoch die seitliche Pfeilanlage übersteht oder welche Farbe die Hose hat.
Es kam auch keiner auf die Idee, sein gutes Stück durch Abgreifen oder mit 5 gpp zu misshandeln.
Beim ersten Schuss aus dem flachen Unterstand auf eine 4 m entfernte Ratte, hätte der Stringwalker mit seinem 70" Oly-Bogen und Superduperpfeilauflage im besten Fall einen "Nuller" fabriziert.
Und an den beweglichen Zielen zeigt sich i.d.R, wer mit seinem Bogen umgehen kann.
Es brauchte auch keine Zeitvorgaben, weil es einfach unsportlich ist, seine Nachfolger unnötig warten zu lassen. Es gab einfach keine Notwendigkeit für solch eine Regel.
Zeit wurde erst ein Thema, als die Offene Klassen (Rec+Visier oder CP) ganze Gruppen stellten und Ewigkeiten damit verbrachten, ihre Visiere einzustellen.
Was einige heute als "3D" verstehen und vermarkten, ist nichts anderes als Barebow im Wald und auf ungeeignete Ziele.
Wäre "3D" mit seinen jagdlichen Zielen und entsprechendem Umfeld auch so aufgebaut, bräuchte es auch bei Meisterschaften nur wenige klare Regeln.
Wenn die Viecher allesamt 35m+ gestellt und die Abschusspflöcke barrierefrei sind, muss man sich nicht wundern,
dass es Diskussionen gibt, ob der Nullpunkt besser bei 40m oder 45m liegt.
Und während die pfeilspitzenvisierenden Entfernungsschätzer mit 40m Nullpunkt auf diese Entfernungen kaum daneben schießen können,
sind diejenigen, die das für sich entwickelt haben - traditionelle Jagdbogenbenutzer - quasi Chancenlos.
Das gibt's alles erst, seit sich die olympisch geprägten Fita-Verbände im 3D breit machen. Wohl nicht zuletzt, um ihren Mitgliederschwund zu reduzieren.
Die schütten dann ihre "Rasenregeln" tonnenweise und unreflektiert in den Wald und wundern sich dann noch über den Frust derjenigen, die sie mit offenen Armen empfangen haben.
Nee Leute, dass ist kein Fortschritt im Sinne einer positiven Entwicklung. Jedenfalls nicht für den traditionellen Hobbyschützen.
Seit mehr als 20 Jahren schieße ich mit Freude Bogen und werde jedes Jahr ein bisschen besser, obwohl meine Augen und die Muskeln nachlassen.
Überlegt mal, wie sowas geht?!

Ich meide übrigens Turniere, bei denen der Anspruch an Können ausschließlich durch Entfernung definiert werden.
Und auch solche, die mir vorschreiben, wie ich mich zu kleiden habe. Da sind die "Offiziellen" ganz fett dabei.