Archers Campfire

3D (nach DFBV) - Setup für Systemschützen


Offline parsec

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"Meiner Ansicht nach verlieren sich die 6-9cm im der Streuung des Blankbogenschützen auf ~40m."
Das ist richtig, ist aber in diesem Kontext kein Argument, da diese Streuung ja beinahe identisch über das ganze Schätzintervall auftritt und deshalb sich zufällig addiert oder subtrahiert.
Genau weil es sich zufällig addiert oder subtrahiert, ist es aus meiner Sicht ein wesentliches Argument. Denn egal ob man nun zu weit, zu kurz oder exakt richtig schätzt, in allen Fällen kann sich die Streuung addieren oder subtrahieren, womit der "Gewinn" des schnelleren Pfeils eben nicht mehr relevant ist. So wie der Fehler durch eine Fehlschätzung auch von der eigenen Streuung mal vergrößert oder verringert werden kann. Nur das der Schätzfehler eben doch noch um einiges größer ist als der "Speed-Gewinn".
Ich verstehe schon das Argument das ein schnellerer Pfeil scheinbar im Durchschnitt näher am Wunsch-Zielpunkt landet. Aber das ist eben (aus meiner Sicht) ein Trugschluss, weil eben nur scheinbar.
Bei bergauf-Schüssen hat nämlich wie schon mal erwähnt, der langsamere Pfeil eben diesen "Vorteil".

Hätte der Pfeil 400 anstatt 300gn, was ein großer Unterschied ist, wäre er knapp 4cm höher am 40m entfernten Ziel. bei 220gn statt 300 bei gleichem V wäre er gute 2cm tiefer.
Anders gesagt, würde man einen leichteren Pfeil nehmen um mit demselben Bogen eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen, würde der "Gewinn" in Deinem Beispiel doch schon etwas schrumpfen. Vielleicht nicht viel, aber doch. Natürlich ebenso wenn die Geschwindigkeitsdifferenz nicht so hoch wäre.

Bei dem Beispiel in dem anderen Forum trifft das eben so zu. Es wurde auf eine Distanz von 25 bis 35m ein 20gn leichterer Pfeil gerechnet der dadurch nur ~10 ft/s schneller geworden ist.
landbub hat dort glaube ich auch einen Account, kann sich also die Bilder dort ansehen:
https://www.bogensportwissen.eu/viewtopic.php?p=4411#p4411
Der "Gewinn" betrug in dem Beispiel bei 5m Schätzfehler stets weniger als 2cm bei einem Höhenfehler durch das Verschätzen von zumindest 12cm in der Horizontalen und bis zu 60cm bei (10%) bergab-Schüssen.

Es muss halt jeder für sich wissen wie stark die Pfeilgeschwindigkeit erhöht werden kann, wie groß die Schätzfehler auf diversen Distanzen und Höhenmetern sein werden und eben auch wie groß die eigene Streuung auf den Distanzen ist. Letzteres bekommt man nicht hin wenn man nur drei Pfeile pro Ziel im Parcours schießt. Da gehören schon mehrere Hundert Pfeile auf ausgewählte Distanzen dazu. Bis dahin bleibt es ein ewiges Streitthema.

Um so wichtiger ist es dass der erste und ggf einzige Pfeil dann auch da steckt, wo es die meisten Ringe gibt.
Da gehe ich vollkommen konform, nur das man diesen am ehesten durch korrektes Schätzen und dann korrekten (=kleine Eigenstreuung) Schussausführung dorthin bekommt, nicht durch Pfeilgeschwindigkeit.
« Letzte Änderung: Januar 26, 2026, 04:44:45 Nachmittag von parsec »


Offline Tegatana

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Kurze Gedanken meinerseits:

- die persönliche Streuung ist nicht relevant, solange sie "gleich" bleibt (ein Streukreis ums "Centerkill/ die 10" ist immer besser als derselbe Streukreis um einen Punkt x cm weiter oben/unten und wird durch die persönliche Streung keinesfalls negiert...)

- das Rechenbeispiel basiert, wie dem original Thema entnehmen kann, auf 27LBs. Das ist nicht gerade viel für Turnierschützen und die Diffenrenzen sollten grösser werden bei mehr Energie (um wieviel bleibt auszurechen)

- das Beispiel basiert auf Schätzfehler DIREKT um den IDENTISCHEN Nullpunkt beider Setups, also den Punkt wo die Flugbahn gerade eh identisch ist und die kleinsten Abweichungen passieren. Alle Schätzfehler weiter weg vom Nullpunkt haben einen vielfach grösseren Einfluss auf den Einschlagpunkt.



Offline D. von der Insel

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- das Beispiel basiert auf Schätzfehler DIREKT um den IDENTISCHEN Nullpunkt beider Setups, also den Punkt wo die Flugbahn gerade eh identisch ist und die kleinsten Abweichungen passieren. Alle Schätzfehler weiter weg vom Nullpunkt haben einen vielfach grösseren Einfluss auf den Einschlagpunkt.

exakt, es ging da um die DSB-30m-Distanz
bei den 50m Distanzen sieht es ganz gewaltig anders aus, da helfen mehr fps doch deutlich


Offline parsec

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- das Rechenbeispiel basiert, wie dem original Thema entnehmen kann, auf 27LBs. Das ist nicht gerade viel für Turnierschützen und die Diffenrenzen sollten grösser werden bei mehr Energie (um wieviel bleibt auszurechen)
Sorry, da hast du etwas im anderen Forum überlesen:
Zitat
Nein. Ich habe auf den Fingern 37lbs
Mein Setup besteht aus einem 23 Zoll Eigenbaumittelteil, Wiawis MXT10, eine Eigenbau Sehne 22strang BCY-X99 Endlos und einer Standhöhe von 21,5mm
Schaftlänge ist 27zoll
Basierend auf den Angaben dieses Schützen wurden dort die Kurven gerechnet.

- die persönliche Streuung ist nicht relevant, solange sie "gleich" bleibt (ein Streukreis ums "Centerkill/ die 10" ist immer besser als derselbe Streukreis um einen Punkt x cm weiter oben/unten und wird durch die persönliche Streung keinesfalls negiert...)
Ich habe auch nicht behauptet das es negiert wird. Aber es kann sich (statistisch gesehen) egalisieren. Natürlich haben diese hier betrachteten Höhenfehler einen Bias. Es kommt aber trotzdem auf die Größenordnungen von Fehler und Eigenstreuung an. Oder wenn es besser ins Denkmuster passt, vom Verhältnis zwischen Streuung und Fehler.
Der Fehler durch das falsche Schätzen der Distanz ist je nach Falsch-Distanz schnell mal deutlich größer als die Schützen-Streuung. Dieser Bias-Fehler ist leicht als solcher zu identifizieren, auch schon mit nur einem Pfeil. Denn der steckt schlicht und ergreifend viel weiter weg von dort wo man ihn (trotz) eigener Streuung erwartet hätte.
Nichts desto trotz hat man auch bei diesem "Fehlschuß" die eigene Streuung zu bedenken. Man kann z.B. die Distanz zu kurz geschätzt haben und landet tief. Gleichzeitig kann der Schuss innerhalb der Streuung mal etwas hoch gehen, aber es kann auch tief gehen. (und links und rechts  ;D )
Wenn dieses etwas Hoch und etwas Tief in der Größenordnung ist wie die Differenz zwischen langsamem und schnellem Pfeil, wird es nicht mehr so leicht zu unterscheiden ob der Speed ein Gewinn brachte oder ob die Streuung da mal in die bessere Richtung ausschlug.
So könnte es eben sein das ein Pfeil wegen seiner höheren Geschwindigkeit näher an das Kill heran kommt, aber gleichzeitig bei dem Schuss die Streuung den Pfeil weiter weg vom Kill leitet. Genauso anders herum, der langsamere Pfeil könnte beim entscheidenden ersten Schuss im Zuge der Streuung halt mal näher an das Kill gesetzt werden. Vergleicht man diese beiden möglichen Fälle, so könnten beide Pfeile an der gleichen Stelle sitzen. Demnach hat man nichts gewonnen.
Das meine ich damit, es hängt sowohl davon ab wie groß die Differenz durch die Pfeilgeschwindigkeit ist und wie groß im Vergleich dazu die mögliche Streuung des Schützen ist.
JA, mit ausreichend vielen Pfeilen kann man den Speedvorteil heraus sehen. Da rede ich aber von mehreren hundert Schüssen. Bei drei Pfeilen geht das nicht mehr und mit dem allerersten Pfeil schon gar nicht.
Die bessere "Taktik" um bei einem Turnier mit x-Anzahl an Schüssen ein besseres Ergebnis zu bekommen wäre: besser die Distanzen schätzen.

Im anderen Forum wurde das so ähnlich auch angesprochen:
Zitat
Diese hier gerechneten Punkte bilden im Idealfall die Mitte einer hypothetischen Pfeilgruppe ab.
Nimmt man eine bestimmte Streugröße eines IB-Schützen an, schaut die Sache nochmal anders aus:
In Wien ist das Limit für die Aufnahme in den Landeskader für IB männlich auf einen Achers Skill Level von 50 festgelegt.
Das heißt ein solcher Schütze hat auf 30m eine Standardabweichung in der Pfeilgruppe von 9,4cm. Diese Standardabweichung bedeutet, daß 40% der geschossenen Pfeile innerhalb eines Kreises mit dem Radius von 9,4cm einschlagen und 86% der Pfeile müssen in einen doppelt so großen Kreis hinein treffen.
Bei größeren Distanzen vergrößert sich klarerweise auch die Standardabweichung in cm. Mittels diesem Archers Skill Level von in dem Fall 50, kann man das für jede gewünschte Distanz umrechnen. Blankbogenschützen werden in der Regel einen höheren Skill Level aufweisen, d.h. die Pfeilgruppen werden kleiner sein.
Wenn man so will müsste man bei den Grafiken pro Pfeilgeschwindigkeit nicht nur eine Kurve einzeichnen sondern mindestens zwei oder eben vier um die Streukreise etwas darzustellen.
Wenn sich die Treffer-Bereiche die sich dadurch abzeichnen, von den unterschiedlich schnellen Pfeilen deutlich überlagern, dann ist es hoffentlich offensichtlicher das ein Speed-Gewinn innerhalb dieser Streu-Bereiche untergeht.

- das Beispiel basiert auf Schätzfehler DIREKT um den IDENTISCHEN Nullpunkt beider Setups, also den Punkt wo die Flugbahn gerade eh identisch ist und die kleinsten Abweichungen passieren. Alle Schätzfehler weiter weg vom Nullpunkt haben einen vielfach grösseren Einfluss auf den Einschlagpunkt.
Entschuldige, diesen Absatz verstehe ich nicht. Da stehe ich gerade auf der Leiter. Was meinst du z.B. mit "identischen Nullpunkt beider Setups"?
« Letzte Änderung: Januar 28, 2026, 11:03:31 Vormittag von parsec »


Offline Tegatana

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Sorry, da hast du etwas im anderen Forum überlesen:

[/endquote]

.. ah, da habe ich den Themenstarter und den Diskutanten mit verschiedenen Setups durcheinander gebracht, mea culpa...


Offline puschel

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Das meine ich damit, es hängt sowohl davon ab wie groß die Differenz durch die Pfeilgeschwindigkeit ist und wie groß im Vergleich dazu die mögliche Streuung des Schützen ist.
JA, mit ausreichend vielen Pfeilen kann man den Speedvorteil heraus sehen. Da rede ich aber von mehreren hundert Schüssen. Bei drei Pfeilen geht das nicht mehr und mit dem allerersten Pfeil schon gar nicht.
Die bessere "Taktik" um bei einem Turnier mit x-Anzahl an Schüssen ein besseres Ergebnis zu bekommen wäre: besser die Distanzen schätzen.
...

Jetzt haben wir hier genau mein Problem eingekreist :)
Ich habe verschiedene Stellschrauben:
Ich kann Technik trainieren, um meinen persönlichen Fehler kleiner zu bekommen  :agree:
Ich kann das "Schätzen im Gelände" üben, damit ich besser schätze und mit weniger Abweichung in den ersten Schuß gehe  :agree:

Ich kann mein System dahingehend optimieren, dass mein Setup weniger Abweichung produziert. Bessere Pfeilauswahl und entweder ruhig, stabil und verzeihend ODER schnell und flache Flugbahn. Hier ist jetzt genau die Frage, welcher Ansatz hier mit der Vorgabe eines Schätzfehlers besser ist. Auf kürzeren Entfernungen bis 30m habe ich die Tests für mich inzwischen durch und es ist einfach egal, ob mein Pfeil 210, 235 oder 260 ft/s hat. Die "falsch abgegriffenen" Pfeile liegen maximal 1-2 cm auseinander.
Damit würde ich einen Haken an die Fragen zum DSB etc machen und dort definitiv die Pfeile nehmen, die auch ansonsten beim Scheibenschießen besser gruppieren.

Jetzt kommen wir zu den weiteren Distanzen, den damit verbundenen größeren Schätzfehlern und dem Einfluß von Winkeln.
Bei der Diskussion ist mir wichtig das wir nicht über GAP-Shooting reden, sondern über Stringwalking. Egal mit welchem Setup bin ich bis 55m immer mit der Spitze im Ziel und muss abgreifen. Und ja - die Winkel/Abzüge sind bei größeren Entfernungen auch ein Faktor.
Die ausreichende Grundgesamtheit nehme ich auch als gegeben, aus ein oder zwei geschossenen Pfeilen kann ich nichts ableiten. Aber was ich mir schon erlaube, ist die Verteilung auf einer Scheibe auf ein 3D Tier zu übertragen. Im ersten Schritt habe ich die Streuung auf die entsprechende Entfernung - das ist Schritt 1. Danach habe ich den Schätzfehler bei der Entfernung, der sollte bei schnelleren Pfeilen weniger gravierend sein (sollte! noch nicht getestet) das ist mein Schritt 2. Danach schaue ich mir das Verhalten bei Winkeln an, da kommen ja nun schon ohne Schätzfehler genug Faktoren rein. Bis hierhin kann ich sehr gut Feldscheiben etc nehmen, da das Schätzen noch egal ist.
Danach würde ich gerne unbeeinflusst zwei oder drei verschiedene Setups schießen und die Punktzahl vergleichen, aber da hört es dann mit "unbekannt" auf. Wenn ich es einmal geschossen habe ist es nicht mehr unbekannt... und genau hier kommt die Erfahrung anderer Schützen ins Spiel.
Ich fürchte, es ist ein ganz persönliches Ding. Wie sauber schieße ich unter Druck/Belastung etc. Mit welchem Setup kommen am Ende mehr Punkte raus? Wie reagiert das System/Setup auf kleine Fehler?

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Offline Landbub

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Ich halte das ganze Thema ganz einfach. Nämlich getrennt in Physik und persönlichen Vorlieben oder Können:

Fakt: je genauer man die Entfernung schätzt, desto genauer kann man treffen. Die Toleranz ist gegeben durch die ballistische Kurve. Je flacher / gestreckter diese ist, desto mehr kann ich mich verschätzen bei gleicher Auswirkung in der Höhe. Das will ich haben. Der Extremwert ist ein Pfeil, der keine Kurve mehr fliegt, sondern "pfeilgerade" ins Ziel. Egal ob 5 oder 55m. Gibts nicht, klar. Aber das ist das anzustrebende.

Dagegen sprechen nun PERSÖNLICHE Vorlieben oder Form-Mängel, die dafür sorgen, dass mit einem leichtn Setup größere Gruppen, also mehr Streuung einhergehen. Selbstverständlich kann dies sämtliche Vorteile eines schnellen Setups wieder vernichten. Das kann man aber nicht pauschal sagen, da eben individuell.

Eine Ableitung daraus fürs Targetschießen, von der Jagd sprechen wir hier nicht, ist z.B.: Schießt ein Schütze mit einem 300gn Setup die gleichen Gruppen wie mit einem 250gn Setup, so sollte er das leichte Setup nehmen, um die Vorteile einer getreckten Flugparabel mitzunehmen.
Mit weiter reduziertem Pfeilgewicht werden Lösefehler im Trefferbild besser sichtbar, hier ist dann der individuelle Kompromiss zu finden.

Man sollte das schon mal probiert haben... Die ArcheryGirls habe die Tage in Video über den Bau sehr leichter Pfeile gemacht https://youtu.be/rWzaPIJVF88
Ich hab selber mal den Gungnier von DK ausprobiert und das ist schon der Hammer, wenn es schlicht (fast) egal ist, wie weit ein Ziel bis 30m weg steht. Hab noch keine Gruppierungstests gemacht - nur einen Pfeil auf meine Bogen passend gemacht... die sind elend teuer.
« Letzte Änderung: Januar 28, 2026, 12:56:19 Nachmittag von Landbub »
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Offline Gartenpinguin

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Je flacher die Flugbahn wird, desto >>genauer<< muss man sein Pfeil, mit welchem System auch immer, ins Ziel halten.
Eine flache Flugbahn ist keine laserpointerähnliche Garantie, dass der Pfeil perfekt ins Ziel fliegt - im Gegenteil. Es schleichen sich gar mehr Fehler ein, weil das Equipment die Arbeit übernimmt und man selbst nicht mehr denkt, arbeitet und sich verbessert. Anstatt sich selbst zu verbessern, wird das Equipment verbessert. Das ist der Kern von Faulheit.
Das heißt: Irgendwann ist der Pfeil so schnell und die Ballistik so flach, dass man die Pfeilspitze gar Millimeter-genau ins Ziel halten muss.
Richtig, das passiert über eine längere Strecke recht linear und konstanter, verzeiht aber keine Fehler.

Daher mal ein Anreiz in die andere Richtung:
Eine stärkere ballistische Kurve erlaubt es einem die Punkte zum zielen zu separieren - was mehr in ein System zum zielen passt.
Stellt Euch ein Compoundbogen mit Pins zum zielen vor. Eine extrem flache Flugbahn bedeutet, dass alle Pins nahezu aufeinanderliegen. Sich so fein auszurichten ist schwierig und lässt einen eher das Distanzen-Schätzen verlernen.
Wird der Pfeil schwerer und damit die Pfeilflugbahn ballistischer, so können die Pins zum zielen sichtlich separiert werden. Das macht das Arbeiten mit Zielsystemen einfacher. Also egal ob Gap-Shooting, String-Walking, Face-Walking, und was auch immer nicht-intuitiv genutzt wird - irgendwo "zielt" ihr ja. Wer gut darin ist Distanzen schätzen zu können oder mit Erfahrung die Distanzen erkennen kann, dem ist eine stärkere ballistische Kurve beim aktiven Zielen vielleicht eher von Vorteil.

Persönliche Meinung:
Bitte hört auf die Probleme des Schützens immer auf das Material abwälzen zu wollen. Das Problemlösen ist die ursprüngliche Neugier eines jeden Schützens um besser zu werden. Distanzen zu schätzen ist beim 3D-Schießen ein Problem und damit eine Grundlage die man erlernen muss. Sowas kann man intuitiv machen oder sich auch Systeme dafür ausdenken. Aber das Problem bleibt vorhanden und der Schütze selbst muss das Problem lösen (Der Bogen wird kaum für einen denken). Den Weg der Erfahrung kann man nicht mit Geld und Material aufwiegen - denn nichts anderes ist diese Diskussion um mehr Geschwindigkeit und eine flachere Flugbahn. Das wäre so, als würde man einen Porsche kaufen um ein besserer Autofahrer zu sein. Kann man machen, kompensiert aber die schlechten Fähigkeiten von einem selbst nicht. Wer aber bereits ein guter Autofahrer ist, kann aus dem Porsche sogar noch was rausholen.
Und Hand aufs Herz, die wenigsten von uns sind so fortgeschritten, mich eingeschlossen.

Daher lasse ich das mal da:
Demut ist eine Tugend die heut' zu Tage viel zu selten wertgeschätzt wird.
Demut vor sich selbst und seinen Fähigkeiten. Und die einhergehende Ohnmacht gegenüber Problemen, deren Gipfel man hinter den Wolken der Unvernunft nicht erkennen kann.


Offline Landbub

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Je flacher die Flugbahn wird, desto >>genauer<< muss man sein Pfeil, mit welchem System auch immer, ins Ziel halten.
Eine flache Flugbahn ist keine laserpointerähnliche Garantie, dass der Pfeil perfekt ins Ziel fliegt - im Gegenteil. Es schleichen sich gar mehr Fehler ein, weil das Equipment die Arbeit übernimmt und man selbst nicht mehr denkt, arbeitet und sich verbessert. Anstatt sich selbst zu verbessern, wird das Equipment verbessert. Das ist der Kern von Faulheit.
Das heißt: Irgendwann ist der Pfeil so schnell und die Ballistik so flach, dass man die Pfeilspitze gar Millimeter-genau ins Ziel halten muss.
Richtig, das passiert über eine längere Strecke recht linear und konstanter, verzeiht aber keine Fehler.

Kannst du darauf näher eingehen? Warum sollte man mit einem Pfeil, der einer höheren ballistischen Kurve folgt, weniger genau zielen müssen als mit einem, der auf fast gerader Linie zum Ziel fliegt?

Dass schnelle / leichte Pfeile das eigene Unvermögen verstärken, also "zickiger" sind, vor allem beim Abstimmen, ist klar. Aber das meinst du ja nicht, oder?
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Offline Landbub

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Stellt Euch ein Compoundbogen mit Pins zum zielen vor. Eine extrem flache Flugbahn bedeutet, dass alle Pins nahezu aufeinanderliegen. Sich so fein auszurichten ist schwierig

Ist es nicht. Abgesehen davon, dass ich als WA'ler Mehrpin-Visiere grundsätzlich nicht mag, sind beim 5-Pin der 10er und 20er Pin so dicht, da passt kein Papier dazwischen. Der eine ist grüngelb, der andere rot und es ist kein Problem, den einen oder anderen in die Scheibenmitte zu halten.
Man kann das auch nutzen, und für die genannten Entfernungen nur einen Pin verwenden, so hat man hinten raus einen mehr.
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Offline puschel

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Den Weg der Erfahrung kann man nicht mit Geld und Material aufwiegen - denn nichts anderes ist diese Diskussion um mehr Geschwindigkeit und eine flachere Flugbahn. Das wäre so, als würde man einen Porsche kaufen um ein besserer Autofahrer zu sein. Kann man machen, kompensiert aber die schlechten Fähigkeiten von einem selbst nicht. Wer aber bereits ein guter Autofahrer ist, kann aus dem Porsche sogar noch was rausholen.
...

ja - ich bin in vielen Bereichen bei dir
und nein :)

Einstellung:
Demut, für mich der falsche Begriff hier. Sei dir bewusst, dass du nicht alles kannst, aber fordere dich jeden Tag heraus!

Material:
Nehmen wir dein Bild: die Frage ist nicht ob Golf oder Porsche. Wir sind hier genau in der Diskussion, welche Reifen du gerade auf den Gruppe N  Porsche packst und wie du das Fahrwerk abstimmst, wenn du nicht auf dem Nürburgring, sondern auf der Schotterpiste fährst.
Wenn du nicht fahren kannst, wirst du nicht auf der Piste bleiben.

In dieser Diskussion sind stabiles und gefestigtes Schießsystem und saubere Schießtechnik gesetzt. Die Diskussion ist sinnlos, wenn du nicht bei bekannten Entfernungen und egal bei welchem Wetter, Winkel, Wettbewerb den Pfeil auf den Punkt setzt. Die Frage ist sehr eng gefasst uund geht darum, auf welchen Bereich (oben ausreichend geschildert) du dein System abstimmst und in welchem Bereich du die "kleinen Ungenauigkeiten" am besten anders ausgleichst.
Ich habe leider nicht die Zeit und Materialmöglichkeiten, alle Varianten auszuprobieren - kein Sponsor und noch ein Leben neben dem Bogensport. Ansonsten würde ich vmtl. wirklich hingehen und mehrere Kombinationen aus Mittelteilen/Wurfarmen/Schäften/Spitzen/Befiederung ausprobieren - auf der Wiese, im Wald, auf alle Distanzen, Winkel, Standbedingungen usw. Und wenn ich die Möglichkeit hätte - dann hätte ich sogar verschiedene abgestimmte Setups je nach Wetter ;)
Über die Zeit habe ich eine ganze Reihe von verschiedenen Schäften/Spitzen/Befiederungen/Sehnen/Griffen/Tabs gesammelt und ich finde es faszinierend wie unterschiedlich Schäfte reagieren, selbst wenn sie auf dem Papier nahezu gleich sind. Als Beispiel mal Aurel Agils, Skylon Phoric, Sphere Ghost, Speed Demons - alles leichte 6.2mm Schäfte, aber im Endeffekt sehr unterschiedlich und nimmst du jetzt noch den Spine dazu und schaust dir mal 500/550/600 an wird es schon wild. Spielst du jetzt noch mit Spitzengewicht, Insertlänge, verschiedenen Befiederungen, dann wirst du in diesem Jahr nicht mehr fertig.

Daher zurück zur Einstiegsfrage:
Welches Setup und warum, auf welchen Bereich stimmst du das Material ab, weil es welchen anderen Bereich dann weniger beeinflusst?
Ab wann wird ein System fehleranfälliger?

Wir sind uns vmtl. einig, dass es wenig Sinn macht mit einem Hallensetup mit langen, dicken, schweren Pfeilen mit großen Federn in einen 3D Parcours zu gehen - ein Ende einer Glockenkurve, das andere Ende sind vmtl die erwähnten DK Gungnirs mit einem möglichst weichen Spine, geringem Gewicht und leichter Spitze - wie oben beschrieben favorisiert bei den Schützen, die ihren Bogen bis an den Anschlag quälen. Die für mich optimale Lösung liegt irgendwo dazwischen, nur wo?
Basierend auf der Diskussion hier und meinen ersten Tests habe ich für mich im Bereich unter 25/30m festgestellt, dass es egal ist, mit welchem Setup ich schieße. Wenn ich mich in dem Bereich um plus/minus 5m verschätze, weichen die Pfeile nahezu gleich ab - das ist im Bereich von 1-2cm Unterschied und das ist bei meiner "normalen" Streuung egal. Auf die Distanz macht auch Spitzengewicht und Befiederung nahezu keinen Unterschied.
Jetzt gehen wir auf die weiteren Distanzen. Auf dem Papier macht es einen Unterschied - wurde ja schon weiter vorne gut simuliert und Simulationen sind nett, aber nicht entscheidend. Ein schneller Pfeil hat, wenn ich mich wieder um plusminus 5m verschätze, ca. 50% weniger Abweichung, was bei mir zB 25cm statt 50cm bedeutet. Also wohlgemerkt: Sollte ich keinen anderen Fehler ausser der falschen Entfernung machen, dann ist der schnelle Pfeil ggf. noch ein Kill, der langsamere Pfeil nicht mehr. In der Theorie! Jetzt kommt ein indivudueller Faktor dazu, die Gruppierung. Wie stark/leicht/oft weicht mein Pfeil wie weit ab? Wieder ein Beispiel: Wenn ich in der Halle mit meinem langsamen Hallensetup einen Pfeil verreiße, dann ist der immer noch im "Roten". Wie sieht das mit schnellen Pfeilen auf 50m aus? Weiß ich nicht, muss ich testen.
Für das Feld - mit bekannten Distanzen - habe ich das durch. Aber für 3D suche ich den passenden Ansatz. Und um jetzt mal für mich (persönlich) diesen ganzen Diskussionsverlauf zusammenzufassen: Ich habe nichts gelesen, was mich davon überzeugt hat, nicht mit einem leichten schnellen Setup zu spielen - ausser vielleicht der Preis der Gungnirs ;)
Jetzt muss nur mal das Wetter passen, dass ich den Hintern hinter dem Ofen und vom Sofa bekomme.






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Online Waldgeist

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Offline Long John

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"Aber für 3D suche ich den passenden Ansatz. Und um jetzt mal für mich (persönlich) diesen ganzen Diskussionsverlauf zusammenzufassen: Ich habe nichts gelesen, was mich davon überzeugt hat, nicht mit einem leichten schnellen Setup zu spielen - ausser vielleicht der Preis der Gungnirs ;)"

Wenn Du eine in jeder Situation saubere Technik und auch mit leichten Pfeilen gute Gruppierung hast, spricht nichts dagegen.
In jeder Situation heißt aber:
- beim Schräg am Hang stehen
- bei Bergauf- und Bergabschüssen
- wenn es stürmt und regnet
- wenn Du vor Kälte kaum die Finger aufbekommst oder Dir der Schweiß die Rinne runterläuft
Da wird ein fehlerverzeihendes Setup im Vorteil sein.
TRB: Blumhofer X Master XTX 68", Blumhofer ILF 70" mit diversen Wurfarmen u.a. von Grombard, Border, DK
Langbogen: DerBow Verus 68"
Hybrid: Falco Saga 68"
Olympic Recurve: Hoyt Prodigy XT 72"
Quotenzwerg: Bodnik Custom Hawk 62"


Offline Bambus

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@Gartenpinguin, du schreibst mir aus der Seele. Vielen Dank für diesen Text!

Zitat

Man sollte mit diesem Wettrüsten aufhören und sich wieder mehr auf das Trainieren seiner Fähigkeiten besinnen. Da gibt es genug Baustellen.

ergo, mehr Mensch weniger Technik :agree:
Vielleicht fällt mir ja noch was ein...


Offline stöckchenschubser

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Ich kann zwar nur aus der Compound blank Ecke berichten. Dort hatte ich meinen Nullpunkt auf 54 Meter angelegt.
Fakt ist, je kleiner das Gap zwischen Kurzdistanz und Nullpunkt ist das Optimum.