@kungsörn: wie sagt man bei Youtube? "Bleib dran, am Ende kommt eine gute Nachricht" :-)
Es sind gute bis sehr gute Treffer mit Zielsystem bei sehr wenig Training und sehr wenig Erfahrung möglich.
Ich bin jedenfalls der Meinung, dass ein guter Bogenschütze, der auch Turniere gewinnen will, etwas mehr mitbringen sollte,
als ein gottgegebenes ruhiges Händchen und gute Augen zum Entfernung schätzen.
Im nicht-geschrieben Thread habe ich auf BärTigers nicht gemachter Kritik nicht geschrieben, dass ich lediglich den Bushit an anderer Stelle kuratiere. Das ist jetzt wieder so ein Fall. Nichts von dem oben ist richtig, ausser der Aussage, dass man mit angepasster Technik auch mit weniger Übung was treffen kann.
Unter den zahlreichen falschen Bogensport Plattitüden wie "wer trifft hat recht" gibts eine, die stimmt seit jeher: "man kann sich Ringe nicht kaufen".
Wer Wettkämpfe gewinnen will, braucht nicht nur gut abgestimmtes Material, sondern auch hunderte an Trainingspfeilen pro Woche, zumindest in der Vorbereitungszeit. In Wettkampfklassen mit 50 bis 60 Teilnehmern, so wie sie die Trad. und die BB Klasse auf der Deutschen vom DSB sind, also mit Quali davor auf Landesebene, sind gute Leute, die wesentlich mehr dafür tun, als sich ein leichtes Setup zu kaufen. Und dennoch sinds immer Michael Mayer, Rüdiger Schäfer, Stephan Rueß oder Tim Struppi, und ein paar wenige andere, die man fast immer vorne findet. Alles nur Talent? Sicher, auch. Aber eben auch ganz viel Training.
Ein Bogenschütze, der gewinnen will, muss also mehr mitbringen, ganz so, wie du es forderst. Nur eines darf nicht notwendig sein: Die Voraussetzung, einen 45# Bogen 100 mal am Turniertag ziehen zu können. Sonst wird das nix mit dem Breitensport und auch nicht mit dem Leistungssport-Nachwuchs.
Moderne, schnelle Setups helfen. Wie beim Mountain biken. Da jammert auch kaum einer den Single Speed Rädern nach, oder? Fortschritt verstärkt die Möglichkeiten.
Deine Befürchtung, dass jagdliches Bogenschießen ausstirbt, ist aber durchaus berechtigt.
Nicht wegen Leuten wie mir oder Kuckingen, um nur 2 zu nennen, die jegliche Assoziation zur Jagd lautstark ablehnen, getrieben durch Hintergrundwissen aus Verbänden und Organisationen. Auch nicht wegen den Autobahnen etc, sondern, weil sie generell ausstirbt, die Bogenjagd mit Tradibögen.
Folgende Zahlen hab ich aus einem amerik. Händer-Netzwerk, wo v.a. vor der ATA Show unter "know your customers" solche Infos zu finden sind.
Über die letzten Jahre ist der Anteil der Single String Bögen bei der Jagd von knapp 12% von vor 10 Jahren auf weniger als 1% zurückgegangen. Die Abwanderer sind zum Compound, dessen Anteil sich von über 96% in den letzten 3 Jahren aber auch auf ca 92% reduziert hat. Und zwar zugunsten der Armbrust, die in jüngster Vergangenheit in vielen Bundesstaaten dem Bogen gleichgestellt wurde, was Jagd betrifft.
Und jetzt das, warum du bis zum Ende drangeblieben bist - aus dem selben Report:
"Current Trends
While traditional archery is not growing as fast as the crossbow segment, it is seeing a "renaissance" among experienced bowhunters who feel modern compound technology has become too "rifle-like." This has led to a small but steady movement of hunters switching back to longbows and recurves for the increased difficulty and satisfaction of a "primitive" kill."