Archers Campfire
Bogenschießen => Bögen => Thema gestartet von: Treppenwangenrollator am Oktober 16, 2026, 12:53:41 Nachmittag
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Mich würde interessieren, wie Hersteller und somit auch Bogenbauer auf ihre Standhöhenempfehlungen kommen.
Ist es ein langwieriger Testprozess, bei dem einige Testbögen bis an die Zerstörung getrieben werden (glaub ich eher nicht)?
Oder ist es so ein Gefühl, was bei diesem und jenem Bogen passen könnte in Kombination mit Werten, die Andere Bogenbauer so empfehlen (glaub ich schon eher)?
Oder irgendetwas Anderes?
Zusatzfrage:
Wie dogmatisch haltet ihr die Empfehlungen ein? Wie weit geht ihr evtl. aus dem Empfehlungsbereich raus? Beispiel: Ein moderner glasbelegter Langbogen mit einer Empfehlung von 6 1/2", schießt ihr den auch mal mit 8 1/2"?
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Herstellerangaben zur Standhöhe sind zunächst mal "Empfehlungen", damit der Bogenschütze (Kunde) einen Anhaltspunkt hat. Damit ist die Funktionalität des Bogens schon mal gegeben.
Alles, was danach kommt, geschieht ja doch im Sinne des Anwenders; i.d.R. um "aus dem Bogenmehr heraus zu holen".
Damit kommen wir zum "Tuning" ggf. "Fein-Tuning".
Dazu braucht es vor allem Erfahrungen und Erkenntnisse. Dann gilt schon mal der Grundsatz "Probieren geht über das Studieren". Die Sehne ist schon mal ein Bauteil, wo z.B. Vorlieben seitens des Anwenders gelten: Material d.h. i.d.R. dann
Materialmix; Sehnenstärke (Anzahl der Stränge); Bauart (Endlos, Flämisch, Mittenwicklung; Öhrchen; Silenzer; ...)
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Na da bin ich ja mal gespannt - ob sich da Hersteller und/oder Bogenbauer hier dazu äußern..
Ich persönlich glaube das jeder seinen Sweet Spot für sich selbst ausschiessen muss, und der kann von vielen Faktoren abhängen und auch schon mal außerhalb der „Herstellervorgaben“ liegen ..
Hier mal der Link zu einem UrALTEN Thread: https://www.archers-campfire.rocks/index.php?topic=974.0
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Wenn ich einen Wurfarm entwickele (ILF) plane ich den so, dass er auf einem Standard 25" Riser als L bei der von mir als Optimum ermittelten Standhöhe eine 67" lange Sehne und damit dann 70" Bogenlänge ergibt.
Wenn ich dabei bei unsinnigen Parametern lande, muss ich das Design anpassen.
Bei meinen Orca XC liegt diese bei 8"-8¼".
Die optimale Standhöhe ergibt sich aus dem bestmöglichen Kompromiss aus Performance, Auszugsverhalten und Schussruhe.
Zerstört wird dabei nichts.
Wozu auch.
Ich möchte das Optimum des Setups ermitteln und nicht ausreizen, wie sehr man das Material außerhalb der von mir angedachten Parameter vergewaltigen muss um es kaputt zu bekommen.
Funktioniert aber halt nur vernünftig, wenn die Geometrie vom Riser auch passt.
Weniger Deflex, falscher Winkel, etc. ergeben dann suboptimale Performance.
Da kann es schon mal sein, dass man mit 2 verschiedenen Griffstücken bei gleichem Auszug, Zuggewicht und Standhöhe 10fps Unterschied hat.
Bei Boltdown oder Einteilern halt ähnlich.
Da fällt nur die Varianz durch unterschiedliche Riser weg.
In der Regel denkt sich ein Bogenbauer/Hersteller was bei seinen Empfehlungen.
Wer grob außerhalb der angedachten Parameter agiert, schadet entweder dem Material oder nutzt den Bogen unter Umständen suboptimal und verschenkt Performance oder Präzision.
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Bei meinem Bogen ist die Standhöhe okay, wenn ich eine Faust mit ausgestrecktem Daumen zwischen Bogen und Sehne bekomme. Frei nach dem Motto: Passt schon. Dafür will mein Bogen keine zu leichten Pfeile, so knapp unter 10 gpp dürfen es schon sein. Das merke ich mehr als die Standhöhe.
Wobei ich schon sagen muss, die Standhöhe, zusammen mit Bogenlänge und Sehnenlänge, ist bei vielen Bögen ein wichtiges Merkmal: dadurch ergibt sich der Punkt, an dem die Sehne von den Wurfarmen abhebt. Bei einem Recurve quasi wie weit sich die Sehne auf den Recurve "wickelt." Manche Bögen sind da recht empfindlich wenn dieser Punkt nicht stimmt.
Das hängt halt sehr von der Geometrie des Bogens ab. Bei vielen Bögen kann über die Standhöhe eine rechts-links-Abweichung korrigiert werden. Selbstverständlich hat's auch einen Einfluss auf die Vorspannung des Bogens und auf das Abbremsen der Sehne am Ende des Schuss.
Ein Vereinskamerad hat die Standhöhe "korrigiert" und plötzlich war sein Bogen sehr laut und hatte Handschock - bei der vom Hersteller empfohlenen Standhöhe. Wahrscheinlich hat irgend was Anderes nicht gepasst...
Ja, Standhöhe kann einen großen Unterschied machen, aber es gibt so viele andere Faktoren, die mitspielen...