Archers Campfire

Kaufberatung / Testberichte => Bogenkauf, Beratung und Testberichte => Thema gestartet von: Cavey84 am Juli 25, 2026, 12:49:19 Nachmittag

Titel: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Cavey84 am Juli 25, 2026, 12:49:19 Nachmittag
Hallo zusammen,

ich möchte mich erst einmal kurz vorstellen. 😊

Ich bin Jürgen, 42 Jahre alt und komme aus der Fränkischen Schweiz. Ich habe den Bogensport erst vor relativ kurzer Zeit für mich entdeckt und bin hauptsächlich im 3D-Bereich unterwegs. Das Hobby hat mich inzwischen richtig gepackt. 😄

Aktuell spiele ich mit dem Gedanken, mir einen Border Archery Mosstrooper zu bestellen. Die Bögen gefallen mir optisch und technisch unglaublich gut.

Bei meinen Recherchen bin ich allerdings auf einige ältere Berichte gestoßen (teilweise etwa 10 Jahre alt), in denen von Problemen bei der Verarbeitung bzw. mit den Wurfarmen berichtet wurde. Deshalb würde ich mich freuen, wenn mir jemand seine aktuellen und ehrlichen Erfahrungen mit Border Archery schildern könnte.

Mich interessieren vor allem:

* Wie ist die Qualität und Verarbeitung der aktuellen Bögen?
* Wie zufrieden seid ihr mit eurem Border?
* Gibt es Langzeiterfahrungen oder Dinge, die man vor dem Kauf wissen sollte?
* Hat hier vielleicht sogar jemand einen Mosstrooper und kann etwas zu Schussverhalten und Verarbeitung sagen?

Mir geht es ausdrücklich nicht darum, den Hersteller schlechtzureden. Ich möchte einfach möglichst viele ehrliche Erfahrungen sammeln, bevor ich so viel Geld investiere.

Und noch eine kleine Hoffnung: Vielleicht kommt ja sogar jemand aus der Fränkischen Schweiz oder der näheren Umgebung und besitzt einen Mosstrooper. Über einen Austausch oder vielleicht sogar die Möglichkeit, sich den Bogen einmal live anzusehen, würde ich mich riesig freuen.

Vielen Dank schon einmal für eure Erfahrungen und einen allzeit guten Schuss! 🎯
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: covertmicha am Juli 25, 2026, 05:11:54 Nachmittag
Hallo cavey,

Verarbeitung und Haltbarkeit gestalten sich aktuell eher schwierig.

Schöne Grüße
Micha
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Cavey84 am Juli 25, 2026, 05:17:52 Nachmittag
Danke für die Info. Kannst du mir es bitte auch begründen?
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: covertmicha am Juli 25, 2026, 06:32:40 Nachmittag
Hallo cavey,

das ist meine quintessenz - in summe meine Erfahrungen mit verschiedenen Bögen ...

Schöne Grüße
Micha
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: roscho am Juli 25, 2026, 07:33:13 Nachmittag
Ich komme aus BT, schiesse keinen Mosstrooper aber dafür schon etwas länger andere Bögen ..
Wie lange schiesst Du schon, welches Zuggewicht peilst du an und warum willst du mit einem Superrecurve einsteigen ?

Bzw was schiesst du denn aktuell ?
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Cavey84 am Juli 25, 2026, 08:08:08 Nachmittag
Trad-Recurve mit ILF
Auszug 31“
30# Wurfarme ( 21“ Mittelteil + wurfarme L = ca. 36# auf die Finger)

Mein Ziel ist dann 40# auf den Fingern. Und warum Superrecurve, bzw. Mosstrooper? Weil ich finde, dass er optisch einfach sehr gut aussieht und ich exotische Sachen mag :)
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: roscho am Juli 25, 2026, 08:18:07 Nachmittag
31“ Auszug ?

Hast du einmal auf der Border Webseite nach den Max Auszugslängen geschaut ?
Bei Mosstrooper wirds da schon sehr eng, der geht max bis 64“ und 30,5“ Auszugslänge
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Cavey84 am Juli 25, 2026, 08:27:31 Nachmittag
Ja, ich bin mit Carol von Border in Kontakt.

„ So with your draw length, we would be looking at a 64” Mosstrooper, 40lbs is not a problem at all.“

Nur bevor ich eben blind bestelle, wollte ich gern Erfahrungsberichte bekommen und mir wurde empfohlen mal hier im Forum zu fragen :)
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: roscho am Juli 25, 2026, 09:31:46 Nachmittag
Alles klar, dann bin ich jetzt still da ich zu dem Border Thema keine eigenen Erfahrungen beitragen kann …
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Stringwistler am Juli 26, 2026, 09:32:44 Vormittag
Hallo Cavey,

willkommen erst mal hier an dieser Stelle.

Ich hatte früher mehrere Border Bögen an die nicht viel ranreichte (Border Viper Swift und Super Reiver).

Heute schieß ich zwar andere Sachen und das schon seid 43 Jahren, aber lass Dir eines gesagt sein...

Es ist wie mit Menschen die genau so überzeugt sind von VW, obwohl sie mit dem Abgasskandal angelogen wurden, oder wie überzeugte E-Bike, für die es nur Cube gibt. Für manche ist es eben der Name der am wichtigsten ist. 😂

Von jemanden der von Border überzeugt ist, wirds du nie was nachteiliges hören, wenngleich auch nicht alles Gold ist was glänzt. 😉

Du wirst Dir immer ein großes Stück weit, deine eigene Meinung bilden und deine Erfahrungen sammeln müssen.
Die Supercurves von Border sind nämlich sehr gewöhnungsbedürftig. Ich könnte da auch schon einige testen und meins ists nicht.
Wenn du einen satten trockenen Schuss liebst,
lass die Finger davon. 😮‍💨
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Cavey84 am Juli 26, 2026, 11:17:51 Vormittag
Danke Stringwistler für die erste konstruktive Meinung :)
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Woodinski am Juli 26, 2026, 02:13:03 Nachmittag
Ich behaupte mal, so ein Border ist ein extremer Bogen, mit extrem geringen „Toleranzen“, was Auszuglänge, Pfeilgewicht, und Schießstil angeht.
Ich sag mal so, ich kenne außer mir mittlerweile 4 Leute, denen ein Border um die Ohren geflogen ist. Meist die Wurfarme.
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: covertmicha am Juli 26, 2026, 02:45:02 Nachmittag
Hallo cavey,

ich schieße immer noch Bögen von Border aber fünf kaputte sind dann schon ein Wort oder?
Man muss sich aber das richtige Modell aussuchen,
Eben eines das nachhaltig hält.

Ich meine deine Def. Von Konstruktiv ist nicht realitätsbezogen. Vor allen Dingen wolltest du gute und schlechte Erfahrungen oder nur gute Erfahrungen dann musst du das dazu schreiben.

So kann ich mich in vollem Umfang woodinski anschließen, ich weiß auch nicht wie viel Border Bögen meine Vorredner über Jahre hinweg geschossen haben?
Aber ich habe sehr gute und sehr sehr schlechte Erfahrungen gemacht.

Grüezi
Micha
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Cavey84 am Juli 26, 2026, 05:02:05 Nachmittag
Das ist doch jetzt mal eine Antwort mit der ich was anfangen kann covertmicha 👍🏻 danke
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Speedi am Juli 26, 2026, 05:34:40 Nachmittag
Hi

ich hatte einen Black Douglas 4.5 (müsste es gewesen sein) einen 7.2 und jetzt ein Covert Hunter Hex9.

Alle waren gebraucht als ich sie gekauft hab und bisher keine Probleme. Die ersten beiden durften weiter wandern den Hex 9 hab ich selbst noch nicht lange, kenne aber die Vorbesitzer

Was man einfach bei Border wissen muss ist das sie eben ein Extrem sind und das absolut ausreizen was den Superrecurve betrifft. Es gibt wohl auch Modelle die dafür bekannt sind das sie leider recht oft brechen (denke da an die Hex 8 Wurfarme). Man sollte sich bei den Bögen wirklich an die Vorgaben halten und Auszug und Pfeilgewicht beachten.

Kann also genau das bestätigen was du hier schon gelesen hast. Es gibt viele Hersteller deren Bögen auch brechen, aber wahre Fans werden sich nicht schlecht darüber äußern, wie Guido schon schrieb in Bezug auf Automarken
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Cavey84 am Juli 26, 2026, 06:00:43 Nachmittag
Ja ok, vielen Dank 🙏
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: kungsörn am Juli 26, 2026, 07:37:06 Nachmittag
Bis auf wenige Ausnahmen, schieße ich seit 20 Jahren Border.

An der optischen Qualität hatte ich bisher nichts auszusetzen. Es steckt noch viel Handarbeit und viel Detailliebe drin.
Wer sehr pingelig ist, findet auch was.
Wer aber z.B. Falkenholz (<2024) eine hervorragende Verarbeitung attestiert, wird mit dem Border einen perfekt verarbeiteten Artikel vor sich sehen.

Technisch war Border schon immer High End im Bereich der traditionellen Bögen (Jagd und 3D).
Mit Einführung von CFK in den WA (> HEX 4), hat sich Entwicklung noch mehr in Richtung "jagdlich traditionell" konzentriert.
Wer heute noch mit Recurvebögen jagt (>15 gpp), kommt an Border fast nicht vorbei.
Fast..., weil Morrison, Backwood und co. die SR-Geometrie kopier(t)en.
Letzteres bringt die hohe Energie in den Pfeil und benötigt dafür dessen hohes Gewicht.

Der Moostrooper ist kurz, giftig und will entsprechend beherrscht werden.
Er ist eine Art Hommage an die Philosophie des traditionellen Bogenschießens.
Falls du auf den üblichen Meisterschaften erfolgreich sein möchtest, kauf dir lieber irgendeinen anderen Sportbogen, der noch ins Regelwerk passt und leerschusstauglich ist + Ohrstöpsel.

Ich würde ihn mit der Neuauflage der Harley-Davidson Sportster S mit Turbolader vergleichen.
Wenn du auf der Rennstrecke "punkten" willst, kauf dir lieber nichts mit Chrom.

Kaputt gegangen ist mir auch was. Während meine HEX 4+5 (>15 Jahre alt) scheinbar alles schadlos hinnehmen, haben 2 Paare meiner geliebten HEX 7.2 die 8,5gpp nicht dauerhaft vertragen.
Möglicherweise spielen auch hohe Temperaturen (im Auto) und das volle Ausnutzen der sonstigen Spezifikationen eine erhebliche Rolle dabei.
Seitdem ich meine Border grundsätzlich mit >10gpp verwende, hab ich keinen mehr kaputt bekommen.
Titel: Re: Border Archery // Mosstrooper
Beitrag von: Cavey84 am Juli 26, 2026, 08:20:24 Nachmittag
Sehr detailliert, super und vielen Dank.