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Kaufberatung / Testberichte => Bogenkauf, Beratung und Testberichte => Thema gestartet von: ONeill am Februar 10, 2026, 10:02:17 Vormittag
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Guten Morgen allerseits!
Mich interessiert, wer von euch blank intuitiv schießt am Parcours, sprich (olymp.) riser 25"+, bogenlänge folglich 66"+, keine Anbauteile (außer vielleicht Gewicht und Pfeilauflage) und keinerlei bewusstes Zielsystem?
Wenn ja, was sind eure Bewegründe dafür?
Ich als jemand, der immer gerne unkonventionelle, individualisierte Dinge probiert, spiele mit dem Gedanken, so ein Setup für den Parcours zu kreieren. Warum? Warum nicht, das würde ich auch gerne von euch erfahren.
Gruß,
O'Neill
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Moin
Ich schieße aktuell Blankbogen 25" Riser mit L Wurfarmen ohne "aktives" Zielsystem.
Fokus liegt auf dem Zielpunkt Höhe wird im Vorauszug "eingestellt" und der Pfeil ist im Peripheren Sichtfeld für die Richtung einbezogen.
Am Ende also nicht anders als beim TRB.
Beweggrund war eigentlich meine Wurfarme auf Stringwalking Verträglichkeit zu testen.
Ist aber definitiv nix, womit ich mich anfreunden kann.
Für Gap ist mein Anker zu tief. Auf 25m müsste ich bei einer großen Scheibe irgendwo unter der Unterkanten vom Gestell anhalten.
Also schieße ich so irgendwie gapstinktiv.
Vorteil: durch Pfeilauflage und Button mehr Einstellmöglichkeiten und Clearance für optimalen Pfeilflug.
Nachteil: BB Schützen, mit Abgriff oder Gap, die sauber schätzen können, dürften mich sicher in Grund und Boden schießen.
Perspektivisch baue ich mir sicher auch wieder ein TRB Setup dazu.
Aber zum Trainieren ist das schon sehr angenehm.
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Das macht genau gar keinen Sinn. Mit er Ausnahme, dass es dir halt Spaß machen kann. Und der Grund sollte reichen.
Bei meinen Lehrlingen bzw in der Therapiegruppe "Betreutes Schießen" habe ich 2, die das tun.
Einer besiegte damit seine Stringwalking Goldangst, indem er eben nicht mehr visiert.
Der andere hat viel Sehstärke am dominanten Auge verloren, will nicht auf Links wechseln und hat nun die Lösung im "nicht visieren" gefunden.
Ansonsten handelst du dir damit eher Nachteile ein hinsichtlich intuitives Zielen. Vor allem wegen dem größeren Abstand Hand/Pivotpunkt und Pfeilachse. Man tut sich leichter, wenn der gering ist.
Im Wettkampf wirst halt dennoch in die technischen Klassen einsortiert und musst dann gegen Stringwalker bestehen. Das geht sicher, ist aber nicht einfach.
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Ansonsten handelst du dir damit eher Nachteile ein hinsichtlich intuitives Zielen. Vor allem wegen dem größeren Abstand Hand/Pivotpunkt und Pfeilachse. Man tut sich leichter, wenn der gering ist.
Im Wettkampf wirst halt dennoch in die technischen Klassen einsortiert und musst dann gegen Stringwalker bestehen. Das geht sicher, ist aber nicht einfach.
Kommt auf den Verband an.
Bei DFBV und TBVD kannst Du damit in der BHR-Klasse schießen, da ist Stringwalking nicht zugelassen.
Ich gehe jedoch davon aus, dass auch die meisten BHR-Schützen ein Zielsystem haben.
Aber warum nicht? Ist am Ende auch nicht viel anders als TRB, nur eben mit anderem Material inkl. Pfeilauflage, Button, etc.. Und so viel höher sind die Punktzahlen bei BHR im Vergleich zu TRB normal auch nicht.
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Die Meisten, die ich Bereich LB und TRB/BHR so kenne, schießen eine art „Split Vision“ oder „Gap Shooting“, in der Definition, die der Ditmar Vorderegger es hier beschreibt:
https://traditionelles-bogenschiessen.at/zieltechnik-27/zieltechnik-1/gap-shooting/index.php
und
https://traditionelles-bogenschiessen.at/zieltechnik-27/zieltechnik-1/split-vision/index.php
Du kannst beides (Instinktiv und System) natürlich mit beiden Bogenarten manchen.
Wahrscheinlich tust du dich aber mit Zielsystem auf einem kräftigen Jagdrecurve schwerer, als auf dem BB.
Um Instinktiv in der BB-Klasse besser als der Schnitt zu sein, musst du darin schon recht gut und auch erfahren sein.
Wenn du das aber wiederum bist, brauchst du das BB-setup nicht.
Zumindest, wenn die Pfeile homogen und auf deinen TRB-Bogen abgestimmt sind.
Beim BB könnte evtl. der Abstand Auflage zur Hand instinktiv irritieren.
Ich selber habe aber kein Problem damit, meinen CP auch instinktiv zu bewegen.
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Moin
...Also schieße ich so irgendwie gapstinktiv.
...
Bester Begriff ever!
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Bester Begriff ever!
Schon öfter gehört, auch als "gapstinctive".
Bedeutet vermutlich was ich mach'. Nach Gefühl höher halten wenn man weiß er landet sonst im Gras. Reicht für Platz 42 von 48.
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Bester Begriff ever!
Schon öfter gehört, auch als "gapstinctive".
Bedeutet vermutlich was ich mach'. Nach Gefühl höher halten wenn man weiß er landet sonst im Gras. Reicht für Platz 42 von 48.
Das beschreibt meinen Stil auch am besten. Mit mehr Training funktioniert das auch beim ersten Pfeil recht gut, wenn es längere Pausen gibt (wie jetzt über den Winter) dann muss ich mich erstmal wieder kalibrieren.
Aber ich nutze tatsächlich auch kein Zielsystem, beziehe aber Sehnenschatten und das Bogenfenster in meinem Blickfeld irgendwie mit ein. Genau erklären kann ich das auch nicht, aber es macht Spaß und ich lande nicht ganz am Ende des Feldes, auch mit meinen eher sporadischen Parcours-Besuchen
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Bester Begriff ever!
Schon öfter gehört, auch als "gapstinctive".
Bedeutet vermutlich was ich mach'. Nach Gefühl höher halten wenn man weiß er landet sonst im Gras. Reicht für Platz 42 von 48.
Das beschreibt meinen Stil auch am besten. Mit mehr Training funktioniert das auch beim ersten Pfeil recht gut, wenn es längere Pausen gibt (wie jetzt über den Winter) dann muss ich mich erstmal wieder kalibrieren.
Aber ich nutze tatsächlich auch kein Zielsystem, beziehe aber Sehnenschatten und das Bogenfenster in meinem Blickfeld irgendwie mit ein. Genau erklären kann ich das auch nicht, aber es macht Spaß und ich lande nicht ganz am Ende des Feldes, auch mit meinen eher sporadischen Parcours-Besuchen
Früher hatte der Vorderegger (Link oben) genau das als „Split Vision“ beschrieben.
Der Pfeil bzw. Bogenfenster wird als eher unscharf wahrgenommen. Der Fokus liegt aber komplett auf dem Zielpunkt.
Das wurde nun wohl irgendwann umgedeutet und entspricht jetzt eher dem „GAP Shooting“ in seiner Definition (nur die unscharfe Darstellung von Bogen und Pfeil fehlt da noch).
Für mich ist „GAP Shooting“ aber eigentlich das Visieren über die Spitze, mit einem definierten vertikalen Abstand bzw. Spalt (Gap) zum Zielpunkt.
Also eigentlich das, was er nun in den Bildern zum „Split Vision“ darstellt.
Das verwirrt mich jetzt etwas. :bahnhof:
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Old but Gold! Diese Erklärungen fand ich immer am plausibelsten. Und ja, die Unterschiede sind verwirrend und man muss den Text mehrfach lesen.
https://charlesarcheryblog.wordpress.com/tag/split-vision-aiming/
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Für mich ist „GAP Shooting“ aber eigentlich das Visieren über die Spitze, mit einem definierten vertikalen Abstand bzw. Spalt (Gap) zum Zielpunkt.
Also eigentlich das, was er nun in den Bildern zum „Split Vision“ darstellt.
Das verwirrt mich jetzt etwas. :bahnhof:
Genau so ist das.
Gap Shooting über Pfeilspitze und „kennen“ der Gaps auf die unterschiedlichen Entfernungen.
Split Vision nutzen wohl die meisten, die von sich selbst behaupten intuitiv / instinktiv zu schießen.
Wenn man das mal in der Dunkelheit auf ein beleuchtetes Ziel versucht, stellt man sehr schnell fest, dass man nichts mehr trifft (Bogen, Pfeil und Sehne beim Schussablauf im Dunkeln).
Bei Split Vision braucht man eben Bogen/Pfeil/Sehne für die Ausrichtung. Auch wenn diese nicht bewusst wahrgenommen werden
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Old but Gold! Diese Erklärungen fand ich immer am plausibelsten. Und ja, die Unterschiede sind verwirrend und man muss den Text mehrfach lesen.
https://charlesarcheryblog.wordpress.com/tag/split-vision-aiming/
Find ich auch plausibel. Danke fürs teilen.
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"Blankbogen - wer schießt ihn intuitiv? "
Ich, ... weils Spass macht :bow:.
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"Blankbogen - wer schießt ihn intuitiv? "
Ich, ... weils Spass macht :bow:.
So soll's sein! Zeigst du uns auch dein Setup? Sind natürlich alle dazu herzlich eingeladen, und danke für die bisher rege Beteiligung zu dem Thema!
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Dann schließ ich mich da mal an " weil es Spass macht" und ich nicht lange drüber nachdenken möchte ob ich einen Ring ( Scheiben mag ich eh nicht) mehr oder weniger erziele.
Ich richte mir meinen Bogen so her wie "ICH" meine damit Spaß zuhaben alles andere sollen andere machen.
Stress und Regeln hat es im Beruf genug gegeben jetzt nicht mehr. Ende und aus!!!!!!!!!!
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Jawoll, auch ich gehöre da mit in die Kategorie (BHR).
Macht mir einfach am meisten Spaß, ohne Zielsystem, trotzdem aber ein paar technische Möglichkeiten am Riser.
Ein -für mich- angenehmeres Schießen als TRB.
:fire:
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Für mich ist „GAP Shooting“ aber eigentlich das Visieren über die Spitze, mit einem definierten vertikalen Abstand bzw. Spalt (Gap) zum Zielpunkt.
Also eigentlich das, was er nun in den Bildern zum „Split Vision“ darstellt.
Das verwirrt mich jetzt etwas. :bahnhof:
Gap Shooting bezieht sich nur auf das Delta ("Gap") zwischen dem Punkt, wo der Pfeil hin soll (also in die 11) und dem Punkt, auf den du in Abhängigkeit von der Entfernung anhalten musst. hast du ein gut getuntes System, ist der in senkrechter Linie drüber (weit) oder drunter (nah) vom eigentlichen Zielpunkt.
Mit welchem Referenzpunkt du das machst, ist egal. Kann die Pfeilspitze sein, das Ende vom Auflagefinger, der optisch Schnittpunkt Shelfkante/Pfeil oder - auch schon gehört - Oberkante Buttonstift. Aber da stimmt m.E. die Kopfhaltung nicht, wenn man rechts vom Pfeil visiert. Da tut mir schon die Nase weh.
Dieser Referenzpunkt kann auch gewechselt werden, um beispielsweise nicht in die Luft halten zu müssen. Also dass z.B. erst die Pfeilspitze bis 40m und ab vielleicht 40m man dann die Shelfkante als Referenz nimmt. Damit bist vielleicht noch auf der 3D-Scheibe (sic.), während die Pfeilspitze schon in den Wolken ist bei langen Pfeilen.
Hierbei ist üblicherweise bei 3D das Ziel im Fokus, also scharf. Bei Scheibe, wo man mit dem Gold in der Mitte ein gut erkennbares Ziel auch bei Unschärfe hat, fokussieren manche dann eher die Pfeilspitze (oder den Auflagendraht oder...) für ein schönes "Lollipop-Zielbild".
Für SplitVision gibts mehrere Erklärungen. Die für mich sinnvollste als Abgrenzung zu Gap oder PoA ist die, dass ein SpitVision schütze "halbintuitiv" schießt. Er hat den Pfeil schön vor dem Auge und schaut entlang des Pfeiles Richtung Ziel. Er visiert - oder besser: visualisiert- sozusagen die Richtung. Aber die Höhe (also die Distanz) überlässt er der Intuition. Das hat den großen Vorteil, dass es fast so schnell geht wie intuitives Bogenschießen: man muss die Entfernung nicht schätzen, gewinnt aber durch die Richtungskontrolle ein wenig Präzision und vermeidet viele Formen der Targetpanik.
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OK. Der „GAP“ beschreibt also den Abstand eines sinnvoll gewählten Referenzpunktes zum Zielpunkt.
Ist der Zielpunkt nicht waage- oder senkrecht davon, muss man die Abstände in beide Richtungen getrennt ermitteln oder (wie auch immer) den Winkel beachten.
Dann würde es aber vielleicht Sinn machen, wenn der Ditmar auf seiner HP beim Bild zum "Gap-Shooting“ eine senkrechte und eine vertikale Linie (evtl. als Scala),
anstatt der Parabelspur skizzieren würde oder?
Mich hat dieses Bild auf der HP deshalb so verwirrt, weil ich die Entfernungen nicht in Meter, sondern in Flugzeit und zugehöriger Flugbahn schätze.
Ich achte dann - bei großen Weiten - manchmal auf die unscharfe Pfeilachse im Gesichtsfeld rechts unten, um sie an die gedachte Parabel „anzusetzen“.
Das würde ich als „Splitvision“ ansehen.
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Ist der Zielpunkt nicht waage- oder senkrecht davon, muss man die Abstände in beide Richtungen getrennt ermitteln oder (wie auch immer) den Winkel beachten.
Dann muss man sein System tunen. Pfeile und Bogen passen nicht zusammen, wenn man bei unterschiedlichen Entfernungen die Horizontale korrigieren muss. Es ist leider sehr oft der Fall, dass gerade bei sehr kurzen Distanzen, also 5 bis 8m, Schützen meist links (RH Schütze) neben dem eigentlichen Ziel anhalten müssen. Aber das heisst nur, dass man z.B. seine Standhöhe nicht ausgeschossen hat. 2mm plus/minus machen genau sowas dann aus.
Nachtrag: In Zahlen: Das macht bei einer auf 5m stehenden Bunny-/3er-Spot Feldscheibe soviel aus, dass man die Spitze links in die 3 halten muss, damits die 6 wird. 3 Umdrehungen in die Sehne und dann passts wieder. Muss man selber erlebt haben damit man das glaubt. Also von wegen "richtige Standhöhe ist da, wo der Bogen am leisesten ist". Kann sein. Muss nicht.
Kurz: Passt dein System, wird der Punkt fürs Gap oder der Point of Aim genau senkrecht über oder unter der 11 sein.
Ein Bogenlehrer-Kollege sagt immer "drüber / drunter sind Schätzfehler - das passiert. Links oder rechts sind schieß- oder Abstimmungsfehler. Die will ich nicht sehen!"
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Wenn ich mit meinem Blankbogen versuche instinktiv zu schießen, ist es durch das gewohnte Bild von Buttonstift, Pfeilauflage und Pfeilspitze immer so ein bißchen wie „Denke jetzt die nächsten 5 Sekunden nicht an einen rosa Elefanten!“ Schieße ich mit einem Bogen übers Shelf brauche ich auch etwas Umstellungszeit, aber es klappt viel besser. Ich freue mich schon, wenn mein Langbogen im ca. April fertig ist, geht es wieder los mit Holzpfeilen und Gapstinctiv. :)
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Dann schließ ich mich da mal an " weil es Spass macht" und ich nicht lange drüber nachdenken möchte ob ich einen Ring ( Scheiben mag ich eh nicht) mehr oder weniger erziele.
Ich richte mir meinen Bogen so her wie "ICH" meine damit Spaß zuhaben alles andere sollen andere machen.
Stress und Regeln hat es im Beruf genug gegeben jetzt nicht mehr. Ende und aus!!!!!!!!!!
Da kann ich voll und ganz zustimmen, so gehts mir auch :yes:
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Cweg, das ist wie beim Kartenspielen. Wenn du einmal gelernt hast, das Bild auszuzählen und Wahrscheinlichkeiten zu kalkulieren,
fällt es sehr schwer, das beim Spielen mit den Kindern bleiben zu lassen. ;)
Die SlowMos, die ich für meine Abstimmungen so mache zeigen, dass die Spitze auf den ersten Metern (abhängig vom FOC bzw. erster Schwingungsknoten) auch mal ca.±2cm ausschlägt.
Die sitzt also im Extremfall (z.B. bei einem Gumminager) bei 7m noch im Spot und bei z.B. 5,5m im Körper.
Eine geänderte Standhöhe ändert erstmal nur das Timing (Lösepunkt der Nocke) und verschiebt die Nulldurchgänge dieser Wellenbewegung.
Auch, weil u.U. ein anderer dynamischer Spine (Spitze) fällig wird. Ändert sich der dyn. Spine, verändert sich auch Amplitude und Wellenlänge in gewissem Rahmen.
Verschwinden wird das aber nie.