Archers Campfire
Bogenschießen => Pfeile => Thema gestartet von: Long John am Februar 02, 2026, 11:18:30 Nachmittag
-
Ich bin günstig an einen Satz Easton X7 Alupfeile gekommen und wollte die mit dem Langbogen in der Halle schiessen. Mit etwas über 9 mm sind die fast 2 mm dicker als meine Carbonpfeile.
Die Rohschäfte fliegen bei sauberem Release perfekt, sogar besser als die Carbonis.
Allerdings musste ich feststellen, dass die dicken Teile bei Lösefehlern oder leichten Veränderungen in Auszug oder Rückenspannung deutlich sensibler reagieren mit seitlichen Abweichungen. Obwohl sie mit 525 gr. über 100 gr. mehr wiegen als die Carbonpfeile. Ich hätte das Gegenteil erwartet.
Mit den Carbonpfeilen ist das System deutlich fehlerverzeihender.
Wie lässt sich das erklären ?
Hängt es damit zusammen, dass die dicken Pfeile sich mehr um den Bogen winden müssen?
Das Fenster des Langbogens ist nur bis kurz vor Mitte geschnitten, und die Alupfeile weisen schon stark nach links.
-
Da hast du dir die Antwort schon selbst gegeben. Die Pfeile liegen (minimal) weiter aus dem Center, als deine Carbonis. Das könnte es schon erklären.
-
Ich schließe mich @cweg an. Du kannst das auch testen, indem Du das Leder, Fell, Flauschband oder was auch immer Du als vertikalen Schutz am Bogen hast mal mit einem zweiten Stück temporär überklebst oder mit einem Streichholz, oder dünnen Holzfurnier (1mm in deinem Fall) unterfütterst, so dass die Spitze des Carbonpfeils identisch mit der des Alupfeils ist.
-
Mach sie weicher. Der RS darf gerne ein wenig rechts stecken bei dicken Dingern. Also mal 20 bis 50gn mehr Spitze geben, je nachdem, was du hast. 150 bis 200gn sind ganz normal. Macht auch das Gap kleiner.
-
Mehr zum Thema Alu vs Carbon gibts hier
https://www.archers-campfire.rocks/index.php?topic=1352.0
-
Ich schließe mich @cweg an. Du kannst das auch testen, indem Du das Leder, Fell, Flauschband oder was auch immer Du als vertikalen Schutz am Bogen hast mal mit einem zweiten Stück temporär überklebst oder mit einem Streichholz, oder dünnen Holzfurnier (1mm in deinem Fall) unterfütterst, so dass die Spitze des Carbonpfeils identisch mit der des Alupfeils ist.
Peter, wie hilft mir das, dass der Aluschaft geringere Abweichungen hat?
Ich will ja nicht auch noch die gut fliegenden Carbonpfeile "vertunen".
-
Aber Du hast erstmal einen fairen Vergleich :schuldig:
-
@Long John, Stephan, da hast du den Peter falsch verstanden, er wollte dir nicht helfen, auch wollte er dir nicht deinen getunten Carbonpfeil vertunen...
Er wollte dir mit seinem beschriebenen Versuchsaufbau für den Carbonpfeil doch nur mitteilen, dass du es auf diese Weise selbst überprüfen/testen etc. kannst, was mit deinem Cabonpfeil ebenfalls passiert, wenn er die gleiche Aussermittigkeit erfährt wie der X7 Alupfeil.
;)
Der User Rainer K war schneller und kürzer... O:-) + :youRock:
-
Du musst zuerst mal rausfinden, was genau die seitlichen Abweichungen verursacht.
Möglicherweise hat das mit dem OFF-center garnichts zu tun.
Wenn der Aluschaft einen anderen dynamischen Spine hat (z.B. wegen dem Gewicht oder dessen Verteilung oder den verschiedenen E-Moduli oder sonstwas),
dann kommt er anders aus dem Bogen, als der Carbonschaft.
Eine mögliche Theorie:
Vielleicht „wedelt“ das Nockende um einiges enger am Bogenfenster vorbei und schlägt deshalb bei kleinsten Abweichungen im Auszug oder Lösen am Fenster (oder Auflage) an?
Der bessere Flug kommt evtl. vom höheren Gewicht, die Empfindlichkeit von der nicht ganz perfekten Abstimmung?
Um das zu testen könntest Du, wie Landbub auch schon vorgeschlagen hat, eine schwerere Spitze verwenden.
-
Hmh, ich versteh es noch nicht ganz.
Der Alu-Rohschaft fliegt bei sauberem Lösen fast perfekt, also sollte das Setup doch passen (inkl. Spitzengewicht). Wenn ich jetzt eine noch schwerere Spitze verwende, würde der Rohschaft nach rechts ausbrechen. Andererseits kann Kungsörns Theorie mit dem Anschlagen passen, ich habe hin und wieder Federreste an der Pfeilanlage gefunden.
Warum wäre dieses prinzipiell zu weiche Setup dann fehlerverzeihender als eines mit gut fliegendem Rohschaft?
Und warum hat der (eigentlich etwas zu harte) Carbonschaft bei Fehlern eine größere Toleranz?
Reagiert Alu einfach sensibler auf unterschiedliche Auszugslängen bzw. unsauberes Release als Carbon?
-
Warum wäre dieses prinzipiell zu weiche Setup dann fehlerverzeihender als eines mit gut fliegendem Rohschaft?
Hast du dich mal mit den Nodes deines Pfeils beschäftigt? Grad in der Halle, wo man die Pfeile gerne lang lässt, ist der Node im Auszug vor dem Button / Anschlag. Wenn dem so ist, sagt der RST nicht viel aus. Da ist dann wirklich Try&Error angesagt
-
Hast du dich mal mit den Nodes deines Pfeils beschäftigt? Grad in der Halle, wo man die Pfeile gerne lang lässt, ist der Node im Auszug vor dem Button / Anschlag. Wenn dem so ist, sagt der RST nicht viel aus. Da ist dann wirklich Try&Error angesagt
Meine Schäfte sind alle 33" lang, Alu wie Carbon. Der Alupfeil ist nur durch die Riesennocke nicht ganz 1 cm länger.
Ob das so einen Riesen Einfluss auf die Schwingungsknoten hat?
Am Ende ist es wahrscheinlich wirklich Try&Error. Aber da ich keine Lust auf ewiges Tuning habe, bleibe ich erst Mal bei den Carbonschäften. Die fliegen ordentlich. Mich hat einfach der Grund für diese Abweichungen der Alus interessiert.
Glücklicherweise war der Satz X7 recht günstig, mal sehen, vielleicht kommt er ja irgendwann auf einem anderen Bogen noch zur Geltung.
Danke für die vielen Rückmeldungen!
-
Ich wollte auch grössere Löcher bei Indoor Turnieren schiessen.
Skylon Bruxx mit bis zu 230grn Spitzen.
Klappt mit viel Abstimmung und mysteriösen superschweren Spitzen auch.
Beim Ciderbow (Holz, Superrest) hat es im Training gut funktioniert, beim Stress im Turnier war es aber nicht der Bringer.
Beim Kinetic Blankbogen und AAE+Beiter Equipment im Training unfassbare gute Ringzahlen, im Wettkampf war die Kombination dann doch zu sensibel.
Ich bin jetzt auf ID 6.2 umgestiegen, die verzeihen mehr Fehler.
-
Da scheine ich ja nicht der Einzige zu sein, der solche Erfahrungen mit dicken Torpedos gemacht hat.
Was mich dann doch zur nächsten Frage bringt:
Sind dünne Schäfte leichter zu tunen und fehlerverzeihender als dicke?
-
Ich vermute, dass dicke Schäfte, bei gleichem Spine dünnwandiger sind.
Das führt dazu, dass sie -bei gleichem Material – auch leichter sind, als die schlankeren Pendants und im Fall von BSCausBKK eine schwerere Spitze benötigen.
Bei deinen Alus trifft das aber nicht zu, weshalb der unterschiedliche FOC zumindest nicht der einzige Grund sein kann.
Der Hauptanteil wird vermutlich im OFF-Center liegen.
Je enger es zugeht, je schwieriger ist das Optimum zu finden und umso empfindlicher die Reaktion auf Fehler.
-
Der Hauptanteil wird vermutlich im OFF-Center liegen.
Je enger es zugeht, je schwieriger ist das Optimum zu finden und umso empfindlicher die Reaktion auf Fehler.
Genau das
Im Training schiesse ich damit unfassbare Ringzahlen, ganz locker
Im Turnier keine Chance, auch wenn ich versuche nicht zu krampfhaft zu schiessen
Natürlich bringen die dicken Brummer selbst bei 60er Scheiben immer wieder 1 Ring mehr, aber der Kopf ärgert sich über unnötige Fehler
-
Gestern Abend beim Training zum Spass provoziert. Die zwei Stricknadeln sind ja eher fernab eines optimalen Sets (Länge, Federn...). Mit 4,2mm ID geht sowas. Mit den 11/32 idR deutlich anderes Bild obwohl einzelne "gute" Passen zeigen dass die Pfeile es könnten.
-
Ebenso meine Beobachtung (die ja nicht jeder teilen muss) dass es umso einfacher ist einen gut fliegenden Pfeil zu erhalten desto weniger er aus der Mitte liegt.
Im Umkehrschluss sollte ein dünnes Pfeilsetup auf einem Langbogen, der ja eigentlich nie auf oder gar über Mitte geschnitten ist, leichter zu tunen sein als dicke Pfeile.
-
Sind dünne Schäfte leichter zu tunen und fehlerverzeihender als dicke?
Wesentlich einfacher, ja.
Der Hautgrund ist die Strecke Pfeilachse zum Carbon-Rohr, also mehr oder weniger der Radius. Da dieser beim dicken Pfeil größer ist wie beim dünnen, gleichzeitig aber auch die Hebellänge ist, mit der Kräfte, verursacht durch Effekte im Carbon und auch Windeinflüssen aussen (solange nicht 90 Grad) auf den Pfeil wirken, sind die wesentlich zickiger in der Abstimmung.
Du wirst gute und erfahrene Schützen finden, die Stricknadeln in der 3er Sortierung kaufen, weil die 1er das Geld nicht wert ist. Du wird aber bei den dicken Pfeilen fast nur die allerbeste Sortierung finden. Warum? Weil sich Fehler wesentlich stärker auswirken. Dicke Pfeile werden auch immer ausgesplined.
Für die Halle wird das ein wenig relativiert, weil man da halt viel Spitze schießen kann. 200gn sind da nicht selten. Draussen wird das aber nix, da muss das Tuning passen.