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Bogenschießen => Ausrüstung => Thema gestartet von: Zunderschütze am Januar 18, 2026, 10:54:09 Nachmittag
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Uiuiui: Bei meinem Wiawis Mittelstück ist das Gewicht beim Rausdrehen abgerissen. D.h. jetzt steckt noch ein Teil der Schraube im Gewinde, und steht ca. 4mm heraus.
Habe mal mit einer Kombizange angesetzt, aber da ist nichts zu machen, es bewegt sich nichts.
Bevor ich jetzt mein Mittelstück ruiniere: Was wäre denn die einfachste, erfolgversprechendste Variante? Habe gelesen, dass man einen Linksausdreher erst als Ultima Ratio versuchen sollte. Schlitz reinsägen und rausdrehen wäre wohl ein Ansatz - aber wenn mir jetzt schon beim Rausdrehen das Gewicht abgerissen ist, dann dürfte die Schraube auch nicht unbedingt die stabilste sein....? Habe noch von folgenden Varianten gelesen: Eisspräy, WD40, Loch reinbohren und Torx reinhämmern (ist glaub ich für das Mittelteil nicht so prall) - sonst noch Ideen...?
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Wenn sich selbst mit einer Zange nichts bewegt ist es aber schon arg fest, das Gewicht wurde doch nur handfest befestigt, oder?
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Wenn sich selbst mit einer Zange nichts bewegt ist es aber schon arg fest, das Gewicht wurde doch nur handfest befestigt, oder?
Wurde es. Hatte mal vor Jahren das Problem, dass sich die Schraube im Gewinde etwas verbogen hatte, vermutlich von den vielen Schüssen im Laufe der Zeit. Evtl ist es das...?
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Kann ich mir kaum vorstellen das sich die Schraube dadurch verbiegt, zumindest nicht bei Stahl oder Edelstahl. Alu wäre ne andere Geschichte.
Aber selbst wenn wäre dann vorher das einschrauben so schwer gegangen das man aufgehört hätte. WD 40 oder auch ein anderes Kriechöl und erstmal etwas Zeit schadet zumindest nicht, danach kann man weitersehen.
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Wie lange war denn das Gewicht am Mittelstück angeschraubt? Blöd gefragt: angerostet? Ja ich weiß, die Gewinde sind eigentlich alle aus rostfreiem Edelstahl. Aber in deinem Fall vielleicht doch nicht?
Mein Ansatz wäre wohl eine Kombination von den von dir bereits aufgelisteten Varianten: zuerst einmal einen Schlitz in die Schraube einschneiden um grundsätzlich einen guten Angriffspunkt mittels Schraubendreher zu haben. Dann mit WD40 spülen und einwirken lassen. Leichte (vibrationsartige) Schläge direkt gegen die Schraube (von allen Seiten). Dann mit dem Schraubendreher probieren ob sie sich gelockert hat.
Eisspray, wenn dann nur direkt auf die Schraube wirkend, könnte wirken. Wenn es aber rostfreier Stahl ist, dann zieht sich das Material auch nicht besonders zusammen.
Weitere blöde Frage: Es wurde schon das Gewicht / die Schraube gegen den Uhrzeigersinn versucht herauszudrehen und nicht aus Versehen anders herum?
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Mein Ansatz wäre wohl eine Kombination von den von dir bereits aufgelisteten Varianten: zuerst einmal einen Schlitz in die Schraube einschneiden um grundsätzlich einen guten Angriffspunkt mittels Schraubendreher zu haben. Dann mit WD40 spülen und einwirken lassen. Leichte (vibrationsartige) Schläge direkt gegen die Schraube (von allen Seiten). Dann mit dem Schraubendreher probieren ob sie sich gelockert hat.
Solange ein Teil des Gewindes noch heraussteht würde ich es nicht einzuschneiden, bei 4mm kann man noch ordentlich mit einer Rohrzange oder so ansetzen und mehr als genug Kraft einwirken.
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Manche Materialkombinationen neigen zum „Fressen“, gerade wenn sie weich und gleich sind (Alu/Alu, VA2/VA2 usw.).
Wenn es dann eng wird, geht das ganz schnell.
Korrosion kann auch durch kontakt unterschiedlicher Metalle entstehen. Da baut man quasi eine „Batterie“.
Ich würde als erstes zu einem „Einweichen“ raten. Da geht nichts kaputt. WD40 ist nur eine Notlösung.
Lieber richtigen Rostlöser und dann ein Kriechöl verwenden.
Achte dabei auf Lacke bzw. Beschichtungen im Umfeld der Gewindebuchse.
Rostlöser (auch WD40) lösen nicht nur den Rost an.
Gib dem Vorgang etwas Zeit.
Wenn das Gewinde richtig festgefressen ist, hilft das aber leider auch nicht viel.
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Danke für die Hinweise soweit!
Um ein paar Fragen zu beantworten: nee, hab schon immer in die richtige Richtung gedreht. Evtl. ist das Material ermüdet...das Mittelteils ist noch relativ neu (ca. 2 Jahre, solange ist auch das Gewicht dran), das Gewicht konnte aber schon mehr als ne Dekade aufm Buckel haben - inklusive Schießen in Schneegestöber usw.
Wegen WD40, Rostlöser usw.: wie lange ist denn eine "lange" Einwirkzeit? Stunden, Tage....?
Müsste man nicht auch Rost am Ansatz der Schraube sehen, falls es das ist?
Aktuelle Idee (habe ja etwas Zeit): Rostlöser, dann in Schraubstock einspannen.
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Der Zeitraum hängt davon ab, wie schnell das Zeug an die betreffende Stelle gelangt.
Da du es wohl nicht einpressen wirst, kann das schon dauern.
Ich würde einige Tage Einwirkzeit einplanen. Zwischendrin aber immer wieder Versuchen, zu drehen.
Vielleicht so alle paar Stunden, damit das Zeug nicht unnütz lange am Gewinde werkelt.
Mit einem Haarföhn kann man etwas nachhelfen.
Aber Achtung: Keinen Heißluftföhn verwenden. Die bringen sehr schnell 150-200°C an die Oberfläche.
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Nicht machen: Wärme. Das ist die übliche Lösung im KFZ Bereich - die Buchse einfach heiss zu machen. Aber die Edelstahlbuchsen sind ins Alu meist nur eingeklebt und der Kleber mag das nicht.
erster Schritt: WD40 mindestens über Nacht einwirken lassen. Vielleicht sogar länger. ein paar mal nachsprühen.
Methode 1: Eine Mutter aufschweissen. Also auf das Gewinde legen und innen anschweissen. Muss jemand machen, der das kann. Aber mit dem größeren Hebel (Durchmesser) der Mutter kann man gut mit dem Ringschlüssel Kraft anwenden.
Methode 2: Anbohren, Linksausdreher mit dem Schlagschrauber ansetzen. Nicht zu dick anbohren, man braucht Material um den Linksausdreher herum.
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Wegen WD40, Rostlöser usw.: wie lange ist denn eine "lange" Einwirkzeit? Stunden, Tage....?
Muss Kriechöl sein wie WD40 oder anderes. "Rostlöser" kann, muss aber kein Kriechöl sein.
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Alles was hier vorher schon empfohlen wurde mit Kriechöl und 1-2 Tage einwirken lassen.
Ich würde zusätzlich noch mit einer guten Grippzange ansetzen, denn 4mm sollte dafür reichen. ;)
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Ich würde die nächste Schlosserwerkstatt aufsuchen. Ein ordentlicher Schlosser sollte das Problem zufriedenstellend lösen können.
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Ist 'ne Idee!
Habe derweil einen Tag WD40 einwirken lassen, mir eine _wirklich_ kräftige Zange besorgt (hatte noch vor Ort mit einem Schraubstock versucht - vergeblich), und das Teil auf 45 Grad erwärmt (Alu dehnt sich wohl stärker aus als Eisen) - bislang kein Erfolg.
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Wenn nix geht müsste eine Bohrschablone her um den Gewindekern rauszubohren. Bleiben die Gewindegänge heil, kann man die Reste der Schraube rauspulen. Wenn nicht, ganz aufbohren und Gewindeeinsatz setzen. Ist Aufwand weil der Bohrer genau Zentrisch laufen muss.
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Oh ja, hatte mich auch schon gefragt, ob sowas in der Art nicht möglich sein müsste. Braucht man halt das richtige Equipment, das man aber als Heimwerker wohl eher selten zur Verfügung hat.
Das Mittelstück ist jetzt auf dem Weg zu einer Schlosserei, die mir empfohlen wurde ("der bekommt das 100% raus") - ich werde berichten!
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Sodele, bin jetzt einen Schritt weiter: WD20 usw. hat leider nicht geholfen. Also zu einem lokalen Schlosser gefahren .Der hat sich auch erst "konventionell" daran versucht, und dann schließlich eine Mutter drauf geschweißt. Dann zu zweit mit einem Schraubschlüssel, und das Ding kam tatsächlich runter. Der Gewindegang ist auf den ersten 1-2 Windungen noch OK, danach beschädigt. Habe eine Theorie, was da passiert sein könnte: Hatte eine Handschlaufe mit drauf, und die hatte einen eher merkwürdigen Abstandhalter mit dran. D.h. die Schraube war jetzt nicht sooooo tief eingedreht. Könnte es sein, dass der Handschock beim Ablass sich auf das Gewicht (und damit dessen Schraube) übertragen hat, und das Ende der Schraube im Gewinde minimal virbriert und dabei das Gewinde über die Zeit beschädigt hat...?
War danach noch bei einem lokalen Stahlflechter(!), den man mir dann zwecks Gewindeschneider empfohlen hatte. Der musste aber passen - warum auch sowas wie M8 nutzen, wenn man auch etwas imperiales haben kann?!
Werde mich jetzt auf Ebay umsehen, und evtl. eine längere Schraube suchen, die sich tiefer eindrehen lässt. Dann sollte es theoretisch egal sein, wenn das Gewinde auf 1-1.5mm fehlt.
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WD20 usw. hat leider nicht geholfen.
Hättst besser WD40 genommen. Hilft doppelt so gut
Werde mich jetzt auf Ebay umsehen, und evtl. eine längere Schraube suchen, die sich tiefer eindrehen lässt. Dann sollte es theoretisch egal sein, wenn das Gewinde auf 1-1.5mm fehlt.
Suche nach "Zollshop". Aber nimm welche, wo an einem Ende ein Inbus drin ist. Sonst hast ein vergleichbares Problem gleich wieder.
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Bei dem Gewinde musst du aber aufpassen, es gibt zwei verschiedene Steigungen. Leider weiß ich nicht mehr welche das war.
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Ist wohl einiger maßen normiert und laut diverser Quellen ein 5/16" mit 24 Windungen pro Inch. Läuft wohl unter dem Namen Whitworth Rohgewinde.
Habe inzwischen jemanden gefunden, der einen passenden Gewindeschneider besitzt.
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5/16 -24 unf ist ein Feingewinde nach US-amerikanischer Norm (Steigung 24 Gewindegänge auf einen Zoll Länge)
Dieses Gewinde ist mir bisher bei Bogen noch nie untergekommen.
Die gängige Größe ist 5/15 - 18 unc (18 Gewindegänge/Zoll).
Wenn Du dir "Rest-"Schraube noch hast, zähle mal die Gewindegänge
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Ist wohl einiger maßen normiert und laut diverser Quellen ein 5/16" mit 24 Windungen pro Inch.
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Das passt schon und ja, das kann man schon als Norm bezeichnen. Im Anhang ein Screenshot aus dem Manual von uukha...
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Ja, genau, das sollte schon stimmen: der Meister in dem betrieb, in den mich dann der Schlosser zwecks Gewindeschneider geschickt hatte, hat das nochmal bestätigt :bang:
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Um das noch abzuschließen (vielleicht hilft das ja künftig noch jemandem):
Das Zniper Blankbogengewicht ist wohl recht geschickt für meinen Fall: Das hat nämlich die Schraube nicht ans Gewicht angeschweißt, sondern man steckt eine separate Schraube (mit Innensechskant!) durch ein Loch im Gewicht.
Das Gewinde selbst habe ich dann mit der mitgelieferten Schraube dieses Gewichts wieder gängig gemacht: Überlegung war, dass mit einem Gewindeschneider noch mehr Material entnommen wird, was in meinem Fall sicher nicht gut ist. Nach ner kanppen Stunde behutsamen Hin- und Herdrehens ist das Gewinde also wieder einigermaßen gängig.
Denke mal, das sollte jetzt funktionieren.
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Na prima, dann ist doch nach langem hin- und her, wieder alles ok. 😉👌