Archers Campfire

Bogenschießen => Allgemein => Thema gestartet von: Landbub am Januar 18, 2026, 12:18:17 Nachmittag

Titel: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: Landbub am Januar 18, 2026, 12:18:17 Nachmittag
Schaut mal dieses Video von der DK-Bowfactory an https://youtu.be/myQuBb0jmRk

Wie seht ihr meine These:

Die Torsionssteifigkeit ist ein Zielkonflikt mit dem notwendigen Leichtbau der Wurfarme für hohe Geschindigkeit. Insofern ist hier ein gewissen Mass zu akzeptieren bzw. eben die Wurfarme auszuwählen, die da den für mich passenden Kompromiss bilden.
Was aber nicht sein darf, ist die massiv unterschiedliche Torsion in beide Richtungen. Damit kommt zwangsweise ein Nachteil ins System, der sich durch keine anderen Vorteile rechtfertigen lässt.

Oder ist das Thema schlichtweg kein Thema, weil egal? Kann ich mir nicht vorstellen.
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: Grombard am Januar 18, 2026, 12:36:50 Nachmittag
Interessante Videos macht der David da.
Bin gespannt auf die weiteren.

Speed ist nicht alles.
Einen sehr schlanken und damit leichten und (wenn gut gemacht) auch schnellen Wurfarm bekomme ich natürlich auch mit einer relativ einfachen konventionellen Geometrie, die auch ohne multiaxiales Carbon gut funktioniert.
Hier hat man aber natürlich Abstriche im Auszugsverhalten.
Und meiner Meinung nach auch in der Präzision.

Möchte ich etwas interessantere Geometrien realisieren, um bessere Energiespeicherung und weicheres Auszugsverhalten zu realisieren, kommt man am multiaxialen Carbon oder Glas nicht vorbei.
Hier gilt dann der von dir genannte Zielkonflikt.
Man sucht dann den bestmöglichen Kompromiss aus Speed und Präzision.
Denn ein schlankerer Wurfarm mit wenig torsionaler Stabilität mag zwar schneller sein, ist aber weniger präzise, da sich Inkonsequenzen im Schussablauf stärker auswirken.

Ich persönlich baue lieber einen Wurfarm, der so präzise wie möglich ist, als auf Krampf die letzten 3-4 FPS herauszuquetschen.
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: covertmicha am Januar 18, 2026, 12:38:38 Nachmittag
Hallo,

immer wieder ein interessantes Thema:
Ich denke die Koryphäen hierzu sind
Sid Ball Jr.

Grombard hier im Forum....

Ich denke das entsprechende Carbon in guter Bauform fängt hier viel auf und bringt sehr viel
Torsionsstabilität....

Ne schöne Jrooß


Micha

Ach ja und zeitgleich meldet sich grombard...perfekt!
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: Belicoso am Januar 18, 2026, 01:57:51 Nachmittag
Stelle mir die Frage in wie weit dieser Test überhaupt Aufschluss gibt, da beim Auszug und Schuss der WA nicht so fixiert ist und anders arbeitet.
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: Waldgeist am Januar 18, 2026, 01:58:55 Nachmittag
@ Landbub:
Das Thema an sich - nämlich die Verwindungsbeständigkeit der WA - ist ja wohl für jeden Bogen (über)lebenswichtig. Ich denke aber dass es hier ausschließlich(?) um die TD - WA gehen soll. Liegt das Problem da nicht in der unbedingten präzisen Montage der WA?
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: Rudolf aus der Südpfalz am Januar 18, 2026, 02:06:02 Nachmittag
Interessantes Thema.
Danke fürs Teilen.
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: Landbub am Januar 18, 2026, 02:25:06 Nachmittag
@ Landbub:
Das Thema an sich - nämlich die Verwindungsbeständigkeit der WA - ist ja wohl für jeden Bogen (über)lebenswichtig. Ich denke aber dass es hier ausschließlich(?) um die TD - WA gehen soll. Liegt das Problem da nicht in der unbedingten präzisen Montage der WA?

Da mag schon was dran sein. Aber unter optimalen Bedingungen, wie es der David da im video macht, müssten sich m.E. die WAs in beide Richtungen gleich weit verdrehen. So wenig wie möglich, sie Gombards Post, aber halt auf jeden Fall in beide Richtungen gleich.
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: varminter am Januar 18, 2026, 03:26:57 Nachmittag
200/300.- Euro WA mit WA zu vergleichen die ein Stück über 1.000.- Euro kosten ist halt so wie wenn ich Äpfel mit Birnen vergleiche.
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: Landbub am Januar 18, 2026, 03:55:43 Nachmittag
200/300.- Euro WA mit WA zu vergleichen die ein Stück über 1.000.- Euro kosten ist halt so wie wenn ich Äpfel mit Birnen vergleiche.

Da hast du nicht richtig aufgepasst. Sie sind alle in der mittleren Preisklasse. Bis auf die Fenrir, aber die waren nicht besser als seine neuen.
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: Grombard am Januar 18, 2026, 03:58:16 Nachmittag
@Varminter
Im Video wird das aktuelle Modell von DK mit einem Preis von um die 280€ mit anderen Fabrikaten im selben Preisbereich verglichen.
Und halt noch die "alten" 1000€ Fenrir, der hier aber nicht als "das beste" dargestellt wird.

Verstehe nicht wo das Äpfel mit Birnen sein soll.

@Belicoso
Wenn man sich das Video auch wirklich angeschaut hat, wird auch erklärt, warum die Messung an der Stelle gemacht wird, wo sie gemacht wird.

Man könnte den Wurfarm auch seitlich fixieren und ein Gewicht am Tip aufhängen.
Sieht cooler aus, ist eindrucksvoller, aber bringt keine sinnvoll vergleichbaren Ergebnisse.
Da wäre die Auslenkung aber bei verschieden großen Recurves natürlich arg unterschiedlich.

Wenn bei dem relativ simplen Test bereits starke Abweichungen sind, ist davon auszugehen, dass der Wurfarme in sich wahrscheinöich auch nicht 100% homogen arbeitet.

Was dann wieder zu Unregelmäßigkeiten im Trefferbild führen kann.
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: covertmicha am Januar 18, 2026, 04:39:09 Nachmittag
Heisst das dann nicht Tiller ?

Schöne Grüße
Micha
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: varminter am Januar 18, 2026, 04:48:27 Nachmittag
@Grombard u. Landbub
Sorry, hab da beim ersten Mal hineinsehen nicht genau hingehört. War mir nicht bekannt, dass DK die WA jetzt industriell herstellen lässt.
Titel: Re: Torsionssteifigkeit von Wurfarmen
Beitrag von: kungsörn am Januar 18, 2026, 06:06:00 Nachmittag
Hi Landbub,
ein klassischer Zielkonflikt ist es schon. Aus anderen Konstruktionsbereichen kennt man das auch.
Aber, wie Grombard schreibt, sollte die Präzision (Fehlerverzeilichkeit) und nicht zuletzt die Sicherheit im Vordergrund stehen.

Zum Video:
Die gebaute Maschine deutet darauf hin, dass die eine Art Qualitätskontrolle in laufender Produktion damit durchführen. Das würde den Aufwand rechtfertigen.
Grundsätzlich muss man aber schon aufpassen, wenn man mehr als die Abweichung der Biegung links / rechts (als Qualitätsmerkmal) betrachtet.
Nicht, dass da doch mal eine Birne in die Apfelkiste fällt. ;)
Der Absolutwert der Biegung im unteren WA-Bereich muss auch in den Kontext mit der Geometrie und Bauweise gesetzt werden.
Ein statischer Recurve z.B. hat - bei gleichem absoluten Biegewert - eine geringere Abweichung am Tip.
Vorausgesetzt natürlich, dass der arbeitende Rekurve eines Vergleichs-WA ähnliche Werte, wie der gemessene 200mm-Bereich hat.
Es ist also auch von Bedeutung, wie die WA arbeiten, aus welchem Material sie gebaut sind, welche Zugkraft und Länge sie haben.
Für Vergleiche mit anderen Herstellern sollte man zumindest den Messbereich auf den gesamten WA ausdehnen.

Sid Ball jr. hat ein gutes Video zum Gewicht und der Wirkung Glas/CFK/Ausrichtung: https://www.youtube.com/watch?v=_dJ730fyA8Q